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Moskauer Patriarch will an orthodoxem Ukraine-Gipfel teilnehmen

Von Jerusalemer Patriarch Theophilos III. initiiertes Treffen soll am 20. Februar in Amman stattfinden - Mehrere Oberhäupter der gut ein Dutzend eigenständigen orthodoxen Landeskirchen haben bereits ihre Absage mitgeteilt
13.02.2020, 13:49 Uhr Russland/Ukraine/Jordanien/Orthodoxe/Konflikte
Moskau-Rom, 13.02.2020 (KAP/KNA) Im orthodoxen Kirchenstreit um die Ukraine wollen am Donnerstag, 20. Februar, mehrere Patriarchen in Jordanien zusammenkommen und einen Ausweg suchen. Der Außenamtschef der russisch-orthodoxen Kirche, Metropolit Hilarion, kündigte am Mittwochabend in Rom die Teilnahme des Moskauer Patriarchen Kyrill I. an dem im jordanischen Amman geplanten Treffen an, wie die russische Nachrichtenagentur "RIA Novosti" meldet. Gleichzeitig räumte Hilarion ein, dass die Oberhäupter einiger der gut ein Dutzend eigenständigen orthodoxen Landeskirchen nicht nach Amman kommen wollten.

Der Jerusalemer Patriarch Theophilos III. hatte seine Initiative für einen orthodoxen Ukraine-Gipfel erstmals im November in Moskau vorgestellt. Als Versammlungsort soll das Haus seines Patriarchats in Amman dienen. Das Ehrenoberhaupt der Orthodoxie, der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel, spricht allerdings Theophilos III. das Recht ab, zu einer Begegnung und Aussprache aller orthodoxen Kirchenführer einladen zu dürfen. Panorthodoxe Versammlungen könne nur er einberufen, protestierte Bartholomaios I.

Beobachter rechnen damit, dass neben Kyrill I. auch die Kirchenoberhäupter von Antiochien, Serbien sowie von Tschechien und der Slowakei der Einladung von Theophilos III. folgen werden. Laut Hilarion bemüht sich der Jerusalemer Patriarch weiter um die Teilnahme von Bartholomaios I.

"Freilich zeigt der Patriarch von Konstantinopel einstweilen keine Lust, das von ihm geschaffene Problem zu lösen", sagte der russische Metropolit Hilarion. Bartholomaios I. versuche nur, Landeskirchen zu überreden, die neue von Moskau unabhängige orthodoxe Kirche der Ukraine anzuerkennen. Dies lehnten aber die meisten Landeskirchen ab, weil diese dem Kirchenrecht widerspreche und damit "illegal" sei.

Wegen des Streits der Patriarchate von Moskau und Konstantinopel über die Ukraine droht der Weltorthodoxie ein Schisma. Die russisch-orthodoxe Kirche widerrief im Oktober 2018 die Kirchengemeinschaft mit dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel. Auf die Seite Konstantinopels stellten sich die griechische Kirche und das Patriarchat von Alexandrien. Beide erkannten die umstrittene autokephale (eigenständige) Kirche der Ukraine an. Sie war mit Unterstützung des Ökumenischen Patriarchats im Dezember 2018 gegründet worden und konkurriert mit der mit Moskau verbundenen ukrainisch-orthodoxen Kirche.
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