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Kirche will bei Krise in Ecuador vermitteln

Bischofskonferenz ruft Regierung und Opposition erneut zum Dialog auf - Berichte über Explosion auf Gelände von Salesianer-Universität, wo indigene Demonstranten übernachten wollten
10.10.2019, 11:00 Uhr Ecuador/Unruhen/Regierung/Kirche
Quito, 10.10.2019 (KAP/KNA) In Ecuador hat die katholische Kirche ihre Bereitschaft zur Vermittlung in der innenpolitischen Krise bekräftigt. In einer am Mittwochabend (Ortszeit) verbreiteten Erklärung rief die Ecuadorianische Bischofskonferenz Regierung und Opposition erneut zum Dialog auf. Die Vereinten Nationen unterstützen ebenfalls direkte Gespräche. Die Regierung erklärte, sie stelle für die Aufnahme von Verhandlungen mit dem Indigenen-Verband CONAIE nur die Bedingung, dass die Proteste gewaltfrei verliefen. Meldungen, dass bereits direkte Gespräche mit der Regierung begonnen hätten, widersprach der Verband später via Twitter, wie die deutsche Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) berichtete.

Am Mittwoch kam es in Quito und Guayaquil erneut zu Ausschreitungen, auch wenn der größte Teil der Proteste friedlich blieb. Die Zeitung "El Universo" berichtete, dass sich auf dem Gelände der Salesianer-Universität eine Explosion ereignet habe. Dort hätten sich indigene Demonstranten aufgehalten. Ein Großteil der Demonstranten hatte sich zuvor am Abend in der Salesianer-Universität und in der katholischen Universität versammelt, um dort zu übernachten. Via Twitter berichtete der Verband CONAIE über Verletzte.

Die Unruhen entzündeten sich in der vergangenen Woche an der umstrittenen Entscheidung der Regierung von Präsident Lenin Moreno, die Subventionen für Benzin und Diesel zu streichen. Als Folge stiegen die Preise deutlich an und das Transportgewerbe begann einen Streik. Die Maßnahme verhängte Moreno, weil die Weltbank im Gegenzug für einen Kredit in Höhe von 4,2 Milliarden Euro die Senkung von öffentlichen Ausgaben erwartet. Der Indigenen-Verband will die Proteste so lange fortsetzen bis die Subventionen wieder gewährt werden.
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