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Uni Salzburg ehrt Theologen aus Nigeria mit Erwin-Kräutler-Preis

Verleihung des Kräutler-Preises an Gideon Pwakim
Preisträger Gideon Pwakim untersuchte Konflikt und Friedensprozess in Nordnigeria
Auszeichnung
09.10.2019, 14:50 Uhr Österreich/Universität/Auszeichnung/Religionsdialog/Menschenrechte/Theologie
Salzburg, 09.10.2019 (KAP) Der aus Nigeria stammende Priester und Theologe Gideon Pwakim ist am Dienstagabend mit dem "Erwin Kräutler-Preis" der Universität Salzburg ausgezeichnet worden. Pwakim erhielt den Preis für seine befreiungstheologische und sozialwissenschaftliche Auseinandersetzung mit religiös aufgeladenen Konflikten in seiner Heimat, teilte die Universität in einer Aussendung mit. Der Preis wird alle zwei Jahre vom "Zentrum Theologie Interkulturell und Studium der Religionen" vergeben und möchte junge Wissenschaftler fördern, die sich mit jenen Fragen und Themenbereichen auseinandersetzen, für die sich der aus Österreich stammende Amazonas-Bischof Erwin Kräutler engagiert.

Pwakim habe in seiner Studie "The Persistence of Religious Violence in Northern Nigeria and the Search for Peaceful Co-Existence. A Theological Perspective", die vor einem Jahr an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georg in Frankfurt am Main als Dissertation im Fach Dogmatik eingereicht wurde, theologische Reflexion, pastorale Arbeit und gesellschaftspolitisches Engagement verbunden - "und das in einer der konfliktgeladensten Gegenden dieser Welt", wie Prof. Franz Gmainer-Pranzl von der Universität Salzburg in seinen Begrüßungsworten betonte.

Der Preis solle das Bewusstsein stärken, dass Wissenschaft immer auch im Dienst an einer humanen, gerechten und solidarischen Gesellschaft stehe. Sie trage auf ihre Weise dazu bei, Konflikte zu lösen und Möglichkeiten für ein friedliches Zusammenleben der Menschen zu eröffnen, lokal und global, so der Leiter des "Zentrums Theologie Interkulturell und Studium der Religionen" weiter. Gmainer-Pranzl hob außerdem hervor, dass die Studie den Fokus auf eine Region in der afrikanischen Sahelzone lege, die von Armut, sozialen und ethnischen Konflikten zwischen verschiedenen Gruppen geprägt ist. Dieser Lebenskontext sei nur selten Thema einer systematisch-theologischen Untersuchung.

Der "Erwin Kräutler-Preis für kontextuelle Theologie, interreligiösen Dialog und befreiungstheologische Forschung" geht seit 2011 im Zweijahresabstand an aktuelle Dissertationen aus der Theologie oder aus einem ähnlichen Forschungsbereich. Das Preisgeld beträgt 3.000 Euro. Über die Vergabe entscheidet eine Jury, die zurzeit aus Univ.-Prof. Margit Eckholt (Universität Osnabrück), Eneida Jacobsen (Villanova University), P. Christian Tauchner (Steyler Missionswissenschaftliches Institut bei Bonn), Univ.-Prof. Alois Halbmayr (Universität Salzburg) und Univ.-Prof. Franz Gmainer-Pranzl (Universität Salzburg) besteht.

Der diesjährige Preisträger Gideon Pam Pwakim stammt aus Nordnigeria. Nach philosophischen und theologischen Studien in Makurdi (Benue State) und Jos (Plateau State) und pastoraler Tätigkeit in der Erzdiözese Jos absolvierte er ab 2012 ein Studium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt am Main, das er im Oktober 2018 mit der Dissertation abschloss, für die er nunmehr ausgezeichnet wurde. Seine Arbeit, für die er neben Literaturarbeit auch Gewaltopfer interviewte, schlägt u.a. das im Islam, Christentum und afrikanischen Stammesreligionen vorhandene Modell der Gastfreundschaft als einen möglichen Weg zu Friede und Versöhnung vor.

Erwin Kräutler (geb. 1939 in Koblach/Vorarlberg) gehört zu jenen Bischöfen Südamerikas, die die Option für die Armen vertreten. Nach dem Studium der Theologie und Philosophie an der Universität Salzburg ging er 1965 nach Brasilien und übernahm 1981 die Leitung der Prälatur Xingu im Amazonasgebiet. Seine Tätigkeit ist geprägt vom Einsatz für die Rechte der unterdrückten Indios. Weder eine Festnahme durch die Militärpolizei, bei der er zusammengeschlagen wurde, noch ein Mordanschlag, bei dem er schwer verletzt wurde, noch mehrfache Morddrohungen aufgrund seines Widerstands gegen das Staudammprojekt Belo Monte konnten ihn von der Option für die Armen abhalten. Derzeit nimmt er an der Amazonien-Synode im Vatikan teil.
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