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Caritas St. Pölten: Armutsbekämpfung beugt psychische Leiden vor

Betende Hände eines Obdachlosen
Start der Caritas Inlands-Spendenkampagne unter dem Motto "Hilfe>Armut" mit Fokus auf psychische Erkrankungen - Caritas fordert Enttabuisierung der Themen Armut und Krankheit
10.10.2019, 11:15 Uhr Österreich/Kirche/Soziales/Hilfsorganisation/Armut/Caritas
St.Pölten, 10.10.2019 (KAP) Zum Start ihrer Inlands-Spendenkampagne unter dem Motto "Hilfe>Armut" ruft die Caritas St. Pölten zur raschen Hilfe für armutsbetroffene Menschen auf. Armut sei meist mit Anspannung und Dauerstress verbunden, bringe Selbstwertkrisen oder einen sozialen Rückzug mit sich und könne bis hin zu psychischen Erkrankungen, wie Depressionen oder Suchterkrankungen, führen, erläuterte Hannes Ziselsberger, Direktor der Caritas St. Pölten. Armutsbekämpfung sei damit auch eine Präventionsarbeit für psychische Erkrankungen, betonte Ziselsberger zum Welttag der seelischen Gesundheit (10. Oktober). Er forderte eine Enttabuisierung der Themen Armut und Krankheit.

"Erst das Verständnis, dass Armut und Krankheit nicht Scheitern, Schuld oder Fehler bedeuten und dass jeder von ihnen betroffen sein kann, hilft, das soziale Gefüge zu stärken und der doppelten Stigmatisierung durch Armut und psychischer Erkrankung entgegenzuwirken", unterstrich auch Anna Entenfellner, Leiterin des Psychosozialen Dienstes der Caritas.

Aktuell gilt jeder zehnte Österreicher als armutsgefährdet, fast eine halbe Million ist von manifester Armut betroffen und mehr als ein Drittel der armutsgefährdeten Menschen gilt als chronisch krank. Armut könne jedoch nicht nur einen finanziellen Mangel mit sich bringen, sondern auch soziale Ausgrenzung, warnte Susanne Karner, Bereichsleiterin der psychosozialen Einrichtungen der Caritas St. Pölten. Besonders gefährdet seien Personen in Situationen wie Langzeitarbeitslosigkeit und Wohnungslosigkeit, jedoch auch Menschen mit Migrationshintergrund und immer häufiger auch mit schlechter Bildung oder in prekären Arbeitsverhältnissen. Frauen seien dabei stärker von Armut betroffen als Männer.

Konkrete Hilfe bietet die Caritas St.Pölten in Beratungstellen mit Sozialabeitern und Juristen in St. Pölten, Krems, Amstetten und Waidhofen an der Thaya. 2018 konnten dadurch 6.995 Menschen unterstützt werden. Günstige Lebensmittel oder Kleidung erhalten Armutsbetroffene in Sozialmärkten und den "Carla"-Second Hand-Läden. Weiters bietet die Caritas auch gratis Freizeitangebote an. Das dahinterstehende Ziel sei dabei "ein möglichst selbstbestimmtes und selbstverantwortetes Leben für alle" zu ermöglichen, heißt es von Seiten der kirchlichen Hilfsorganisation.

(Caritas Spendenkonto IBAN: AT28 3258 5000 0007 6000, BIC: RLNWATWWOBG, Kennwort: "Inlandshilfe"; Online-Spenden: www.caritas-stpoelten.at/coffee2help)
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