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Papst reist ins islamisch dominierte Marokko

Papst Franziskus in Marokko
14.03.2019, 12:30 Uhr

Nach der historischen Abu-Dhabi-Reise im Februar besucht Franziskus am 30./31. März den Maghreb-Staat und setzt erneut soziale, ökumenische und interreligiöse Akzente

Fakten
Papst Franziskus reist am 30. und 31. März in das nordafrikanische Königreich Marokko. Während seines eineinhalbtägigen Aufenthalts in Rabat und Casablanca wird der Papst unter anderem eine islamische Predigerschule für Imame besuchen, mit Migranten zusammentreffen und eine öffentliche Messe in einem Stadion feiern. In Marokko leben neben 99 Prozent sunnitischen Muslimen laut dem Hilfswerk "Kirche in Not" gerade einmal 40.000 meist ausländische Christen, der Vatikan spricht von 23.000 Katholiken. Ihren Glauben dürfen sie unter Auflagen praktizieren.

Gemäß dem Motto der Reise kommt der Papst als "Diener der Hoffnung". Die Visite ist der erste Papstbesuch in Marokko seit 34 Jahren. Papst Johannes Paul II. (1978-2005) hatte im August 1985 auf dem Rückweg einer mehrtägigen Reise durch verschiedene afrikanische Staaten König Hassan II. (1961-1999) besucht und sich für engere Beziehungen zwischen Christen und Muslimen ausgesprochen.

Am Samstag, 30. März, absolviert Franziskus nach der Ankunft am frühen Nachmittag zunächst wie üblich den Höflichkeitsbesuch beim Gastgeber. König Mohammed VI. (55), seit 1999 Staatsoberhaupt und religiöser Führer, empfängt den Papst im Königspalast der Hauptstadt Rabat. Seine erste Rede hält Franziskus am Samstagnachmittag in Casablanca auf dem Vorplatz der Hassan-II.-Moschee. Der 82-Jährige spricht vor imposanter Kulisse: Die 1993 fertig gestellte, riesige Moschee erhebt sich direkt über dem Atlantik und besitzt das höchste Minarett der Welt (210 Meter).

Es wird sich zeigen, ob Franziskus' Rede ans marokkanische Volk, Vertreter der Regierung, der Zivilgesellschaft und dem Diplomatischen Korps ebenso eindrücklich wird. Der Papst hätte jedenfalls hier die Gelegenheit, Probleme des Landes - etwa die mangelnde Achtung einiger Menschenrechte, Korruption oder hohe Jugendarbeitslosigkeit - anzusprechen.

Den interreligiösen Dialog kann er am frühen Abend beim Besuch der Imamschule "Institut Mohammed VI" vertiefen. Die nach dem König benannte Einrichtung finanzierte dieser mit umgerechnet rund 22 Millionen Euro, heißt es. 800 Ulema - Religionsgelehrte des Islam - aus verschiedenen Ländern, Männer wie Frauen, werden dort ausgebildet. Neben Marokko kommen die Schüler aus Mali, Frankreich, Libyen, Nigeria, Tunesien oder der Elfenbeinküste. Ein Grußwort des Papstes ist laut offiziellem Vatikanprogramm nicht vorgesehen; laut der Erzdiözese Rabat jedoch schon.

Die Kirche in Marokko wird stark von Migranten geprägt, zudem ist der Maghreb-Staat sowohl Ziel, Transit- wie auch Ursprungsland von Migranten. Bei seinem Treffen mit Einwanderern am Sitz der Caritas der Erzdiözese Rabat könnte der Papst zum Ende seines ersten Besuchstags daher Migration als weiteres Thema setzen.

Am zweiten Tag der Marokkoreise verschiebt sich der Fokus vom interreligiösen Dialog zur Ökumene: Am Sonntag, 31. März, besucht Franziskus zunächst ein Sozialzentrum in Temara, bevor er in der Kathedrale von Rabat Priester, Ordensleute und Vertreter des Ökumenischen Rates der Kirchen tritt. Hier hält er seine zweite Ansprache der Reise. Die Minderheit der Christen in Marokko dürfte Franziskus im Glauben und ihrer Einheit stärken und ihnen Mut machen. Ähnliches gilt für die große Schlussmesse am Sonntagnachmittag im "Prince-Moulay-Abdellah-Stadion". Zu dem Gottesdienst in der Sportanlage im Südwesten Rabats erwarten die Papstbesuchsorganisatoren an die 10.000 Gläubige. Die Gesamtzahl der Katholiken in Marokko beziffert der Vatikan auf etwa 23.000; es gibt nur zwei Erzdiözesen im Land: Rabat und Tanger.

Der Erzbischof von Rabat, Cristobal Lopez, erhofft sich vom Papst, dass er die Minderheit der Katholiken im Land in ihrer Position stärken kann. "Für die Marokkaner ist diese Reise sehr wichtig, weil sie in gewisser Weise eine Anerkennung der Bestrebungen des Landes zu einem moderaten Islam des Dialogs und der Toleranz darstellt", sagte er dem italienischen Pressedienst SIR.
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