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Neuer KA-Präsident warnt vor Entsolidarisierung der Gesellschaft

Leopold Wimmer
Leopold Wimmer im "Presse"-Interview: "Gefahr, dass in der Politik in Österreich Gruppenbildungen gefördert werden und eine Gruppe gegen die andere auszuspielen versucht wird" - Stimme der katholischen Laien in Gesellschaft soll wieder deutlich gehört werden, "zusammen mit den Bischöfen als gemeinsame Stellungnahme von Gläubigen"
Kirche
08.11.2018, 10:15 Uhr Österreich/Kirche/Politik/Katholische.Aktion/Wimmer
Wien, 08.11.2018 (KAP) Vor der zunehmenden Entsolidarisierung der österreichischen Gesellschaft hat der neue Präsident der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), Leopold Wimmer, gewarnt. "Ich sehe derzeit die Gefahr, dass in der Politik in Österreich Gruppenbildungen gefördert werden und eine Gruppe gegen die andere auszuspielen versucht wird", sagte Wimmer in einem Interview der Tageszeitung "Die Presse" (Donnerstag). Damit meine er nicht nur das Ausspielen von In- und Ausländer sondern etwa auch von sogenannten "Leistungswilligen" und anderen. Er werde sich in seiner Funktion als KA-Präsident sicherlich auch öffentlich gegen jede Entwicklung aussprechen, die zur Entsolidarisierung in der Gesellschaft führt.

Die Katholische Aktion hat laut Wimmer zwei wesentliche Aufgaben: "Menschen in ihrem Glauben zu bestärken und in Gemeinschaft zu befähigen, einen lebendigen, bereichernden Glauben zu leben und zum anderen, sich in die Gesellschaft einzubringen." Er wies in diesem Zusammenhang etwa auf Aktionen wie den Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung, die Aktion "Sei so frei" der Katholischen Männerbewegung oder das Sternsingen der Jungschar hin.

Die Ansicht, dass der Stellenwert der Katholischen Aktion innerkirchlich wie gesellschaftlich zuletzt gesunken sei, teile er nicht, so Wimmer. "Es gibt eine Reihe weiterer Bewegungen und Engagements. Darüber hinaus hat die Pluralisierung in der Gesellschaft zugenommen", so der KA-Präsident. Den derzeit von der Bischofskonferenz angestoßenen Reformprozess beschrieb Wimmer so: "Es gibt mittlerweile viele Gruppen in der katholischen Kirche, die sich engagieren. Ein Gemeinsames aller Gruppen zu schaffen, das ist Zielsetzung des Prozesses." Er wolle weniger von Reform als vielmehr von einem "Aufbruch" sprechen, so der KA-Präsident. Die Stimme der Laien in der Gesellschaft solle wieder deutlich gehört werden, "zusammen mit den Bischöfen als gemeinsame Stellungnahme von Gläubigen".

Zum Thema Diakoninnen bzw. Priesterinnen meinte Wimmer: "Das ist ein Thema, das in der Kirche zu diskutieren ist. Ich würde es positiv sehen, wenn Männer und Frauen ihre Fähigkeiten in die Kirche einbringen können, dazu gehört eben auch die Fähigkeit, im Glauben zu leiten." Da derzeit Diakon- und Priesteramt für Frauen nicht möglich sind und das Leitungsamt in einer Pfarre an die Priesterweihe gebunden ist, spreche er sich dafür aus, "eine Weiterentwicklung anzudenken und im Tempo der katholischen Kirche auch umzusetzen". Persönlich könne er sich auch Diakoninnen und Priesterinnen in der katholischen Kirche vorstellen.

Freilich: "Wenn man sich zu sehr auf die Priesterweihe fokussiert, setzt das ein für mich nicht mehr ganz zeitgemäßes klerikales Denken fort", fügte der KA-Präsident hinzu. Für die Menschen sei es viel wichtiger, "dass sie Gemeinschaften haben, in denen sie gestärkt werden und miteinander den Glauben leben können".
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