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Stift Schlägl: Lukas Dikany von Bischof Scheuer zum Abt geweiht

Abt Lukas Dikany von Stift Schlägl
52-Jähriger Prämonstratenser-Chorherr folgt auf Martin Felhofer - Linzer Bischof ruft dazu auf, für den Glauben zu "brennen"
Orden
09.09.2019, 14:12 Uhr Österreich/Kirche/Personal/Orden/Stift-Schlägl
Linz, 09.09.2019 (KAP) Bischof Manfred Scheuer hat am Sonntagnachmittag Lukas Dikany (52) zum neuen Abt von Stift Schlägl geweiht. Der Prämonstratenser folgt auf Martin Felhofer, der das Mühlviertler Kloster 30 Jahre lang geleitet hatte. Bei der Weihezeremonie waren hunderte Gläubige und Ehrengäste anwesend, darunter Altbischof Maximilian Aichern, Landeshauptmann Thomas Stelzer, Bezirkshauptfrau Wilbirg Mitterlehner sowie Äbte und Geistliche aus ganz Österreich. Aufgrund des großen Andrangs fand die Weihe nicht in der Stiftskirche, sondern in der nahegelegenen Pfarrkirche Aigen statt.

"Burning people" sollten der neue Schlägler Abt und die Prämonstratenser-Chorherren seiner Gemeinschaft sein, sagte Bischof Scheuer in der Predigt: Sie sollten mit Freude und Leidenschaft "brennen, um Menschen für Jesus zu gewinnen und in ihnen den Glauben zu entzünden", angesichts einer sich vielerorts in Kirche und Ordensgemeinschaften breitmachenden Müdigkeit. Dabei könne das Klosterleben eine Hilfe sein. Veränderungen in der Kirche und deren Gemeinschaften sollte der Abt, so ein weiterer Wunsch Scheuers, mit einem "realistischen Blick" begegnen, Dialog fördern und die Einheit und Gemeinschaft unterstützen.

In der Weihezeremonie versprach Dikany, er werde seinen Mitbrüdern nach der Regel des Heiligen Augustinus im Glauben vorangehen und in seiner Tätigkeit auf das Wohl des Konventes bedacht sein. Nach dem Segensgebet überreichte ihm Bischof Scheuer die Ordensregel sowie die Insignien Ring, Mitra und Abtstab.

Geistliches Zentrum im Mühlviertel

Lukas Harald Dikany wurde 1966 in Putzleinsdorf geboren. Er absolvierte das Theologiestudium in Salzburg, Innsbruck und Linz und trat 1987 ins Prämonstratenserstift Schlägl ein. Ein Jahr später legte er die Einfache Profess ab, es folgten die Feierliche Profess 1991 und die Priesterweihe 1993. Im Orden bekleidete er unterschiedliche Ämter: So war er etwa Gastmeister, Novizen- und Klerikermeister und 18 Jahre lang auch Prior (Abt-Stellvertreter). Dieses Amt legte er 2016 zurück und war als Pfarrer in Arnreit und als Krankenhausseelsorger im Landeskrankenhaus Rohrbach tätig. Im Juni wurde er von seinen Mitbrüdern zum Abt für eine zehnjährige Amtsperiode gewählt worden.

In einem Interview mit der Linzer Kirchenzeitung bezeichnete Dikany die Klostergemeinschaft als "Schatz" den Konvent und die Beziehung zu den Mitbrüdern als seine Kernaufgabe als Abt. Die Schlägler Chorherren würden trotz der Unsicherheiten im derzeitigen Strukturprozess der Diözese ihre Tätigkeiten in der Pfarrseelsorge in den Dekanaten Sarleinsbach und Altenfelden weiter fortführen. Die Pfarren sollten auch in Zukunft überschaubar bleiben und deren Vertreter "an einem Tisch Platz haben", sagte der neue Abt. Funktionierendes sollte nicht geändert werden und Übergänge bräuchten genügend Zeit, um die Menschen nicht zu überfordern, so der leidenschaftliche Violinist und Gärtner.

Der Klostergemeinschaft von Stift Schlägl gehören derzeit 38 Mönche an. Die Mitglieder des Konvents begleiten die Menschen in der Region als Seelsorger, sei es in Pfarren, Krankenhäusern oder Altenheimen. Das Stift ist außerdem Arbeitgeber für 200 Menschen aus der Region Oberes Mühlviertel: In der Forstwirtschaft, Brauerei, mehreren Gaststätten und Handwerksbetrieben sowie in einem eigenen E-Werk. Noch bis 13. Oktober ist das Stift auch Schauplatz der 7. oberösterreichischen Landesgartenschau unter dem Motto "Bio.Garten.Eden", die Ende August bereits ihren 150.000 Besucher begrüßen konnte.

Geschichtlich geht das Stift am Fuße des Böhmerwaldes auf eine Gründung bereits um das Jahr 1203/04 zurück, wobei hier zunächst eine andere Ordensgemeinschaft am Zug war: Zisterzienser-Abt Theoderich begann unter extremen klimatischen und wirtschaftlichen Bedingungen mit einer kleinen Gruppe Mitbrüder aus dem Kloster Langheim bei Bamberg mit der Errichtung. Im Winter 1214/15 endete das Kloster mit dem Tod des Abtes durch Entkräftung, woraufhin die übrigen Brüder nach Langheim zurückkehrten. Der Stifter Kalhoch von Falkenstein übergab daraufhin am 9. Juli 1218 das Stift an die Prämonstratenser aus dem Kloster Mühlhausen in Böhmen, die ab 1250 die heutigen Klosteranlage errichteten. Bis heute erinnert die romanische Krypta daran. (Infos: www.stift-schlaegl.at)
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