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Brasilien: Bischof bestürzt nach Amoklauf mit 10 Toten an Schule

Tat löst Debatte über Freigabe von Schusswaffen sowie Absenkung der Altersgrenze zur vollständigen Strafmündigkeit aus
14.03.2019, 15:44 Uhr Brasilien/Kriminalität/Waffen/Schule/Kirche
Sao Paolo, 14.03.2019 (KAP/KNA) Nach dem Amoklauf an einer Schule im Großraum Sao Paulo am Mittwoch (Ortszeit) hat der Bischof von Mogi das Cruzes, Pedro Luiz Stringhini, den Angehörigen der Opfer sein Beileid ausgedrückt. Mit Betroffenheit habe er die Nachricht der Tat aufgenommen, so Stringhini (65) in einem Schreiben der Diözese. Zehn Personen starben bei dem Amoklauf - die Täter eingeschlossen. Elf weitere Personen wurden verletzt, eine schwebt laut Medienberichten in Lebensgefahr.

"Die ganze Diözese, Klerus sowie Laien, sind in Gebeten vereint", so Stringhini. Man bete für alle Verletzten und Getöteten, auch für die Täter. "Wir bitten Gott, dass er sie in seiner Gnade aufnehme." Ein 17-Jähriger und ein 25-Jähriger hatten am Mittwochvormittag ihre ehemalige Schule, das "Colegio Raul Brasil" in der Stadt Suzano, betreten. Während der 17-Jährige mit einem Revolver vom Kaliber 38 feuerte, schlug der andere Täter mit einer Axt auf Schüler ein. Fünf Schüler sowie zwei Angestellte starben.

Bereits auf dem Weg zur Schule hatten die Täter den Onkel des 17-Jährigen in einem nahe gelegenen Geschäft ermordet. Die Polizei vermutet, dass dieser die Anschlagspläne entdeckt hatte und deshalb sterben musste. Die Täter sollen über ein Jahr lang ihre Tat geplant haben. Die Mutter des 17-Jährigen gab an, dass ihr Sohn in der Schule Opfer von Mobbing gewesen sei. Als die Polizei am Tatort eintraf, erschoss der jüngere Täter erst seinen Komplizen, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtete.

Die Särge von sechs Opfern wurden in einer Sporthalle in Suzano aufgebahrt. Tausende Menschen nahmen dort am frühen Donnerstag Abschied. Die Stadtverwaltung hat zur Betreuung der Angehörigen Psychologen eingesetzt. Auch Brasiliens Bildungsminister sowie der Gouverneur des Teilstaats Sao Paulo nahmen an der Totenwache teil.

Der Amoklauf hat Diskussionen unter Brasiliens Politikern über die Freigabe von Schusswaffen sowie die Absenkung der Altersgrenze zur vollständigen Strafmündigkeit ausgelöst. Diese liegt derzeit bei 18 Jahren. Der im Oktober gewählte rechtspopulistische Präsident Jair Messias Bolsonaro hatte eine Freigabe der Waffen angekündigt. Bürger müssten das Recht haben, sich gegen Angreifer zu verteidigen, so sein Argument. Im Jänner wurde die Ausstellung von Waffenscheinen per Dekret gelockert; eine Gesetzesänderung soll demnächst auch das Tragen der Waffen im öffentlichen Raum erleichtern.
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