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Rom: Feier zum Jahrestag des Havannatreffens von Papst und Kyrill

Bei Tagung mit vatikanischem "Ökumene-Minister" Koch und Moskauer Außenamtsleiter Hilarion im "Angelicum" ging es um Heilige als "Samenkörner der Einheit" - Festkonzertzum vierten Jahrestag der historischen Begegnung von Papst und russisch-orthodoxem Patriarch 2016 in Kuba
12.02.2020, 14:40 Uhr Vatikan/Russland/Ökumene/Katholiken/Orthodoxe/Koch
Vatikanstadt-Rom, 12.02.2020 (KAP) Zum vierten Jahrestag der historischen Begegnung zwischen Papst Franziskus und dem russisch-orthodoxen Moskauer Patriarchen Kyrill in Kuba fand am Mittwoch in Rom eine Feier statt. Der Päpstliche Rat für die Einheit der Christen und das Außenamt des Moskauer Patriarchats organisierten gemeinsam eine Tagung in der Päpstlichen Universität "Angelicum" und ein Festkonzert in der Lateranbasilika, der Kathedrale des Papstes als Bischof von Rom. Am 12. Februar 2016 hatte Franziskus Kyrill I. auf dem Flughafen von Havanna getroffen. Es war die erste Begegnung zwischen einem römischen Papst und einem russisch-orthodoxen Patriarchen. Dabei unterzeichneten sie auch eine gemeinsame Erklärung, in der sie die Geschwisterlichkeit beider Kirchen betonten.

Die Tagung im "Angelicum" behandelte das Thema "Die Heiligen - Zeichen und Samenkörner der Einheit". Nach einleitenden Grußworten von Kardinal Kurt Koch, dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, und Metropolit Hilarion (Alfejew), dem Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats, hielt P. Aleksij Andrejew den Hauptvortrag über "Heiligkeit in der russischen Kirche". P. Marko Rupnik SJ (Leiter des römischen "Centro Aletti" und international renommierter Mosaik-Künstler) sprach über "Heiligkeit und Gemeinschaft", Zeugnisse von P. Kiril Kaleda und Sr. Gabriella Masturzo behandelten "die russischen Märtyrer des 20. Jahrhunderts" und die sardische "Selige des Ökumenismus", Sr. Maria Gabriella Sagheddu. Den Abschluss bildete der von Metropolit Hilarion gestaltete Film "Der Apostel Petrus". Am Abend war in San Giovanni in Laterano ein Festkonzert mit dem Moskauer Synodalchor und der Päpstlichen Musik-Kapelle vorgesehen.

Im Gespräch mit "Radio Vatikan" erläuterte Kardinal Koch, warum die diesjährige Feier des Jahrestages im Zeichen der Heiligen stand: "Das liegt nicht daran, dass Rom eine besonders heilige Stadt wäre, aber hier haben viele Heilige gelebt, Heilige der ungeteilten Kirche, die Ost und West verbinden. Und im Übrigen ist die Heiligkeit ein Thema, das in der Ökumene weiter hilft." Nach dem Treffen von Havanna sei sehr bald entschieden worden, dass dieses Ereignis nicht einfach als historisches Faktum betrachtet werden sollte, "sondern dass wir jedes Jahr wieder daran erinnern wollen", berichtete der vatikanische "Ökumene-Minister".

Die Feier zum ersten Jahrestag der Begegnung von Franziskus und Kyrill hatte im Schweizer Fribourg stattgefunden. Dort war die Bedeutung der "Erklärung von Havanna" das Hauptthema, erinnerte Kardinal Koch. Beim zweiten Jahrestag in Wien stand die Situation der Christen im Nahen Osten im Mittelpunkt, beim dritten Jahrestag in Moskau die Euthanasie.

Für die jährlichen Treffen sei ein eigenes Komitee verantwortlich, erklärte Koch. Dieses Komitee beschäftige sich auch mit kulturellen und sozialen Projekten, die die russisch-orthodoxe Kirche und die römisch-katholische Kirche gemeinsam durchführen. So habe dieses Komitee etwa die zeitweise Überführung der in Bari verehrten Reliquien des Heiligen Nikolaus nach Moskau und St. Petersburg veranlasst. Auch da habe sich gezeigt, dass "die Heiligen zu den starken verbindenden Elementen zwischen der russisch-orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche" gehören.

"Es ist sehr schön, wenn Häupter von Kirchen einander begegnen. Es ist auch absolut notwendig, dass die Theologen die theologisch kontroversen Fragen besprechen, aber die Verehrung der Heiligen ist eine besondere Möglichkeit, die Gläubigen miteinzubeziehen. Dies soll gerade im ökumenischen Dialog geschehen, was mir sehr wichtig erscheint", betonte Kardinal Koch im Gespräch mit "Radio Vatikan".
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