Obama traf Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. doch alleinUS-Präsident würdigte bei Vier-Augen-Gespräch Rolle von Bartholomaios I. als Oberhaupt der orthodoxen Christenheit - Forderung nach Wiederöffnung des Priesterseminars und der Theologischen Hochschule auf der Insel Chalki =Istanbul (KAP) US-Präsident Barack Obama ist am Dienstag in Istanbul doch mit dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., zusammengetroffen. Damit würdigte der Präsident demonstrativ die universalkirchliche Rolle des Patriarchen als Oberhaupt der orthodoxen Christenheit. Die anderen in Istanbul ansässigen Religionsführer - den Großmufti Mustafa Cagrici, den Oberrabiner Ishak Haleva, den syrisch-orthodoxen Metropoliten Yusuf Cetin und den armenisch-apostolischen Erzbischof Aram Atesyan (in Vertretung des schwer kranken armenischen Patriarchen von Konstantinopel, Mesrop Mutafyan) - empfing Obama in einer gemeinsamen Runde. Mit Bartholomaios I., der im kommenden November zu einem offiziellen Besuch in den USA erwartet wird, gab es einen Sondertermin. Zuletzt hatte es aus Washingtoner Quellen geheißen, dass auch der Ökumenische Patriarch gemeinsam mit den anderen Religionsvertretern empfangen werde. Mit dem Vier-Augen-Gespräch unterstrich der US-Präsident, dass er den Patriarchen in seiner Rolle als universalkirchlichen Repräsentanten anerkennt. Die Regierung in Ankara verweigert Bartholomaios I. nach wie vor diese Anerkennung und behandelt ihn lediglich als Oberhaupt der orthodoxen Christen in der Türkei (mit Ausnahme des einstigen Sandschaks von Alexandrette). Bei dem Treffen ging es türkischen Medienberichten zufolge unter anderem um das Priesterseminar und die Theologische Hochschule des Patriarchats von Konstantinopel auf der Prinzeninsel Chalki. Diese Einrichtung hatte der türkische Staat vor 38 Jahren geschlossen. Eine Wiedereröffnung wurde bisher stets abgelehnt. Da das Patriarchat seitdem keine Priester mehr ausbilden kann, steht es vor einer ungewissen Zukunft. Schon am Vortag hatte Obama vor dem türkischen Parlament in Ankara die Wiedereröffnung von Seminar und Hochschule gefordert. "Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit führen zu einer starken Zivilgesellschaft, die den Staat nur stärken kann", sagte er in seiner Rede: "Deshalb würden Schritte wie die Wiedereröffnung des Chalki-Seminars ein wichtiges Signal in der Türkei und darüber hinaus sein". (ende/7.4.) W200900273 |
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