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Kreml kritisiert Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel

Sprecher von Staatspräsident Putin: Moskau will "Einheit der orthodoxen Welt" erhalten - Leitungsgremium der russisch-orthodoxen Kirche am Freitag in Moskau zu Sondersitzung zusammengetroffen
14.09.2018, 15:45 Uhr Russland/Ukraine/Kirche/Konflikte/Politik/Orthodoxie
Moskau, 14.09.2018 (KAP/KNA) Russlands Regierung kritisiert die Initiative des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., für eine eigenständige orthodoxe Landeskirche in der Ukraine. "Sicherlich ist das eine beunruhigende Information", sagte der Sprecher von Staatspräsident Waldimir Putin, Dimitri Peskow, am Freitag nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. Moskau wolle die "Einheit der orthodoxen Welt" erhalten.

Die einzige von der Weltorthodoxie anerkannte Kirche in der Ukraine untersteht bisher dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hatte vor einer Woche zwei Bischöfe zu Exarchen für die Ukraine ernannt und sie beauftragt, in dem Land die Bildung einer eigenständigen (autokephalen) und damit von Moskau unabhängigen Kirche vorzubereiten. Das Moskauer Patriarchat betrachtet die Ukraine als ihr kanonisches Territorium und spricht Konstantinopel das Recht ab, Bischöfe für das osteuropäische Land zu ernennen.

Die russisch-orthodoxe Kirche hatte das Vorgehen des Ökumenischen Patriarchen scharf verurteilt. Der Außenamtschef des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, warf dem Patriarchat von Konstantinopel vor, einen "Krieg nicht nur gegen die russische Kirche, nicht nur gegen das ukrainische orthodoxe Volk" zu führen. "Das ist ein Krieg im Grunde genommen gegen die Einheit der ganzen Weltorthodoxie", sagte er vor wenigen Tagen in einem TV-Interview.

Das Leitungsgremium der russisch-orthodoxe Kirche, der Heilige Synod, kam am Freitag in Moskau zu einer Sondersitzung zusammen, um seine Reaktion auf den Schritt Konstantinopels festzulegen.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hatte dem ukrainischen Staatspräsidenten Petro Poroschenko am Donnerstagabend eine grobe Einmischung in Kirchenangelegenheiten vorgeworfen. Poroschenko wirbt seit langem für eine eigenständige orthodoxe Landeskirche in der Ukraine.

Im April hatte Poroschenko mit Unterstützung des Parlaments in Kiew Bartholomaios I. offiziell aufgefordert, der orthodoxen Kirche in der Ukraine die Autokephalie (Eigenständigkeit) zu verleihen. Der russisch-orthodoxen Kirche warf er vor, ein "politisches Werkzeug" von Kreml-Chef Wladimir Putin zu sein. Sie unterstütze "Putins Hybrid-Krieg gegen die Ukraine".
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