Steiermark: Katholische Kirche schnürt "Konjunkturpaket"

Vorgezogene Bauprojekte haben Gesamtvolumen von 65,4 Millionen Euro - Wirtschaftsdirektor Beiglböck: Leistungen der Kirche kommen auch den von ihr Distanzierten zugute =

Graz (KAP) Mit vorgezogenen Bauprojekten will die katholische Kirche in der Steiermark einen Beitrag zur Eindämmung der Wirtschaftskrise leisten. Nach einem Bericht der "Kleinen Zeitung" hat das "Konjunkturpaket" der Kirche ein Volumen von 65,4 Millionen Euro. Die größten Einzelprojekte dabei sind mit 7,7 Millionen der Umbau der kirchlichen Pädagogischen Hochschule in Graz-Eggenberg, die Sanierung der Liegenschaft Tannhof in Mariatrost (2,9 Millionen) und der Neubau des diözesanen Priesterhauses (2,6 Millionen). Zur Finanzierung verwies der Wirtschaftsdirektor der Diözese Graz-Seckau, Herbert Beiglböck, auf die drei Säulen, auf denen die Kirche finanziell ruht: Kirchenbeiträge, Spenden und freiwillige Arbeitsleistungen. Viele der Leistungen der Kirche kommen laut Beiglblöck der gesamten Gesellschaft zugute, auch jenen, "die distanziert zu uns stehen".

Nach jüngsten Zahlen gehört die katholische Kirche in Österreich mit mehr als 60.000 Dienstnehmern zu den größten Arbeitgebern im Land. Allein bei der Caritas sind österreichweit 10.255 Personen hauptamtlich beschäftigt, weitere 28.000 sind ehrenamtlich tätig.

Tradition haben die kirchlichen Angebote im Bereich der Bildung und des Gesundheitswesens: Die 335 katholischen Privatschulen in Österreich werden von insgesamt zirka 70.000 Schülerinnen und Schülern frequentiert, in 690 kirchlichen Kindertagesheimen werden 39.000 Kinder betreut. In den 32 Ordensspitälern werden jährlich 450.000 Menschen stationär und 800.000 Menschen ambulant betreut. Alten und Gebrechlichen bietet die Kirche weiters 5.600 Pflegeplätze.

Für die Instandhaltung der rund 12.000 kirchlichen Gebäude - vor allem Kirchen mit hohem kulturhistorischem und damit touristischem Interesse - werden jedes Jahr 150 Millionen Euro aufgewendet; weitere 10 Millionen für Orgeln, drei Millionen für Glocken. (ende/7.4.)

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