Donnerstag 21. März 2019
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Schönborn "zutiefst erschüttert" über Anschlag auf Moscheen

Händehalten beim 'Vaterunser'-GebetH
Wiener Erzbischof: "Im Gebet sind wir bei den Opfern und ihren Familien, und als Christen an der Seite aller Menschen, die sich für ein friedliches Zusammenleben einsetzen" - IGGÖ-Präsident Vural: Politik soll "endgültig aktiv und glaubwürdig gegen anti-muslimische Hetze vorgehen"
Terror
15.03.2019, 11:43 Uhr Österreich/Neuseeland/Terroranschlag/Islam/Christentum/Judentum/Reaktionen/Schönborn/Vural/Deutsch
Wien, 15.03.2019 (KAP) Vertreter aus Kirchen, Religionsgemeinschaften und Spitzenpolitik in Österreich haben mit Entsetzen auf den Terrorangriff auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch reagiert. Der gegen zum Gebet versammelte Menschen gerichtete Anschlag "erschüttert mich zutiefst", schrieb Kardinal Christoph Schönborn am Freitag auf Twitter. "Im Gebet sind wir bei den Opfern und ihren Familien, und als Christen an der Seite aller Menschen, die sich für ein friedliches Zusammenleben einsetzen", so der Wiener Erzbischof.

Aus dem Judentum drückte Präsident Oskar Deutsch für die Israelitische Kultusgemeinde Wien der Islamischen Glaubensgemeinschaft "ob des verbrecherischen Anschlages gegen zum Gebet versammelte Muslime" Mitgefühl und Solidarität aus. "Hier haben Extremisten Menschen aus nur einem Grund ermordet: weil sie Muslime waren. Dieser Menschenhass ist Gift für die Welt. In Gedanken bin ich bei den Angehörigen der Opfer und wünsche den Verletzten baldige Genesung", so Deutsch.

Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Ümit Vural, sprach in seiner Erklärung von einem "brutalen Terroranschlag". Die Attacke sei "logische Konsequenz anti-muslimischer Hetze", so Vural. Eine bloße Verurteilung des Terrors reiche auch in Österreich nicht aus. Vielmehr müsse die Politik "endgültig aktiv und glaubwürdig gegen anti-muslimische Hetze vorgehen", forderte der IGGÖ-Präsident.

Bünker: "Religionen stehen zusammen"

"Erschrocken und tief betroffen" darüber, "dass betende Menschen Opfer von terroristischen Anschlägen geworden sind", reagierte auch der Wiener evangelische Bischof Michael Bünker auf den Anschlag. Seine Gedanken und Gebete seien bei allen Opfern und ihren Angehörigen, so Bünker in einer vom evangelischen Pressedienst verbreiteten Erklärung.

"Religionen stehen zusammen", unterstrich der evangelische Bischof auch seine Solidarität mit der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, die um ihre Geschwister im Glauben trauere. "Hass vergiftet das Miteinander. Es braucht eine verantwortungsvolle Politik, die wirksam gegensteuert", forderte der evangelische Bischof.

Van der Bellen: "Barbarische Attacke"

Bundespräsident Alexander Van der Bellen prangerte den Anschlag als "schreckliche und barbarische Attacke auf Menschen, die beten (...) wollten" an. "So eine grausame und bösartige Tat muss sehr stark verurteilt werden", schrieb Van der Bellen auf Twitter. "Unsere Solidarität gilt den Menschen in Neuseeland, unser Mitgefühl ist bei den Opfern, deren Verwandten und Freunden."

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) äußerte sich ebenfalls auf Twitter "schockiert und traurig" über den Terroranschlag. "Mein tief empfundenes Beileid gilt den Verletzten, den Familien der Opfer und dem neuseeländischen Volk", so der Regierungschef. Auch Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) verurteilte die "abscheulichen Terrorattacken".

Von einem "dunklen Tag" sprach SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner. "Rechte Terroristen" hätten friedlich betende Menschen ermordet, schrieb sie auf Facebook. "Sie alle sind Opfer von strukturellem Hass und rassistischer Hetze gegen den Islam geworden. Wir dürfen das nicht zulassen. Ich sende allen Angehörigen mein tiefes Mitgefühl. Austria stands with you!", so Rendi-Wagner.
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