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Evangelische Allianz protestiert gegen VfGH-Ehe-Entscheidung

Netzwerk evangelikaler Kirchen kritisiert Höchstgericht: "Weitreichende definitorische Autorität in Anspruch genommen, die bedenklich stimmen muss"
07.12.2017, 17:04 Uhr Österreich/Evangelische/Verfassung/Gericht/Homosexualität/Familie
Wien, 07.12.2017 (KAP) Die Österreichische Evangelische Allianz (ÖEA) steht der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) zur Ehe "höchst kritisch und ablehnend gegenüber und legt Protest gegen sie ein". Das hat der Zusammenschluss von Mitgliedern der evangelischen Kirchen und der Freikirchen am Donnerstag in einer Aussendung betont. So stehe der VfGH-Entscheidung zur Ermöglichung der "Ehe für alle" "im Widerspruch zu Wortlaut und Sinn der Ehebestimmungen des ABGB, wo die Ehe explizit als Institut von zwei Personen verschiedenen Geschlechts bestimmt wird". Dies stelle laut ÖEA "keine Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare dar, weil der Ehebegriff eine spezifische Sache meint, die ihrem Wesen nach nur bei einer Verbindung von Mann und Frau gegeben ist".

Der VfGH berücksichtige weiters nicht, dass "die mögliche - und nach unserer christlichen Überzeugung von Gott gewollte - leibliche Elternschaft und mit ihr das Recht des Kindes auf Vater und Mutter ein konstitutives Element des Eheinstituts ist". Der Staat müsse ein besonderes Interesse an der verschiedengeschlechtlichen Ehe haben und sollte diese besonders fördern, da sie die natürliche Keimzelle der Gesellschaft darstelle. Sie biete den Raum für ein sicheres und gemeinschaftliches Aufwachsen von Kindern in familiärer Geborgenheit. "Der VfGH nimmt mit dieser Entscheidung eine sehr weitreichende definitorische Autorität in Anspruch, die bedenklich stimmen muss. Er definiert den Ehebegriff in bewusstem Gegensatz zum tradierten rechtlichen, religiösen und allgemein gesellschaftlichen Verständnis von Ehe. Wir fragen uns, ob ihm diese Hoheit wirklich zusteht, oder ob er damit nicht über sein Mandat hinausgeht, die Verfassungsgemäßheit rechtlicher Regelungen zu beurteilen", so die ÖEA.

Sie hob auch mögliche gesellschaftspolitische Auswirkungen dieser Entscheidung hervor: Denn bislang hätten Christen wie auch andere Religionsgemeinschaften ihr religiöses Eheverständnis in weitgehender Übereinstimmung mit dem zivilen Eheinstitut gesehen. Die gegenständliche Entscheidung des VfGH sei geeignet, diese Übereinstimmung durch eine zeitgeistige Umdeutung des Ehebegriffs zu gefährden und Religionsgemeinschaften von den staatlichen Behörden zu entfremden. Auf längere Sicht stelle sich die Frage, "ob dies nicht zu einem sicherlich nicht erwünschten Nebeneinander von ziviler und religiöser Ehe führen könnte".

Sorge hat die ÖEA auch, "dass sich Christen, die der biblischen, allgemein-christlichen und herkömmlichen Lehre in Bezug auf die Ehe folgen, mehr und mehr in einer marginalisierten Position wiederfinden, und dass sie in Zukunft gesetzlich belangt werden könnten, wenn sie sich jener 'Diskriminierung' schuldig machen, die der VfGH in den derzeitigen gesetzlichen Regelungen sieht". Dabei seien Christen der Überzeugung, dass eine Diskriminierung nur dann vorliege, wenn Gleiches ungleich behandelt werde, "dass es aber genauso falsch ist, Ungleiches gleich zu behandeln, wie es in diesem Falle unserer Meinung nach geschieht".
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