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Aleppo: Nur noch eine Stunde Strom am Tag

P. Ibrahim Alsabagh
© kathpress / Pernsteiner
Franziskaneroberer P. Alsabagh in Schreiben an Linzer Hilfswerk ICO: Kälte, unvorstellbare Not und Hoffnungslosigkeit machen sich in nordsyrischer Metropole breit
25.02.2021, 12:40 Uhr Syrien/Österreich/Kirche/Soziales/Konflikte/Hilfsorganisation/ICO
Aleppo/Linz, 25.02.2021 (KAP) In der nordsyrischen Metropole Aleppo gibt es nur mehr eine Stunde Strom am Tag. Das berichtet P. Ibrahim Alsabagh, Oberer der Franziskaner in Aleppo, in einem mit 23. Februar datierten Schreiben an das Linzer Hilfswerk "Initiative Christlicher Orient". Die Not sei unvorstellbar, so der Geistliche. Es fehle den meisten Menschen an grundlegendsten Dingen wie Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln, Medikamenten sowie Heizöl, Gas und Benzin. In der Stadt mache sich Kälte und Hoffnungslosigkeit breit.

"Leiden ist in diesen kalten Tagen unser tägliches Brot. Wie können Schüler unter diesen Bedingungen lernen? Wie können Mütter Kleidung waschen oder bügeln? Wie können sie sich um ihre Kinder kümmern? Wie sollen wir uns um die Kranken kümmern?", schreibt der Ordensmann wörtlich. Und ein Ende des Elends sei nicht abzusehen.

P. Ibrahim: "Erst heute hat mit eine Mutter erzählt, dass sie keine Möglichkeit mehr hat, Wasser zu erwärmen, um ihre Kinder zu waschen. Und sie haben auch keine Möglichkeit mehr, eine warme Mahlzeit zuzubereiten."

Die katholische Franziskanerpfarre von Aleppo bemüht sich - unter anderem mit Unterstützung der ICO - die schlimmste Not in der Stadt zu lindern. Etwa mit Nahrungsmittelpaketen, Medikamenten, Baby-Milch und Windeln und zum Teil auch finanzieller Unterstützung. Allerdings: Geld wird in Syrien, bedingt durch den Krieg und die westlichen Wirtschaftssanktionen, immer weniger wert. Ein Paar neue Kinderschuhe koste mittlerweile drei Viertel eines durchschnittlichen Monatslohnes, so P. Ibrahim: "Wer kann das noch bezahlen?"

Alte und Kranke in Aleppo leiden genauso wie die Kinder, fügte der Franziskanerobere hinzu. Neben materieller Not nehme auch psychische Not zu, so P. Ibrahim, der von zunehmenden Depressionen und damit verbundenen Krankheiten sowie Suiziden berichtet.

Die ICO hat im Rahmen ihres Winternothilfe-Programms unter anderem 800 Kinder in Aleppo mit Wintersachen versorgt. Weitere Hilfe und damit verbunden Spenden seien aber dringend nötig, teilte das Hilfswerk mit. (Infos: www.christlicher-orient.at)
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