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"Pro Oriente"-Präsident würdigt verstorbenen Erzbischof Jeremiasz

Begräbnis des Ökumene-Experten fand am Donnerstag in Warschau statt - Orthodoxer Breslauer Erzbischof war auch Mitglied der Internationalen Kommission für den offiziellen theologischen Dialog zwischen orthodoxer und katholischer Kirche
21.04.2017, 13:45 Uhr Polen/Österreich/Ökumene/Orthodoxe/Pro-Oriente /Begräbnis
Wien-Warschau, 21.04.2017 (KAP) Als einen Christen "voll des Glaubens, der Demut und des Respekts für die Anderen" hat das Oberhaupt der polnischen orthodoxen Kirche, Metropolit Sawa (Hrycuniak), den verstorbenen Breslauer Erzbischof Jeremiasz (Anchimiuk) beim Begräbnis am Donnerstag in Warschau am Donnerstag gewürdigt. Es sei bezeichnend, dass Jeremiasz zu Ostern gestorben sei, "die Heiligen gehen oft in der Osterzeit heim in das himmlische Vaterhaus". Der orthodoxe Erzbischof von Lublin, Abel (Poplawski), erinnerte daran, dass Jeremiasz immer ein eindrucksvolles Zeugnis dafür abgelegt habe, dass Glaube, Wissenschaft und Vernunft zusammengehen können.

Am Begräbnis von Erzbischof Jeremiasz nahmen Persönlichkeiten aus der orthodoxen, der katholischen und der evangelischen Kirche in Polen teil. Erzbischof Jeremiasz war ein Vorkämpfer des ökumenischen Dialogs sowohl in Polen als auch auf internationaler Ebene. "Pro Oriente"-Präsident Johann Marte richtete ein Kondolenzschreiben an Metropolit Sawa, in dem es heißt: "Wir teilen den Schmerz Ihrer Kirche über den Verlust des allseits beliebten Seelsorgers, eines großen, anderen Konfessionen gegenüber aufgeschlossenen Kirchenmannes und eines hervorragenden Kirchenhistorikers". "Pro Oriente" habe die Ehre gehabt, mit Erzbischof Jeremiasz als führendem Mitglied ein langjähriges Großprojekt zur Union von Brest durchzuführen.

Ebenso erinnerte Marte daran, dass Erzbischof Jeremiasz als Mitglied der Internationalen Kommission für den offiziellen theologischen Dialog zwischen orthodoxer und katholischer Kirche auch den Kontakt mit der "Pro Oriente"-Kommission junger orthodoxer und katholischer Theologinnen und Theologen gepflegt habe.

Jan (Jeremiasz) Anchimiuk stammte wurde am 3. Oktober in Odryniki Bialystok geboren. Er studierte orthodoxe Theologie in Warschau und im russischen Sergijew Possad, später studierte er auch an der evangelisch-reformierten Theologischen Fakultät in Zürich. Ab 1968 unterrichtete er an der Theologischen Akademie in Warschau. In seiner Dissertation behandelte er das Thema "Origenes und die moderne Exegese". Am Lehrstuhl für Neues Testament wurde er 1981 Professor, von 1996 bis 2001 und dann wieder von 2008 bis 2012 war er Rektor der Theologischen Akademie.

1983 wurde er Mönch und dann in rascher Folge zum Priester geweiht und zum Bischof gewählt. Zunächst war er Auxiliarbischof des Metropoliten von Warschau, später Bischof und schließlich Erzbischof von Breslau. Von 2002 bis 2016 war Jeremiasz Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Polen. Von 1975 bis 1991 gehörte er dem Zentralkomitee des Weltkirchenrats an. Seit 1982 arbeitete er in einem interkonfessionellen Arbeitskreis zur Herausgabe einer ökumenischen polnischen Bibelübersetzung mit.
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