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Kirche weltweit um Eindämmung der Corona-Pandemie bemüht

Bolivianische Bischofskonferenz setzt wesentliche schärfere Maßnahmen als Behörden - Kongo-Bischöfe an Bevölkerung: "Ihr müsst euch bewusst sein, dass die vom Coronavirus übertragene Krankheit ebenso gefährlich ist wie Ebola" - Libanon: Kirche stellt Einrichtungen für Kranke zur Verfügung
22.03.2020, 10:46 Uhr Bolivien/Kongo/Libanon/Kirche/Epidemie
La Paz/Kinshasa/Beirut, 22.03.2020 (KAP) In so gut wie allen Ländern weltweit wurden in den vergangenen Tagen die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie massiv verschärft. Die katholische kirche spielt dabei hinsichtlich ihrer Vorbildwirkung eine wichtige Rolle. So scheint etwa die katholische Bischofskonferenz in Bolivien die Krise ernster zu nehmen als die Behörden. Die Bolivianische Bischofskonferenz hatte ihre Priester bereits angewiesen, die Kommunion nur noch in die Hände zu geben und auf den Friedensgruß zu verzichten. Nun wurden die Maßnahmen verschärft: Die katholische Kirche habe beschlossen, auch alle öffentlichen Sonntagsgottesdienste und songstige Aktivitäten in den Pfarrgemeinden angesichts des gesundheitlichen Notstands, der aufgrund des Coronavirus auch in Bolivien herrscht, auszusetzen, teilte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Ricardo Centellas, laut dem vatikanischen Fides-Nachrichtendienst mit.

Die bolivianischen Behörden hatten am Mittwoch eine eigentümliche Umsetzung einer Quarantäne gewählt. Schulen, Cafes, Restaurants und Kinos wurden zwar geschlossen; ansonsten sind die Einschränkungen aber nur zeitlicher Natur. Das heißt: Man darf von 8 bis 13 Uhr arbeiten gehen, Geschäfte dürfen bis drei Uhr nachmittags öffnen und Minibusse bis vier Uhr Fahrgäste transportieren. Das allgemeine Ausgehverbot gilt erst ab fünf Uhr nachmittags, bis zum nächsten Morgen um fünf Uhr. Für Experten absolut ungenügend.

Kongo: Bischofsappell an die Bevölkerung

In der Demokratischen Republik Kongo haben die katholischen Bischöfe in einer Erklärung an die Menschen appelliert, sich im Kampf gegen das Coronavirus solidarisch zu verhalten. "Ihr müsst euch bewusst sein, dass die vom Coronavirus übertragene Krankheit ebenso gefährlich ist wie Ebola", heißt es in dem Schreiben der Bischöfe.

In den Gemeinden seien Priester und Gläubige dazu aufgefordert, alle notwendigen Hygienestandards bei der Feier privater Messen einzuhalten. Man wolle die Möglichkeit des Zusammenbetens aufrechterhalten können, um den Menschen in dieser schwierigen Zeit beizustehen. Allerdings sollten die Versammlungen in der Gemeinschaft auf das Nötigste beschränkt bleiben.

Allen, "die weltweit und in unserem Land von der Krankheit betroffen sind", sei man dieser Tage in "geistiger Nähe" verbunden, so die Bischöfe des Kongo.

Libanon: Kirche stellt Einrichtungen zur Verfügung

Im Libanon hat der maronitische Bischof Michel Aoun für die Unterbringung von Quarantänepatienten eine kirchliche Sommerresidenz zur Verfügung gestellt. Das berichtete der vatikanische Fidesdienst. Andere christliche Gemeinden zogen nach. So bot auch ein lokaler Männerorden, die Kongregation der libanesisch-maronitischen Missionare, den Behörden eine Pilgerunterkunft zur Nutzung an. In dem Land mit seinen sechs Millionen Menschen gibt es nach einem Bericht von "Zeit online" nur eine einzige öffentliche Klinik mit Quarantänebetten.

Die Corona-Pandemie trifft den Libanon inmitten einer wirtschaftlichen und politischen Krise; das Land hat vor zwei Monaten den Staatsbankrott erklärt. Bereits seit dem Auftreten der ersten Corona-Infektionen im Februar ergriff die Regierung Maßnahmen und legte das öffentliche Leben Schritt für Schritt lahm. Schulen, Restaurants und Behörden sind außer Betrieb, der Flughafen ist so gut wie geschlossen. Der Libanon ist abgeriegelt. Mutmaßlich deshalb ist die Zahl der Corona-Infizierten im Land gering. Offiziell starben bisher vier Menschen an Covid-19.

Auch die christlichen Gemeinden im Land erleben die Einschnitte nach Darstellung von Fides als eine Zeit der Prüfung auf ihrem Glaubensweg. Der Jesuitenorden meldete elf Mitglieder, die positiv auf Covid-19 getestet wurden. Deshalb leben alle Mitglieder der Gemeinschaft isoliert in ihren Zimmern im Haus der Jesuitenhaus in Monot und haben eine Zeit der spirituellen Einkehr begonnen.
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