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Glettler-Brief an Kinder: "Leicht ist das ja alles nicht, oder?"

Bischof der Diözese Innsbruck
© Diözese Innsbruck / Aichner
Innsbrucker Bischof wendet sich in Kirchenzeitung "Tiroler Sonntag" gezielt an Kinder - Bitte um Zusendung von Zeichnungen, Fotos, Collagen oder Lieblingsgebet
Corona
25.03.2020, 10:36 Uhr Österreich/Kirche/Epidemie/Kind/Glettler
Innsbruck, 25.03.2020 (KAP) "Jetzt einmal ehrlich: Das ganze Zeug mit dem Coronavirus ist nicht leicht zu verstehen, oder?" Mit sehr persönlichen und altersgemäßen Worten hat sich der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler jetzt an eine bisher wenig beachtete Zielgruppe gewandt: Sein Brief an die Kinder seiner Diözese wurde in der aktuellen Ausgabe der Kirchenzeitung "Tiroler Sonntag" veröffentlicht. Glettler verteilte darin hohes Lob: "Ich bewundere Euch! Die meisten von Euch schaffen es hervorragend, ohne großen Stress im Haus zu bleiben. Leicht ist das ja nicht, oder?"

Die Schulkinder müssten nun schon mehr als eine Woche lang zu Hause bleiben. "Heißt das E-Learning?", will der Bischof wissen. "Wahrscheinlich müsst ihr sogar Mama oder Papa einiges erklären. Wir Erwachsene sind da nicht immer ganz so schnell." Dabei seien Menschen eigentlich ihr ganzes Leben lang in der Schule: "Immer müssen wir lernen, gut aufeinander zu achten und mit unseren Begabungen etwas Sinnvolles zu machen", betonte Glettler. Es gelte auch voneinander zu lernen - auch die Erwachsenen von den Kindern. "Danke für eure Kreativität und Begeisterung!"

Der Innsbrucker Bischof erwähnte die auch für Kinder geltenden Einschränkungen der sozialen Kontakte: "Kurz einmal raus zum Frischluft tanken, ist ja okay, aber halt leider kein Spielen im Park oder am Spielplatz. Auch kein Besuch bei Oma, Opa oder Freunden. Das tut schon weh." Da auch die Angehörigen darüber traurig seien, riet Glettler zum Skypen und Telefonieren "bis die Leitungen heiß laufen".

Was tun, wenn es "crasht"?

Der Bischof ließ auch nicht unerwähnt, dass der enge familiäre Kontakt manchmal leider auch zu einem "Crash" führen könnte, bei dem "die Fetzen fliegen" und unschöne Worte fallen. Davonlaufen gehe dann nicht: "Was tun? Am besten nicht zu lange warten, sondern das superschwere Wort rausstammeln: Tut mir leid! Sind wir wieder gut?" Entschuldigungen sollten auch angenommen werden, "zu lange beleidigt sein, macht alles nur kompliziert".

Mit dem Hinweis auf das "Gratiskonzert der Vögel" in der Früh versuchte Glettler Wachsamkeit für sonst überhörte "voll schöne" Dinge zu wecken. "Sollten wir nicht lernen, mehr zu staunen und achtsamer mit der Natur umzugehen?", so seine Frage an seine jungen Adressaten.

Abschließend äußerte der Bischof im Glauben an Jesus wurzelnde Zuversicht: "Ich bin 100 Prozent sicher: Alles wird gut! Jesus hat so oft gesagt: 'Fürchtet euch nicht! Ich bin bei Euch, immer!'" Glettler bat die Kinder, dazu Zeichnungen, Fotos oder Collagen zu machen und ein persönliches Lieblingsgebet zu schreiben: "Gott versteht alles, auch unsere Tiroler Dialekte." Wer an die Kirchenzeitung sein Werk schickt, "bekommt von mir ein kleines Dankeschön", versprach Glettler. "Bin schon ganz gespannt!"

Zuletzt der Appell: "Wir müssen in diesen Tagen gut zusammenhalten! Ich wünsche Euch viel Segen und trotz allem einen großen Berg Freude!"
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