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Lackner: Lebensanfang und -ende verweisen in göttliche Sphäre

Salzburger Erzbischof warnt in Christkönigsfest-Predigt vor einer "allein von irdischen Interessen geleiteten Machbarkeit" rund um Geburt und Tod
22.11.2020, 11:51 Uhr Österreich/Kirche/Religionsfest oder Feiertag/Glaube/Lackner/Lebensschutz
Salzburg, 22.11.2020 (KAP) Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner hat davor gewarnt, Anfang und Ende des Lebens einer "allein von irdischen Interessen geleiteten Machbarkeit" zu unterwerfen. Beide Momente seien "absolut schützenswert" und "weisen tief in die göttliche Sphäre hinein". Geburt und Tod zeugten von einer anderen Wirklichkeit - Lackner sprach von göttlicher Herkunft und himmlischer Ankunft. Menschliche Zugriffe ohne Respekt vor dieser Dimension würden auch die ganze Lebenssubstanz dazwischen schwächen. "Das Leben verliert Wert, Richtung und Sinn", warnte der Vorsitzende der Bischofskonferenz in seiner Predigt am Sonntag zum Christkönigsfest.

Der Erzbischof begrüßte die im Salzburger Dom in kleiner Zahl Mitfeiernden sowie jene, die die Messe via Livestream an Bildschirmen mitverfolgten: "Physisch getrennt jedoch im gemeinsamen Gebet und Lob Gottes vereint!"

Das menschliche Leben umgebe ein göttlicher Rahmen, die dem Leben Bedeutung, Sinn und Aufgabe verleiht. Mit anderen Worten könne man laut Lackner sagen: "Alles was wir tun, nicht tun, falsch tun, geschieht unter den Augen Gottes." Gegenüber einer Religionskritik an einem Gott, der im Sinne von "big brother is watching you" agiert, hielt Lackner fest: "Gottes Auge schaut uns im Nächsten an." Der Erzbischof zitierte dazu das Jesus-Wort "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan". Das verweise auf eine letzte Instanz der Gerechtigkeit, auf einen Gott, der selbst eintrete für die Armen, Hungernden, Gefangenen und Flüchtlinge.

Der letzte Sonntag im kirchlichen Jahreskreis ist Christus dem König geweiht. Das Christkönigsfest ist in der katholischen Kirche ein junges - es wurde erst anlässlich des Heiligen Jahres 1925 von Papst Pius XI. eingesetzt und betont nach den Umwälzungen infolge des Ersten Weltkriegs und dem Ende großer Monarchien die wahre Königsherrschaft Christi. Das Fest wurde erstmals am 31. Dezember 1925 gefeiert, danach am letzten Sonntag im Oktober. Im Zuge der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde das Fest 1970 auf den letzten Sonntag des Kirchenjahres Ende November verlegt.
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