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Historiker: Definition von Judentum keine politische Theorie

Symposion in Wien zu "70 Jahre Staat Israel: Geschichte - Konflikte - Theologie" - Israelischer Historiker Zimmermann: "Jude ist derjenige, der nach Bestimmungen der Religion Jude ist" - Theologin Polak: "Israel faszinierendes, beeindruckendes und auch sehr widersprüchliches Land"
17.05.2018, 16:42 Uhr Österreich/Kirche/Judentum/Geschichte/Polak/Zimmermann
Wien, 17.05.2018 (KAP) Die Definition dessen, was Judentum ist und was es bedeute, Jude zu sein, ist für den israelischen Historiker Moshe Zimmermann nicht mit politischen Theorien zu leisten, sondern kommt aus dem Bereich der Religion. "Jude ist derjenige, der nach Bestimmungen der Religion Jude ist", so der emeritierte Professor der "Hebrew University" in Jerusalem am Mittwochabend bei einer Veranstaltung in Wien. Maßgeblich für eine solche Definition sei der Zionismus des späten 19. Jahrhunderts gewesen. Idee des Zionismus war es nicht nur gewesen, "einen neuen Juden zu schaffen, sondern eine neue Definition des Judentums", so die Einschätzung des Historikers.

Innerhalb der theologischen Auffassung gebe es freilich unterschiedliche Aspekte dessen, was Judentum ist und wer Jude sei: "Es gibt die orthodoxen Juden, die Reformjuden, die liberalen Juden und die traditionellen Juden."

Zimmermann äußerte sich im Rahmen des Symposions "70 Jahre Staat Israel: Geschichte - Konflikte - Theologie", zu dem die "Theologischen Kurse" der Erzdiözese Wien am Mittwoch ins Wiener Curhaus eingeladen hatten. Neben Zimmermann nahmen Louise Hecht vom Institut "Jüdische Studien und Religionswissenschaften" der Universität Potsdam und Regina Polak vom Institut für praktische Theologie der Universität Wien teil.

Hecht sieht den Zionismus auf drei Arten mit Europa verbunden: mit dem Thema des Antisemitismus, dem europäischen Nationalismus und als Teil einer europäischen Kolonialpolitik.

Regina Polak näherte sich dem Thema Israel auf eine christlich-theologische Weise an. Für sie steht fest, dass Israel "ein faszinierendes, beeindruckendes und auch ein sehr widersprüchliches Land" ist. Exemplarisch nannte Polak Gründe, die immer wieder zu Spannungen zwischen Juden und Christen mit Blick auf Israel führten: "Das Land Israel hat für Juden und Christen eine höchst divergente religiöse Bedeutung." Zusätzlich betonte Polak auch den "ethnischen und konfessionellen Pluralismus" und "die Zerstrittenheit der Christen in Israel".



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