Druckansicht - Wednesday 3. September 2014

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Ungewöhnliches Altarbild in Grazer Andräkirche

Installation eines philippinischen Fotokünstlers zeigt bis Pfingsten durch überbelichtete Porträts "das Licht einer anderen Wirklichkeit"

11.04.2012

Graz (KAP) In der Grazer Andräkirche ist von Ostern bis Pfingsten eine ungewöhnliche Kunstinstallation zu sehen. Der philippinische Künstler Poklong Anading hat neun Foto-Lichtkästen als zeitgenössisches Altarbild arrangiert. Anading fotografierte für diese Serie, die den Titel "Anonymity" trägt und von 2008 bis 2010 entstand, an verschiedensten Orten der Welt, u.a. auch in Graz.

 

Markant an den Fotos ist die grelle Überbelichtung im Bereich der Gesichter der in der Bildmitte positionierten Personen. Mit dem konzeptuellen Ausblenden des Gesichtes der agierenden Personen verschwinde auch deren Identität, sodass sich der jeweilige Betrachter selbst in der Aufnahme wiederfinden kann, erläuterte Pfarrer Hermann Glettler in einer Aussendung die Kunstinstallation.

 

Durch das störende Moment der überbelichteten Stellen werde eine zweite Verstehensebene in die Darstellung eingeführt. Glettler: "Eine andere Dimension des Menschen über seine Raum und Zeit gebundene Existenz hinaus wird angedeutet. Das Licht einer anderen Wirklichkeit bricht in die kleinen und größeren Welten herein." Gottes unerwartet kraftvolles und verwandelndes Licht überrasche den Menschen stets von neuem.

 

"Anonymity" ist in der Pfarrkirche St. Andrä bis Pfingsten zu sehen, dann wird wieder das originale barocke Altarbild aufgezogen, das sich derzeit noch zu Restaurierungszwecken in den Werkstätten des Bundesdenkmalamtes in Wien befindet.

 

 

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