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Experte: Pilger-Boom in Österreich hält an

Wegzeichen auf dem Jakobsweg
Pilgerpastoral-Verantwortlicher Roland Stadler: Zentrale Lage in Europa macht Österreich zu wichtigem Knotenpunkt und Transitland für viele Pilgerwege - Pilger-Saison startet heuer bereits am 23. Februar in Kärnten - Österreichweit gibt es rund 35 ausgebaute und betreute Pilgerwege mit einer Gesamtlänge von etwa 20.000 Kilometern
Pilgern
12.02.2019, 12:30 Uhr Österreich/Tourismus und Freizeit/Kirche/Pilgern/Stadler/Orden
Wien, 12.02.2019 (KAP) Einen anhaltenden Pilger-Boom in Österreich ortet der Kärntner Pilger-Experte Roland Stadler: Es gebe weiterhin ein ungebrochenes Interesse am spirituellen Unterwegssein, Wandern und Pilgern, um so einen neuen Zugang zur Spiritualität, Schöpfung, zu Gott und sich selbst zu finden, sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Freizeit- und Tourismuspastoral Österreich am Dienstag im Interview der Nachrichtenagentur "Kathpress". Bundesweit gibt es rund 35 ausgebaute und betreute Pilgerwege mit einer Gesamtlänge von etwa 20.000 Kilometern.

Zum "Pilgerland" werde Österreich vor allem durch seine zentrale Lage in Europa, die es zu einem Knotenpunkt und Transitland für viele Pilgerwege mache, erläuterte Stadler. Bekanntestes Beispiel dafür ist der Jakobsweg, der in Rumänien startet und u.a. über Ungarn und Österreich ins spanische Santiago de Compostela führt. Ein wichtiges Transitland ist Österreich aber etwa auch für die "Via Slavorum", die ihren Ausgang von Krakau aus nimmt und in Rom endet.

Die meisten Pilger in Österreich ziehe nach wie vor die "Magna Mater Austriae" in Mariazell an. Rund 800.000 Menschen besuchten laut Stadler jährlich das wichtigste Marienheiligtum Zentraleuropas, das auf sieben verschiedenen Wegen zu erreichen ist. Vor allem für Menschen aus den Ländern der ehemaligen Habsburgermonarchie habe Mariazell nach wie vor eine große Bedeutung.

Eine Renaissance erlebte in den vergangenen Jahren aber auch der "Wolfgangweg" von Regensburg nach St. Wolfgang im Salzkammergut, der im Mittelalter zu den wichtigsten Wallfahrtswegen überhaupt gehörte. Zu den weiteren Pilgerwegen durch Österreich gehören u.a. auch die "Hemmapilgerwege" nach Gurk, der "Rupert-Pilgerweg" in Salzburg, der sogenannte "Europäische Pilgerweg" (Via Nova), der "Martinsweg" von Ungarn über Eisenstadt nach Frankreich sowie zahlreiche andere, teils auch grenzüberschreitende Pilgerwege, darunter etwa der Marienweg, der Mariazell mit dem größten rumänischen Wallfahrtsort Csiksomlyo (Sumuleu Ciuc) in Siebenbürgen verbindet.

Die Motive fürs Pilgern sind laut Einschätzung des Pilger-Experten vielfältig und reichten vom Bedürfnis nach Entschleunigung in einem hektischen Alltag, über die Suche nach Orientierung und nach einem neuen Zugang zur Schöpfung und zu Gott, bis hin zur einfachen Freude am Unterwegssein und dem Kennenlernen neuer Landschaften und Kulturen.

Eine besondere Rolle beim Pilgern schreibt Stadler den Klöstern und Stiften zu. "An vielen Pilgerwegen liegen Klöster, die für Pilger Raststätten am Weg sind, Kultur oder die Möglichkeit zum Übernachten bieten" und so zu "Oasen" entlang der Wege werden. Zu einem längeren Verweilen in den Gemeinschaften laden vor allem Klöster und Stifte in Ober- und Niederösterreich ein.

Offiziell gestartet wird die Pilgersaison in Österreich heuer bereits am 23. Februar. Anlass ist das 10-jährige Bestehen des Benediktwegs in Kärnten. Die Wanderung führt von St. Paul im Lavanttal über das Rottensteiner- und Waldeggkreuz zum Zielort Lavamünd. In den meisten anderen Diözesen finde der Pilgerauftakt dann rund um Ostern statt, so Pilger-Experte Stadler. Ein Höhepunkt der heurigen Saison ist ein Pilgersymposium, das unter dem Titel "Wie passen Spiritualität und Tourismus zusammen? Pilgern als touristisches Arbeitsfeld" am 12. April im Bildungshaus Schloss Großrußbach im niederösterreichischen Weinviertel stattfindet. Bei dem Symposium werden u.a. der Göttweiger Abt Columban Luser und der lutherische Bischof Michael Bünker Impulse rund ums Pilgern geben. (Infos: www.pilgern.at oder www.pilgerwege.at)
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