Italien: Bei Erdbeben verschüttete Äbtissin tot geborgen

Gesamtzahl der Toten nach Erdbeben in den Abruzzen ist am Dienstag auf über 200 gestiegen =

Rom (KAP) Nach dem Erdbeben in Italien ist die in ihrem Kloster verschüttete Äbtissin tot geborgen worden. Wie die italienische Tageszeitung "Il Giornale" am Dienstag meldet, stießen Suchmannschaften bereits gestern auf den Leichnam der 61-jährigen Ordensfrau Gemma Antonucci. Die Vorsteherin eines Klarissen-Konvents in Paganica bei L'Aquila war im ersten Obergeschoss unter Trümmern begraben worden, als durch die Erdstöße das Dach einbrach.

Eine andere Ordensschwester wurde laut der Zeitung lebend aus den Ruinen befreit. Die rund zehn weiteren Bewohnerinnen des Konvents konnten sich vor dem Einsturz rechtzeitig in Sicherheit bringen. Zwei erlitten Verletzungen.

Über 200 Erdbeben-Tote

Die Zahl der Toten nach dem schweren Erdbeben in den Abruzzen ist nach Angaben des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi unterdessen auf 207 gestiegen. 15 Menschen würden noch vermisst, teilte Berlusconi am Dienstagmittag bei einer Pressekonferenz mit. Das italienische Fernsehen RAI hatte zuvor die Zahl der Verletzten mit rund 1.500 beziffert. Über 17.000 Menschen verloren durch das Beben ihre Wohnungen, davon 10.000 allein in der Regionalhauptstadt L'Aquila nahe dem Epizentrum. Die Ortschaft Onna, ein Dorf mit 400 Einwohnern acht Kilometer östlich von L'Aquila, wurde völlig zerstört.

Trotz der anhaltenden Nachbeben suchten Helfer die ganze Nacht über in der Krisenregion nach Verschütteten. Dienstagfrüh wurde in L'Aquila eine 24-jährige Studentin von Einsatzkräften der Bergwacht lebend aus den Trümmern eines vierstöckigen Wohnhauses geborgen. Auch eine weitere junge Frau konnte rund 24 Stunden nach dem Unglück gerettet werden.

Tausende Menschen verbrachten die Nacht bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt im Freien oder in einer der 20 errichteten Zeltstädte. Insgesamt befinden sich derzeit rund 7.000 Personen im Hilfseinsatz für die Betroffenen; unter den Helfern sind auch zahlreiche haupt- und ehrenamtliche Helfer aus kirchlichen Einrichtungen wie der Caritas und den Hilfsverbände der "Barmherzigkeits-Bruderschaften" ("Misericordie").

In der italienischen Adria-Stadt Ancona haben Muslime ihre Moschee als Unterkunft für Erdbebenopfer geöffnet. Die Union der islamischen Gemeinden und Organisationen in Italien (UCOII) bot neben der Unterbringung von Obdachlosen aus der Unglücksregion auch Blutspenden an, wie die italienische katholische Nachrichtenagentur SIR meldete. (ende/7.4.)

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