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Benedikt XVI. ist 90

Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI.
Geburtstag
17.04.2017, 08:00 Uhr

Am 16. April feiert der emeritierte Papst Benedikt XVI. seinen 90. Geburtstag. Benedikt XVI. führte die katholische Weltkirche in einer schwierigen Zeit. So fällt u.a. die umstrittene Aussöhnung mit den Piusbrüdern, das Aufbrechen der Missbrauchskrise die "Vatileaks"-Affäre in die Zeit seines Pontifikats.

Fakten
Am Ostersonntag, 16. April, feierte der emeritierte Papst Benedikt XVI. seinen 90. Geburtstag. Als Nachfolger von Papst Johannes Paul II. leitete Benedikt von 2005 bis zu seinem überraschenden Rücktritt 2013 die Katholische Kirche. Er lebt seither zurückgezogen im ehemaligen Kloster "Mater Ecclesiae" in den vatikanischen Gärten. Mit seinem Nachfolger, Papst Franziskus, verbindet Benedikt ein freundschaftliches Verhältnis. Franziskus äußerte seinerseits mehrfach Lob für seinen Vorgänger.

Die Verbindungen, die Benedikt XVI. zu Österreich unterhält, sind vielfältig und innig. So innig, dass man wohl etwa pathetisch von einer kleinen "Liebesgeschichte" sprechen kann - war es doch Benedikt XVI. selbst, der in einem Brief an die Österreicher vor seinem großen Besuch im September 2007 formulierte: "Ich liebe dieses Land, das mir seit meiner Kindheit nahe ist - seit den sonntäglichen Wanderungen, die wir zu Beginn der 30er Jahre über die Salzach-Brücke mit unserer Mutter nach Ostermiething, nach Sankt Radegund und an andere Orte auf der österreichischen Seite der Salzach gemacht haben."

Benedikt XVI. führte die katholische Weltkirche in einer schwierigen Zeit. So fällt u.a. die umstrittene Aussöhnung mit den Piusbrüdern, das Aufbrechen der Missbrauchskrise die "Vatileaks"-Affäre in die Zeit seines Pontifikats. Hinzu kommt, dass Benedikt XVI. es mit seiner nüchternen Art des nordeuropäischen Theologen und Intellektuellen sicherlich schwerer als sein Nachfolger hatte, die Herzen der Menschen zu erobern. Aber er verschaffte sich durch seinen Intellekt und seine menschliche Bescheidenheit weltweit Anerkennung. Von daher war seine Amtszeit keinesfalls ein Übergangspontifikat.

Biografische Notizen

Benedikt XVI. wurde als Joseph Alois Ratzinger am 16. April 1927 im oberbayerischen Marktl geboren. 1943 wurde er als Luftwaffenhelfer eingezogen, dann zum Reichsarbeitsdienst zur Errichtung des Südostwalls verpflichtet. Den eigentlichen Wehrdienst leistete er 1945 in Bayern ab. Von 1946 bis 1951 absolvierte er das Theologie- und Philosophiestudium in Freising und München. Gemeinsam mit seinem Bruder Georg empfing er am 29. Juni 1951 in Freising die Priesterweihe. Die Promotion in München folgte 1953. Vier Jahre später habilitierte sich Ratzinger im Fach Fundamentaltheologie und trat eine Professur in Freising an. 1959 wurde er an die Universität Bonn berufen, 1963 nach Münster.

Während des Konzils (1962-65) war Ratzinger Berater und Redenschreiber des Kölner Kardinals Joseph Frings (1887-1987). Er vertrat eine reformfreudige Auffassung und wandte sich gegen die neoscholastische Erstarrung Roms. 1966 erhielt der bereits berühmt gewordene Konzilstheologe auf Empfehlung Hans Küngs einen Lehrstuhl für Dogmatik in Tübingen. Unmittelbar betroffen von den Studentenprotesten der ausgehenden 1960er-Jahre, folgte Ratzinger 1969 dem Ruf an die neue Universität Regensburg, die zwei Jahre vorher eröffnet worden war. Dort lehrte er Dogmatik und Dogmengeschichte. Einer seiner Studenten war Christoph Schönborn.

Papst Paul VI. ernannte Ratzinger am 25. März 1977 zum Erzbischof von München und Freising. Drei Monate später erhielt der erst 50-Jährige die Kardinalswürde. Im November 1981 berief Johannes Paul II. Kardinal Ratzinger zum Präfekten der Glaubenskongregation und damit zum höchsten Glaubenshüter. 1986 vertraute Johannes Paul II. Ratzinger auch den Vorsitz der Kommission für den Weltkatechismus an. Sein engster Mitarbeiter als Redaktionssekretär wurde Christoph Schönborn, der 1991 zum Weihbischof ernannt worden war.

2002 wurde Ratzinger Dekan des Kardinalskollegiums im Vatikan. In dieser Funktion leitete er am 8. April 2005 die Begräbnisfeierlichkeiten für Johannes Paul II. und rief die Kardinäle zum Konklave. Am 19. April 2005 wählten die Kardinäle Joseph Ratzinger an die Spitze der katholischen Kirche. Er nahm den Namen Benedikt an und trat am 24. April 2005 sein Amt an.

Am 11. Februar 2013 erklärte Benedikt seinen Rücktritt. In seiner Erklärung, die die anwesenden Kardinäle überraschte, sagte Benedikt XVI. auf Latein, dass seine Kräfte aufgrund des Alters nicht mehr ausreichend wären, um ordnungsgemäß seinen Dienst auszuüben, und dass dieser am 28. Februar 2013 enden werde. Der letzte endgültige Verzicht auf das Papstamt war mit dem Rücktritt von Gregor XII. im Jahr 1415, als Folge des Konzils von Konstanz, erfolgt.
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