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Nur 24 Prozent der Tschechen halten Kirchen für vertrauenswürdig

Tschechische Akademie der Wissenschaften: Absturz hängt offensichtlich mit den kirchlichen Restitutionen zusammen
07.12.2017, 12:11 Uhr Tschechien/Soziologie/Kirche/Umfrage /Vertrauensindex
Prag, 07.12.2017 (KAP) In den Augen der tschechischen Bevölkerung sind die Kirchen die mit Abstand am wenigsten vertrauenswürdigen Institutionen, und nur 24 Prozent haben Vertrauen in sie. Dies hat eine im Oktober durchgeführte und kürzlich präsentierte Umfrage des Zentrums für Erforschung der öffentlichen Meinung am Soziologischen Institut der Tschechischen Akademie der Wissenschaften ergeben.

Das meiste Vertrauen wird unter den zur Auswahl gestellten zwölf Institutionen der Armee entgegengebracht. Dem Heer folgen die Polizei und die Gerichte. Diese erfreuen sich seit 20 Jahren steigender Gunst.

Auf der fünfteiligen Skala möglicher Antworten bekannten vier von 100 Befragten, den Kirchen "entschieden zu vertrauen" und 20, ihnen "eher zu vertrauen". 29 wollen den Kirchen "eher nicht vertrauen" und 37 "entschieden nicht vertrauen". Zehn Befragte ließen die Antwort offen.

Nach dem massiven Vertrauensverlust in der 2. Jahreshälfte 2012 und einem nachfolgenden maßvollen Wiederanstieg schwanke das Vertrauen in die Kirchen nunmehr rund um 25 Prozent, so das Meinungsforschungsinstitut in seiner eigenen Analyse. Die Kirchen würden also "weiterhin schlechter bewertet als im Zeitraum vor dem Absturz, der offensichtlich mit den kirchlichen Restitutionen zusammenhängt".

Auch NGOs nicht positiv bewertet

Den Konnex mit einem einschneidenden Ereignis stellen die Meinungsforscher auch bei der Bewertung der "nicht gewinnorientierten Organisationen" (der NGOs) her. Bis zum März des Jahres 2015 hätten Vertrauen und Misstrauen einander die Waage gehalten, dann jedoch sei die Schere auseinandergegangen, um sich seit November 2016 vollends auseinander zu bewegen.

Höchstwahrscheinlich spiegle sich in der Vertrauenswürdigkeit der NGOs "deren Partizipation bei der Lösung der Flüchtlingskrise, die von der Öffentlichkeit widersprüchlich wahrgenommen" werde, so die Prager Meinungsforscher. Die ältere Generation äußere sich etwas skeptischer als die jüngere. Ein gravierender Unterschied zwischen den Geschlechtern und Bildungsschichten sei aber nicht auszumachen.

Nur beim Lebensstandard trete eine Diskrepanz hervor: Von den mit ihrer Wohnsituation Zufriedenen vertrauten den NGOs 38 Prozent der Befragten, von jenen, die einen niedrigen Lebensstandard bekannten, nur 20, während 48 Prozent der Gutsituierten den NGOs misstrauen, von den Schlechtergestellten hingegen 68.
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