"Kontinentale Bischofskonferenzen sollen mehr entscheiden"

Neuer Südtiroler Diözesanbischof Karl Golser im Interview mit dem "Tiroler Sonntag" =

Bozen-Innsbruck (KAP) Den kontinentalen Bischofskonferenzen sollen in der Diskussion um die Priesterweihe bewährter, verheirateter und in der Gemeinde geachteter Männer ("viri probati") "mehr Entscheidungsmöglichkeiten" zugestanden werden. Diese Ansicht vertritt der neue Bischof von Bozen-Brixen, Karl Golser, in einem Interview mit der Kirchenzeitung der Diözese Innsbruck "Tiroler Sonntag".

Zum Priestermangel sei festzuhalten, dass es in Zukunft eine Struktur der Seelsorge geben werde, die nicht mehr "so klerikal und auf Priester konzentriert sein kann, wie sie es früher war", betont Bischof Golser.

Weil "garantiert" werden müsse, dass "die christlichen Gemeinden die Möglichkeit haben, Eucharistie zu feiern", erwartet Golser, dass über die Priesterweihe von "viri probati" immer mehr diskutiert werden wird. Für seine Ansicht, dass es in dieser Frage mehr Entscheidungsbefugnisse für die kontinentalen Bischofskonferenzen brauche, macht er geltend, dass das Problem je nach Kontinent "unterschiedlich gespürt" wird.

Zum Thema "Frauen und Kirche" bedauert der Südtiroler Bischof, dass "Mulieris dignitatem", das Apostolische Schreiben von Johannes Paul II. aus dem Jahr 1988 mit seinen "revolutionären Aussagen" über die Würde der Frau bis heute kaum wahrgenommen werde. Golser glaubt, "dass man die spezifischen Fähigkeiten von Frauen viel mehr in die Entscheidungen der Kirche einbeziehen sollte". Er tritt für "mehr Frauen auch in Spitzenfunktionen des Bischöflichen Ordinariats ein". (ende/1.4.)

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