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Ethikinstitut: Regierungspläne zu Palliative Care geben Hoffnung

Alte und junge Hand
Kirchliches Fachinstitut IMABE erwartet nun konkrete Konzepte und Lösungen für Palliativversorgung - Vergleichsstudie zeigt für Österreich hohen Aufholbedarf bei Spezialversorgung am Lebensende
Politik
14.01.2020, 15:03 Uhr Österreich/Soziales/Kirche/Langzeitpflege/Medizin/IMABE
Wien, 14.01.2020 (KAP) Hoffnungsvoll beurteilt das Wiener Bioethik-Institut IMABE das türkis-grüne Regierungsprogramm hinsichtlich des Themas Palliativversorgung. Dass in den Plänen für die Jahre 2020-2024 versprochen werde, die Finanzierung von Palliativversorgung und Hospiz "auf sichere Beine zu stellen" und die "Palliativpflege und Hospize in die Regelfinanzierung zu überführen", lasse nun abwarten, welche konkreten Konzepte und Lösungen seitens der Regierung gefunden werden, heißt es in einer Mitteilung der unter Patronanz der Bischofskonferenz stehenden Einrichtung vom Dienstag.

Derzeit stellt Österreich 18 Millionen Euro jährlich für den Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung in den Bundesländern zur Verfügung. Eine weitaus höhere Summe von rund 210 Millionen Euro hatte bereits im Jahr 2014 der Dachverband Hospiz als jährliche Kosten für den geplanten Vollausbau der Hospiz- und Palliativeinrichtungen ab 2020 beziffert. Schon damals hätten Experten ein einheitliches Finanzierungsmodell für die Palliativversorgung gefordert und Kritik an den zersplitterten Zuständigkeiten in Österreich geübt, erinnert das IMABE-Institut.

Dabei besteht in Österreich im internationalen Vergleich laut IMABE noch viel Verbesserungsbedarf in Sachen Palliativversorgung. Eine aktuelle Studie der University of Glasgow reiht die Alpenrepublik nicht unter die internationalen Top-30-Länder mit "Palliative Care in fortgeschrittenem Integrationsstadium". Nur in diesen 30 der 198 Ländern, darunter u.a. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen und Rumänien, gibt es laut den Studienkriterien eine hoch entwickelte Palliativversorgung, die vollständig in das Gesundheits- und Sozialsystem integriert ist und Merkmale wie Finanzierung, Ausbildung, nationale Strategiepläne bis hin zu Schulungsangeboten umfasst.

Österreich rangiert vielmehr gemeinsam mit Tschechien, Ungarn, der Schweiz und 17 weiteren Ländern in der darunterliegenden Kategorie "Palliative Care im Vorfeld der Integration in die Regelversorgung". Der Aufholbedarf bei Palliativversorgung noch enorm: Laut der von David Clark im "Journal of Pain and Symptom Management" publizierten Glasgower Studie haben nur 14 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zu Palliative Care. Mittlerweile wird der mangelnde Zugang laut IMABE zunehmend als globales Gesundheitsproblem erkannt: Bis zu 40 Millionen Menschen jährlich benötigen Palliativversorgung laut der Weltgesundheitsorganisation WHO, die dringend nationale Strategien dazu fordert.

Der Bedarf von jener Spezialversorgung, welche Leiden am Ende des Lebens lindern kann, wächst rasch; bis 2060 wird eine 87-prozentige Zunahme schwerwiegender gesundheitlicher Leiden prognostiziert. Co-Studienautor Carlos Centeno, Palliativmediziner an der spanischen Universität Navarra, fordert angesichts dessen größere Anstrengungen der Politik für eine Verbesserung des Zugangs zur Palliativversorgung, der Ausbildung von Fachkräften und der Einbeziehung der Palliativversorgung in die nationalen Gesundheitssysteme.

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