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"Welttag der Armen": Papst-Botschaft gegen Formen neuer Sklaverei

Papst Franziskus
Franziskus beklagt "kurzsichtige Wirtschaftspolitik" und ruft besonders Christen dazu auf, Menschen am Rand der Gesellschaft zu helfen und ihnen Hoffnung zu geben - "Schrei" der Ausgegrenzten "wird lauter und umfasst die ganze Erde" - Kirchlicher "Welttag der Armen" wird heuer am 17. November begangen
13.06.2019, 12:25 Uhr Vatikan/Papst/Kirche/Armut/Gesellschaft
Vatikanstadt, 13.06.2019 (KAP) Papst Franziskus hat Formen "neuer Sklaverei", etwa mit Blick auf Migranten und Flüchtlinge, Obdachlose, Jugendarbeitslosigkeit und Prostitution verurteilt. Selbst die Wirtschaftskrise habe viele nicht daran gehindert, sich auf Kosten anderer zu bereichern, schreibt er in einer am Donnerstag veröffentlichten Botschaft zum nächsten katholischen "Welttag der Armen". Dies erscheine besonders anomal, "je mehr wir auf den Straßen unserer Städte der großen Zahl armer Menschen gewahr werden, denen es am Lebensnotwendigen mangelt und die immer wieder schikaniert und ausgebeutet werden".

Man könne "viele Mauern bauen und die Eingänge verbarrikadieren, um sich auf trügerische Weise im eigenen Reichtum sicher zu fühlen", so Franziskus. Doch das werde "nicht für immer so sein". "Der Zustand der Ausgrenzung, in dem Millionen von Menschen schikaniert werden, kann nicht mehr lange anhalten. Ihr Schrei wird lauter und umfasst die ganze Erde."

Der Welttag der Armen fällt dieses Jahr auf den 17. November. Er findet immer am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres statt. Dieses Jahr lautet das biblische Motto "Der Elenden Hoffnung ist nicht für immer verloren". Papst Franziskus führte den weltkirchlichen Gedenktag 2016 ein.

In seiner Botschaft rede der Papst den Verantwortlichen ins Gewissen und fordert einen Mentalitätswandel. Besonders Christen nimmt er in die Pflicht, Menschen am Rand der Gesellschaft zu helfen, ihnen wieder Hoffnung zu geben und eine andere Gesellschaft voranzutreiben.

Franziskus beklagt eine "kurzsichtige Wirtschaftspolitik" ebenso wie den Umgang mit Armen und Ausgegrenzten, die oft "mit Phrasen abgespeist und nur widerwillig unterstützt" würden. Der Papst wörtlich: "Wie oft sehen wir die Armen auf den Müllhalden die 'Früchte' der Wegwerfkultur und des Überflusses zusammensammeln, um etwas Nahrhaftes oder etwas zum Anziehen zu finden! Nachdem sie selbst Teil einer menschlichen Mülldeponie geworden sind, werden sie als Abfall behandelt, ohne dass die Mittäter dieses Skandals dabei irgendein Schuldgefühl empfinden. Den Armen, die oft als Parasiten der Gesellschaft angesehen werden, wird nicht einmal ihre Armut verziehen."

Mit Blick auf Migranten kritisiert Franziskus deren Instrumentalisierung für politische Zwecke und die Verweigerung von "Solidarität und Gleichbehandlung". "Man kann viele Mauern bauen und die Eingänge verbarrikadieren, um sich auf trügerische Weise im eigenen Reichtum sicher zu fühlen, zum Nachteil derer, die man außen vorlässt. Das wird nicht für immer so sein", so der Papst. Jeder müsse sich am Ende vor dem göttlichen Gericht für sein Handeln verantworten.
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