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Deutsche Bischöfe bestürzt nach Angriff auf Synagoge in Halle

Erzbischof Heiner Koch
Kardinal Marx entsetzt über "feigen Anschlag" - Berliner Erzbischof Koch: "Es lässt mich verzweifeln, dass immer noch Juden bei uns nicht in Frieden und ohne Angst leben können"
Anschlag
09.10.2019, 17:58 Uhr Deutschland/Kriminalität/Anschlag/Judentum/Reaktionen/Kirche
Berlin, 09.10.2019 (KAP/KNA) Zahlreiche deutsche katholische Bischöfe haben sich nach den Schüssen vor und auf eine Synagoge in Halle an der Saale bestürzt geäußert und ihre Solidarität mit den Juden in Deutschland bekundet. "Ich bin entsetzt und erschüttert über den feigen Anschlag", erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Die Täter hätten offensichtlich gezielt die Synagoge von Halle ausgesucht, um am höchsten jüdischen Feiertag Blut zu vergießen.

"Wir stehen solidarisch an der Seite der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Antisemitismus oder gar blinde Gewalt dürfen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben", sagte der Kardinal. "Wir sind den Juden in unserem Land, unseren Schwestern und Brüdern, gerade in diesen Stunden eng im Gebet verbunden."

"Ich bin erschüttert über die Nachrichten aus Halle", schrieb der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki nach Angaben der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) auf Twitter: "Beten wir für die Opfer und ihre Angehörigen und arbeiten wir gemeinsam daran, dass Juden in Deutschland nie wieder Angst haben müssen."

Auch der Berliner katholische Erzbischof Heiner Koch äußerte sich über den Kurznachrichtendienst: "Es lässt mich verzweifeln, dass immer noch Juden bei uns nicht in Frieden und ohne Angst leben können. Ich stehe an der Seite unserer jüdischen Nachbarn und trauere mit ihnen." Darüber hinaus schrieb Koch: "Wir werden nicht zulassen, dass Hass gleich welcher Art, insbesondere aber der Hass auf das Judentum, sein Ziel erreicht, unsere Gesellschaft zu spalten!"

Auch der katholische Magdeburger Bischof Gerhard Feige und der evangelische mitteldeutsche Landesbischof Friedrich Kramer brachten ihre Erschütterung zum Ausdruck. Der aus Halle stammende Feige nannte es "eine menschliche Katastrophe, dass Juden in Deutschland nicht in Frieden leben und den Versöhnungstag Jom Kippur feiern können". Er äußerte die Hoffnung, "dass diese abscheuliche Tat konsequent aufgeklärt wird". Kramer nannte die Tat "abscheulich und unerträglich". Alle Menschen guten und friedlichen Willens seien aufgerufen, "einem Klima des Hasses und jeglicher Gewalt entgegenzutreten", so der evangelische Bischof.

Vor der Synagoge von Halle hatte es am Mittwoch einen Anschlag gegeben, bei dem nach bisherigen Erkenntnissen zwei Menschen getötet wurden. Ein schwer bewaffneter Täter habe vergeblich versucht, in das jüdische Gotteshaus einzudringen, in dem sich bis zu 80 Menschen aufgehalten hätten, berichtete der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Max Privorozki.

Nach Angaben der Polizei wurde bislang ein Tatverdächtiger festgenommen. Die genauen Hintergründe sind bislang allerdings unklar. Juden in aller Welt haben am Mittwoch ihren höchsten Feiertag Jom Kippur (Versöhnungstag) begangen.
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