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Kindergarten-Ausbau: Familienverband begrüßt politische Einigung

Katholischer Familienverband der Erzdiözese Wien sieht flexiblen Einsatz der finanziellen Mittel positiv, vermisst in den politischen Konzepten aber qualitative Aspekte
14.09.2018, 13:22 Uhr Österreich/Kirche/Politik/Kindergärten/Kath.Familienverband/St.Niklausstiftung
Wien, 14.09.2018 (KAP) Der Katholische Familienverband der Erzdiözese Wien begrüßt die jüngste politische Annäherungen bei den Gesprächen zur Finanzierung der Kindergärten, sieht zugleich aber nach wie vor große Baustellen. "Dem Plan, Teile der Gelder im Rahmen gewisser Möglichkeiten flexibel einzusetzen, stehen wir sehr positiv gegenüber. So kann auf die unterschiedlichen regionalen Bedürfnisse besser eingegangen werden und das Geld dort verwendet werden, wo es gebraucht wird", lobte Barbara Fruhwürth, Vorsitzende des Familienverbandes Wien. Gerade für Wien würden sich hier sehr gute Möglichkeiten ergeben.

Der geplante Ausbau der Kinderbetreuung sowie die sprachliche Frühförderung seien für den Familienverband sehr wichtige Bereiche, jedoch werde der qualitative Ausbau vermisst. "Gruppengröße und Betreuungsschlüssel sind wichtige Aspekte für eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung. Diese vermissen wir in der derzeitigen Diskussion und fordern daher einen Schwerpunkt in diese Richtung", so Frühwürth.

Auch dem verpflichtenden zweiten Kindergartenjahr steht die Verbandsvorsitzende nicht nur positiv gegenüber: "Ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr soll es nur für jene geben, die es wirklich benötigen. Eine Zwangsverpflichtung lehnen wir ab."

Das Kopftuchverbot im Kindergarten begrüßt der Familienverband grundsätzlich. Auf jeden Fall seien Gespräche mit den Eltern zu führen. Von Strafen oder Sanktionen sollte weitgehend abgesehen werden.

"Es ist nun wichtig, die Gelder möglichst rasch effizient einzusetzen und die Verwendung der finanziellen Mittel laufend zu kontrollieren", so die Vorsitzende abschließend.

Die Bundesregierung und SP-geführte Bundesländer haben am Mittwoch eine weitgehende Annäherung bei der Finanzierung des Kindergarten-Ausbaus erzielt. Einige Details sollen dieser Tage noch geklärt werden. Laut dem burgenländischen Landeshauptmann Hans Niessl wurde vereinbart, dass ein Teil der Mittel von den Ländern flexibel verwendet werden kann. Der Bund will bis 2021/22 jährlich jeweils 142,5 Millionen Euro zuschießen, die in das verpflichtende Kindergartenjahr für Fünfjährige, in den Ausbau der Betreuungsplätze sowie in die sprachliche Frühförderung fließen sollen. Ein bestimmter Prozentsatz soll innerhalb dieser Bereiche umgeschichtet werden dürfen. Außerdem soll es keine Sanktionen geben, wenn die Ausbauziele zwar verfehlt wurden, das Geld aber widmungsgemäß verwendet wurde.

Nikolausstiftung mahnt Reformen ein

Die St. Nikolausstiftung der Erzdiözese Wien hat unterdessen in einer Aussendung dringende Reformen im Bereich der Elementarpädagogik eingemahnt. "Politisch ist der Kindergarten gerade zwischen Bund und Ländern heiß umkämpft. Auch innerhalb der Regierung wird der Kindergarten zwischen den Ministerien hin und her gespielt. Erwartet wird von der ersten Bildungseinrichtung viel, leisten tut sie (angeblich) zu wenig und zuständig will schlussendlich niemand sein", so Elmar Walter, Geschäftsführer der St. Nikolausstiftung wörtlich.

Im Sinne einer Partizipation wäre es notwendig, mit Experten aus der Praxis zu sprechen und zu klären, welche Erwartungen der Kindergarten erfüllen soll und welche er unter den gegebenen Rahmenbedingungen erfüllen kann. Walter: "Die Strukturen vor Ort sind die gleichen wie vor 30 Jahren, aber die Anforderungen steigen." Beobachtungen von Kindern, Dokumentation und Reflexion, die Vorbereitung und Begleitung bei Übergängen sowie Sprachförderung seien nur eine Auswahl der erweiterten und neuen Anforderungen. Die Weiterbildung der Pädagogikkräfte in diesen Bereichen obliege aber in erster Linie den Trägerorganisationen. Dass damit auch die Qualität abhängig von der Trägerorganisation ist, liege "klar auf der Hand", so Walter.

Zur St. Nikolausstiftung Erzdiözese Wien gehören derzeit 86 Standorte mit rund 1.050 Mitarbeiteren und circa 6.100 Kindern.
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