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Slowakei: Seligsprechungsverfahren für Ordensmann schreitet voran

Zu kommunistischer Zeit wegen Staatsverrats und Spionage zu lebenslanger Haft verurteilter Redemptorist Mastiliak wurde exhumiert
10.10.2019, 11:07 Uhr Slowakei/Kirche/Orden/Seligsprechungsverfahren/Mastiliak
Bratislava, 10.10.2019 (KAP) In der Slowakei schreitet das Seligsprechungsverfahren für den zu kommunistischer Zeit wegen Staatsverrats und Spionage zu lebenslanger Haft verurteilten griechisch-katholischen Redemptoristen Jan Ivan Mastiliak (1911-1989) voran. Zum Abschluss der Erhebungen im 2015 eingeleiteten diözesanen Seligsprechungsprozess wurde zuletzt der Leichnam des Theologen und Schriftstellers exhumiert, wie örtliche Medien berichten. Mit der Übersetzung aller Zeugenaussagen und sonstigen Unterlagen sowie deren Weiterleitung nach Rom beginnt nun die zweite, entscheidende Phase des Seligsprechungsverfahrens.

Mastiliak wurde an seinem 30. Todestag (18. September) im Beisein des Presover Metropoliten Jan Babjak und des Kaschauer Eparchen Milan Chautur auf dem alten Friedhof von Michalovce in der Ostslowakei exhumiert. Babjak, er ist Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche in der Slowakei, berichtete dabei über seinen einstigen Beichtvater Mastiliak, dieser sei ein großer Verehrer der Heiligen Therese von Lisieux (1873-1897) gewesen und habe "zu Hause auf jeder Stufe ihr Bild hängen gehabt, um sie mehrmals am Tag grüßen zu können". Er habe vielen jungen Männern zum Priesterberuf und interessierten Mädchen zu einem geistlichen Leben verholfen. Gleich nach seinem Tod hätten ihn alle, die ihn gekannt hätten, als heiligmäßigen Mann verehrt.

Der 84-jährige Tobias Polak, ein Cousin Masiliaks, erinnerte an dessen umfassende Bildung und Sprachkenntnisse. Für seinen Glauben sei der Ordensmann zu lebenslanger Haft verurteilt worden und habe 15 Jahre in den gefürchtetsten Gefängnissen der Tschechoslowakei - Prag/Ruzyne, Mirov, Pankrac, Valdice und Leopoldov - unmenschliche Erniedrigungen erlitten, aber niemals gemurrt. Vielmehr habe er für seine Peiniger gebetet und so manche zum wahren Glauben bekehrt.

Vier Monate habe er eine Zelle mit Gustav Husak (1913-1991) geteilt, dem späteren Generalsekretär der Kommunistischen Partei und Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik, der von 1950 bis 1960 als Opfer der Stalin'schen Säuberungen eingesperrt war. Polak berichtete, sein Onkel habe ihm gesagt, Husak habe später bei der Wiederherstellung der griechisch-katholischen Kirche in der Tschechoslowakei, die von 1950 bis 1968 verboten war, mitgeholfen.
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