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Papst besucht am Samstag Sizilien und ehrt Anti-Mafia-Priester

Anlass der eintägigen Reise ist der 25. Todestag des seligen Giuseppe "Pino" Puglisi, der vor genau 25 Jahren von der Mafia ermordet wurde
14.09.2018, 15:42 Uhr Italien/Papst/Kirche/Gesellschaft/Kriminalität/Mafia/Sizilien
Rom, 14.09.2018 (KAP) Papst Franziskus besucht am Samstag die sizilianischen Diözesen Piazza Amerina und Palermo. Anlass der eintägigen Reise ist der 25. Todestag des seligen Giuseppe "Pino" Puglisi. Der Anti-Mafia-Priester, der sich vor allem um Jugendliche kümmerte, um sie von Drogen und dem organisierten Verbrechen fernzuhalten, wurde am 15. September 1983 von zwei Mafiamördern erschossen. Aus Puglisis Engagement für die Armen entstanden Einrichtungen der Jugendhilfe und der Sozialarbeit, die nach ihm benannt sind.

Als Pfarrer in Palermo hatte sich Puglisi ausdrücklich gegen die Mafia ausgesprochen und dabei auch örtliche Bosse namentlich genannt. Das war den "Paten" auf die Nerven gegangen, wie einer der Auftragskiller später zu Protokoll gab. Es war der erste Mord an einem Geistlichen, den die Mafia auf Sizilien beging.

Vor gut fünf Jahren sprach die katholische Kirche den mutigen Priester selig. Der Gottesdienst mit rund 100.000 Menschen war auch eine Anti-Mafia-Demonstration. Nun kommt Papst Franziskus, um erneut den Seligen und sein Werk zu ehren. Zugleich will der Papst noch einmal klar machen, dass Mafia und Kirche nichts gemein haben.

Auch in jüngster Zeit gab es immer wieder Berichte von kirchlichen Prozessionen in Süditalien, bei denen es vereinzelt zu Ehrerbietungen vor den Häusern örtlicher Bosse kommt. Die Bischöfe suchen das zu unterbinden. Und der Papst hat bereits früher bekräftigt, dass Mafiosi sich durch ihre Taten automatisch exkommunizieren.

Franziskus reist am Samstag zunächst nach Piazza Armerina in der Mitte Siziliens und anschließend in die Hauptstadt Palermo. Dort ist um 11.15 Uhr eine Messe unter freiem Himmel zu Ehren Don Puglisis vorgesehen. Im Anschluss besucht der Papst eine der Einrichtungen, die auf den Anti-Mafia-Priester zurückgehen. Dort isst er mit Gästen sowie einigen Strafgefangenen und Migranten zu Mittag. Anschließend ist ein privater Besuch im Stadtteil Brancaccio geplant, einem sozialen Brennpunkt, in dem Puglisi vor allem wirkte.

Bei weiteren Begegnungen, in der Kathedrale mit Klerikern und Ordensleuten sowie anschließend auf der Piazza Politeama mit Jugendlichen, wird Franziskus zwei Ansprachen halten. Auf dem Platz soll ein 4,60 Meter großes Holzkreuz errichtet sein, gezimmert aus den Trümmern eines Flüchtlingsbootes. Am Abend fliegt der Papst nach Rom zurück.
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