Donnerstag 19. Oktober 2017
myKathpress LOGIN

Vatikan ermittelt weiter gegen Diplomaten wegen Kinderpornos

Sprecher Burke: Auslieferungsbegehren seitens der kanadischen Behörden liegt nicht vor
13.10.2017, 08:51 Uhr Vatikan/Kanada/Kriminalität/Missbrauch/Kirche/Justiz
Vatikanstadt, 13.10.2017 (KAP) Die vatikanische Justiz ermittelt weiter gegen einen Mitarbeiter der päpstlichen Botschaft in Washington wegen Kinderpornografie. Ein Prozesstermin stehe noch nicht fest, teilte Vatikansprecher Greg Burke mit. Die Nachforschungen erforderten "internationale Zusammenarbeit". Ein Auslieferungsbegehren seitens der kanadischen Behörden liege nicht vor.

Italienische Medien hatten am Donnerstagnachmittag unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Quellen in der Kurie gemeldet, der in Kanada mit Haftbefehl gesuchte Diplomat solle nicht ausgeliefert werden. Der Vatikan lehne dies mit Verweis auf die diplomatische Immunität des Geistlichen ab. Anfragen an das vatikanische Presseamt mit Bitte um Stellungnahme blieben mehrere Stunden unbeantwortet. Burke sprach in seiner Erklärung am Abend von "falschen Nachrichten".

Ermittler im kanadischen Bundesstaat Ontario werfen dem Mitarbeiter der Vatikanbotschaft in Washington vor, während eines Aufenthalts im kanadischen Windsor zu Weihnachten 2016 kinderpornografisches Material über einen kirchlichen Rechner heruntergeladen und weiterverbreitet zu haben. Die kanadische Diözese London bestätigte, es gebe einen entsprechenden Verdacht. Der betreffende Geistliche, ein 50-jähriger Italiener, wurde aus Washington abberufen und wohnt nach Medieninformationen inzwischen am Sitz des Vatikangerichts, ist aber nicht inhaftiert.

Die kanadische Justiz erließ Ende September einen landesweiten Haftbefehl gegen den Mann. Der italienische Online-Dienst "Vatican Insider" meldete daraufhin aus Kurienquellen, der Haftbefehl sei bekannt, die kanadische Justiz habe aber kein Festnahmeersuchen an die Vatikanbehörden gestellt. Das vatikanische Strafrecht sieht für die Verbreitung von Kinderpornografie zwischen einem und fünf Jahren Haft und eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro vor.
  • Foto
  • Audio
  • Video
  • "Afrika braucht Hilfe dabei, seine eigene Infrastruktur zu schaffen"

    11.10.2017, 11:58 Uhr
    Salesianerpater Jorge Crisafulli, Leiter des Kinderschutzzentrums Don Bosco Fambul in...

    "Migration ist eine Alternative - aber nur die legale Form"

    11.10.2017, 11:57 Uhr
    Salesianerpater Jorge Crisafulli, Leiter des Kinderschutzzentrums Don Bosco Fambul in...

    "Aunties" laden Westafrikas Jugendliche nach Europa ein

    11.10.2017, 11:57 Uhr
    Salesianerpater Jorge Crisafulli, Leiter des Kinderschutzzentrums Don Bosco Fambul in...

    "Sozio-ökonomische Folgen der Ebola-Krise für Kinder dauern an"

    11.10.2017, 11:57 Uhr
    Salesianerpater Jorge Crisafulli, Leiter des Kinderschutzzentrums Don Bosco Fambul in...
Die neue Kathpress-APP ist da!

Hier kostenlos die neue Kathpress-APP herunterladen Hier kostenlos die neue Kathpress-APP herunterladen

Jetzt kostenlos herunterladen!  » mehr Infos

Letzte Tweets

© 1947-2017 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
Darstellung:
https://www.kathpress.at/