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Mexikanischer Bischof erhebt Vorwürfe gegen Präsident Calderon

Kampf gegen Drogenkrieg wird mit Menschenrechtsverletzungen geführt - Benedikt XVI. wird staatliche Versäumnisse im Drogenkrieg ansprechen

24.03.2012

Ciudad de Mexiko (KAP) Der mexikanische Bischof Raul Vera Lopez hat anlässlich des Papstbesuchs Präsident Felipe Calderon für seine Rolle im Drogenkrieg angegriffen. "Er wird mit einer Reihe von 60.000 Toten zum Gottesdienst gehen", sagte Vera, Bischof von Saltillo, der Tageszeitung "Diario" (Samstag). Er schäme sich, dass der Präsident sich katholisch nenne, aber den Kampf gegen das organisierte Verbrechen seinerseits unter Rechtsverstößen führe. Vera warf dem Staatschef Menschenrechtsverletzungen und den Einsatz der Armee vor.

 

Vera äußerte sich überzeugt, dass Benedikt XVI. staatliche Versäumnisse im Drogenkrieg während seines Aufenthaltes ansprechen werde: "Der Heilige Vater kommt nicht blind." Der 66-jährige Bischof von Saltillo im Bundesstaat Coahuila zählt zu den populärsten und zugleich umstrittensten Kirchenmännern Mexikos. Bekannt wurde er vor allem durch sein Engagement für illegale Einwanderer, die versuchen, über Mexiko in die USA zu gelangen. Wiederholt klagte er die mächtigen Drogenkartelle offen an. Für seinen Einsatz erhielt er zahlreiche Menschenrechtspreise.

 

Seit Amtsantritt von Präsident Felipe Calderon im Jahr 2006 sind mehr als 60.000 Menschen im mexikanischen Drogenkrieg ums Leben gekommen. Calderon setzt mit Unterstützung der USA auf eine militärische Lösung des Konfliktes mit der Drogenmafia. Der lateinamerikanische Bischofsrat CELAM hatte sich jüngst offen für eine Debatte über neue Wege in der Bekämpfung der Drogenkriminalität gezeigt.

 

Papst Benedikt XVI. trifft am Samstagabend im historischen Palast Casa del Conde Rul in Guanajuato mit Staatspräsident Calderon zusammen. Der Christdemokrat Calderon wird zudem am Sonntag bei einer gr0ßen Messfeier mit Benedikt XVI. in Leon erwartet.

 

 

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