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Bischöfe zu Ärztegesetz: Sterbehilfe unmissverständlich verbieten

Alte und junge Hand
Bischofskonferenz in Stellungnahme zu Gesetzesvorschlag: Aus Würde und Selbstbestimmung keinesfalls "Recht auf Beihilfe zur Selbsttötung" oder "Recht des Arztes, einen Patienten auf dessen Wunsch zu töten" ableitbar
Lebensende
09.11.2018, 14:51 Uhr Österreich/Kirche/Medizin/Sterbehilfe/Ethik/Gesetz/Bischofskonferenz
Wien, 09.11.2018 (KAP) Die österreichische Bischofskonferenz fordert einen noch deutlicheren Hinweis im neuen Ärztegesetz, dass das Verbot aktiver Sterbehilfe nicht verändert oder aufgeweicht wird. Wenn der Gesetzgeber festgehalten habe, mit der Novellierung werde "keinesfalls eine Rechtsgrundlage für Euthanasie geschaffen", sei folglich auch "wachsam darauf zu achten, dass die Novellierung nicht zur Rechtfertigung von Maßnahmen aktiver Sterbehilfe missbraucht wird", heißt es in einer von Generalsekretär Peter Schipka unterzeichneten Stellungnahme zum neuen Gesetz. Eine exakte Formulierung sei nötig, um dieses Risiko auszuschließen.

Keinesfalls könne man ein "Recht auf Beihilfe zur Selbsttötung" oder das "Recht des Arztes, einen Patienten auf dessen Wunsch zu töten" ableiten - und zwar weder aus dem Begriff der Würde noch aus dem der Selbstbestimmung, betonten die Bischöfe. Ärztliches Handeln dürfe nie auf Tötung abzielen, da dies der Würde des Menschen wie auch dem ärztlichen Ethos widerspräche. Beidem gerecht werde man hingegen durch Beistand des Menschen in seiner letzten Lebensphase sowie durch Linderung seiner Leiden auf physischer, psychischer und spiritueller Ebene. Das Konzept der Palliative Care, bei dem das Leben bejaht, das Sterben als einen zum Leben gehörigen Prozess betrachtet und der Tod nicht absichtlich beschleunigt wird, liefere hier einen wichtigen Beitrag.

Lob äußerten die katholischen Bischöfe für die Klarstellung, wonach Ärzte Patienten in der Sterbephase zur Linderung schwerster Schmerzen und Qualen starke Schmerzmittel verabreichen dürfen, auch wenn diese als nicht beabsichtigte Nebenwirkung das Leben möglicherweise verkürzen können: Sei der Tod nicht mehr aufzuhalten und eine Therapie sinnlos - da medizinisch nicht mehr indiziert - so bedeute dies "keine aktive Tötung, sondern vielmehr, dem Sterben seinen Lauf zu lassen".

Als Formulierung der strittigen Absätze im Gesetz schlagen die Bischöfe vor, die "Sterbenden" noch klarer als "Patienten, deren Tod unmittelbar und absehbar bevorsteht" zu definieren. Erst "wenn andere Mittel fehlen" sollten im Rahmen palliativmedizinscher Maßnahmen "Handlungen, deren Nutzen zur Linderung schwerster Schmerzen und Qualen im Verhältnis zum Risiko einer indirekten Beschleunigung des Verlustes vitaler Lebensfunktionen überwiegt" gesetzt werden dürfen. Von den Bischöfen eingeforderter Nachsatz: "Keinesfalls darf eine unmittelbar tödliche Dosis eines Medikaments verabreicht oder eine andere tödliche Handlung im Sinne von Paragraph 77 und 78 des Strafgesetzbuches vorgenommen werden mit dem Vorsatz, das Leben des Patienten zu beenden."
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