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Friedensverhandlungen für Südsudan werden in Rom fortgesetzt

Vertreter der Regierung von Präsident Kiir sprachen unter Vermittlung der Gemeinschaft Sant'Egidio mit Repräsentanten von Oppositionsgruppen - "Wichtiger Schritt zur Festigung des Friedensprozesses"
15.02.2020, 09:47 Uhr Südsudan/Italien/Vatikan/Konflikte/Diplomatie
Rom, 15.02.2020 (KAP) Nach der Vereinbarung eines umfassenden Waffenstillstands im Südsudan Mitte Jänner haben die Konfliktparteien in Rom Gespräche zu einem Friedensabkommen begonnen. Wie die katholische Gemeinschaft Sant'Egidio am Wochenende in Rom mitteilte, führten dazu Vertreter der Regierung von Präsident Salva Kiir Mayardit Unterredungen mit Repräsentanten jener fünf Oppositionsgruppen, die erst kürzlich dem Waffenstillstandsabkommen beigetreten sind.

Im Laufe des März sollen unter Vermittlung von Sant'Egidio und Vertretern anderer internationaler Organisationen Verhandlungen mit militärischen Führern beginnen. Dabei gehe es um Mechanismen, die vereinbarte Waffenruhe tatsächlich einzuhalten, hieß es. Zusätzlich sollten die tieferen Gründe für den Konflikt und Regeln für eine gute Regierungsführung besprochen werden.

In ihrer Vereinbarung Mitte Jänner hatten sich die Konfliktpartner darüber hinaus verpflichtet, Zugänge für humanitäre Hilfe von außen offen zu halten. Dies sei insbesondere mit Blick auf eine drohende Nahrungsmittelknappheit notwendig. Insgesamt verlangten die Konflikte im Land eine umfassende politische Lösung.

Sant'Egidio-Generalsekretär Paolo Impagliazzo, der die Vermittlungsbemühungen der Gemeinschaft leitet, nannte die nunmehrigen Gespräche in Rom in einer Erklärung einen "wichtigen Schritt zur Festigung des Friedensprozesses". Barnaba Marial Benjamin, Sondergesandter von Präsident Kir, dankte Sant'Egidio, dass die Gemeinschaft Grundlagen für einen "inklusiven Dialog" geschaffen hat, und betonte: "Wir sind auf den richtigen Weg zum Frieden, den Papst Franziskus so sehr wünscht, und wir haben das Mandat und den guten Willen, ihn einzuschlagen." Im Namen der Oppositionsgruppen sagte General Thomas Cirillo Swaka: "Wir bemühen uns, alle Feindseligkeiten vor Ort einzustellen und die bedrohlichen Reden in den sozialen Medien zu beenden, um günstige Bedingungen für den Dialog zu schaffen."

Kurz nach Erlangung der Unabhängigkeit 2011 war im Südsudan ein ethnisch und politisch motivierter Bürgerkrieg ausgebrochen. Die Hoffnung der rund elf Millionen Südsudanesen ruhte bislang auf einem wiederbelebten Friedensabkommen zwischen Präsident Kiir und Oppositionsführer Riek Machar. Im November war die Bildung einer gemeinsamen Regierung erneut gescheitert. Daraufhin vereinbarten die Konfliktparteien eine 100-tägige Verlängerung, die zu dem Waffenstillstandsabkommen führte. Papst Franziskus wirbt u.a. im Verbund mit Anglikaner-Primas Justin Welby seit langem um eine Friedenslösung in dem afrikanischen Staat.
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