Donnerstag 21. Februar 2019
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Visitation der Diözese Gurk - Kurze Chronologie der Ereignisse

Von der Ernennung von Bischof Schwarz zum neuen Bischof von St. Pölten am 17. Mai 2018 bis zum Beginn der Apostolischen Visitation durch Erzbischof Franz Lackner am 14. Jänner
14.01.2019, 11:35 Uhr Österreich/Kirche/Visitation
Wien, 14.01.2019 (KAP) Am 20. Dezember 2018 wurde der Salzburger Erzbischof Franz Lackner von Papst Franziskus zum Apostolischen Visitator der Diözese Gurk ernannt. Bei der am Montag (14. Jänner) vor Ort beginnenden Visitation hat Erzbischof Lackner sein Team dafür und den Visitationsauftrag bekannt gegeben, der sich auf die Diözese Gurk und die Vorgänge seit 2008 bis einschließlich der gegenwärtigen Sedisvakanz bezieht. "Kathpress" dokumentiert die wichtigsten Ereignisse die dazu geführt haben:

17. Mai 2018 - Papst Franziskus nimmt den altersbedingten Rücktritt des St. Pöltner Bischofs Klaus Küng (77) an und bestimmt den seit 17 Jahren die Diözese Gurk-Klagenfurt leitenden Bischof Alois Schwarz (65) zu dessen Nachfolger. Die Ernennung von Bischof Schwarz wird allgemein positiv aufgenommen.

15. Juni - Das Magazin "News" erhebt schwere Vorwürfe gegen die Amtsführung von Bischof Alois Schwarz, die vor allem den Umgang mit dem Mensalgut und die persönliche Lebensführung betreffen. Bischof Schwarz weist die Vorwürfe von sich. Die mediale Debatte nimmt dennoch weiter zu.

24. Juni - Bischof Schwarz verabschiedet sich mit einer Dankmesse im Klagenfurter Dom von der Diözese Gurk und wird für sein Wirken gewürdigt. Generalvikar Engelbert Guggenberger würdigt den scheidenden Bischof als "herausragende Persönlichkeit, große Stimme und lieben Menschen", der das religiöse Klima in Kärnten "überdurchschnittlich stark und nachhaltig geprägt hat".

1. Juli - Mit einem Festgottesdienst im St. Pöltner Dom und unter zahlreicher Teilnahme aus Kirche, Politik und Gesellschaft tritt Alois Schwarz sein Amt als neuer Bischof der Diözese St. Pölten an.

2. Juli - Das Gurker Domkapitel wählt Dompropst Engelbert Guggenberger (65) zum Diözesanadministrator, der damit während der Sedisvakanz die Diözese Gurk-Klagenfurt leitet. Unmittelbar nach der Wahl kündigt Guggenberger eine umfassende Prüfung der wirtschaftlichen und personellen Situation im bischöflichen Mensalgut (Bistum Gurk) an und setzt wenig später eine Arbeitsgruppe dazu ein. Erste Maßnahmen sind dann u.a. die Wiederinkraftsetzung des bis Anfang 2018 geltenden Statuts für das bischöfliche Mensalgut und die Kündigung der Leiterin des Bildungshauses St. Georgen am Längsee.

1. August - Bischof Alois Schwarz bittet den Vatikan um Klärung der Vorwürfe gegen ihn aus seiner Zeit als Bischof in Kärnten und übermittelt der Bischofskongregation eine Sachverhaltsdarstellung.

10. Dezember - Die Diözese Gurk-Klagenfurt sagt die ursprünglich für 11. Dezember geplante Pressekonferenz, bei der der Prüfbericht über das bischöfliche Mensalgut präsentiert werden sollte, ab. Angewiesen hat die Absage die Bischofskongregation, die sämtliche Unterlagen erhält. Bischof Schwarz begrüßt die vatikanische Entscheidung und erklärt seinerseits, dass der inzwischen Rom vorliegende Rohbericht zur wirtschaftlichen Gebarung des Bistums Gurk die "Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften" bestätige. Es hätten keine Tätigkeiten stattgefunden, die den Bestand des Bistums gefährden oder seine Entwicklung wesentlich beeinträchtigen hätten können.

12. Dezember - Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger gibt weitreichende personelle und strukturelle Maßnahmen für das bischöfliche Mensalgut bekannt, die für die Dauer der Sedisvakanz gelten. Die sich weiter verstärkende Forderung nach einem offenen Umgang mit den Ergebnissen des Prüfberichtes wird auch von Kardinal Christoph Schönborn unterstützt. Als Vorsitzender der Bischofskonferenz werde er sich für "Klärung und Offenlegung" bei der vatikanischen Bischofskongregation einsetzen, so der Kardinal in einem Schreiben an den Vorstand der Kärntner Dechantenkonferenz.

18. Dezember - Bei einem kurzfristig einberufenem Pressetermin stellt das Gurker Domkapitel den Abschlussbericht zur wirtschaftlichen Prüfung des Bischöflichen Mensalguts vor. Diözesanadministrator Guggenberger wirft namens des Gurker Domkapitels Bischof Schwarz vor, dieser habe durch seine "Amts- und Lebensführung" inklusive "fragwürdiger Personalentscheidungen" inner- und außerkirchliche Kritik hervorgerufen und im ihm direkt unterstellten Bischöflichen Mensalgut auch materiellen Schaden verursacht. In der Folge entsteht eine heftige innerkirchliche und mediale Debatte.

20. Dezember - Rom greift in die Debatte rund um die Diözese Gurk erneut ein und ernennt den Salzburger Erzbischof Franz Lackner zum Apostolischen Visitator. Dieser soll im Auftrag des Papstes ein umfassendes Lagebild erheben und Mitte Jänner damit vor Ort beginnen. Kardinal Schönborn, Bischof Schwarz und Diözesanadministrator Guggenberger begrüßen die Entscheidung.

14. Jänner - Erzbischof Lackner beginnt mit der Visitation in der Diözese Gurk, die sich auf die Zeit seit 2008 bis einschließlich der Sedisvakanz bezieht. Mit im Visitationsteam sind u.a. der Feldkircher Bischof Benno Elbs, der steirische Caritasdirektor Herbert Beiglböck, der Grazer Spitalsdirektor Christian Lagger, der Münchner Kirchenrechtler Helmuth Pree und die Salzburger Ordinariatskanzlerin Elisabeth Kandler-Mayr.
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