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UN-Corona-Intervention in Myanmar gefordert - Bischof gestorben

Bischof von Yangon, Kardinal Bo, informierte über den Tod seines Nachfolgers in Pathein, John Hsane Hygi
22.07.2021, 12:34 Uhr Myanmar/Internationale Organisation/Menschenrechte/Pandemie/Militär/Kirche
Yangon, 22.07.2021 (KAP/KNA) Bischof John Hsane Hygi (67) von Pathein ist das höchstrangigste katholische Opfer der massiven Corona-Welle in Myanmar. Der Erzbischof von Yangon, Kardinal Charles Bo, bekundete am Donnerstag via Twitter seine Trauer über den Tod seines Nachfolgers in Pathein und bedauerte, nicht an der Beisetzung teilnehmen zu können. Die Corona-Lage mache dies unmöglich. Die Militärjunta hat zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung alle Reisen zwischen Dörfern und Städten verboten.

Die Diözese Pathein im Irrawaddy-Delta war 2008 besonders stark von dem verheerenden Taifun Nargis betroffen, der 140.000 Menschenleben forderte. Insgesamt waren damals mehr als 2,4 Millionen Menschen betroffen.

Viele Menschen in Myanmar ziehen angesichts des Versagens der Junta in der aktuellen Corona-Welle eine Parallele zu Nargis. Die humanitäre Katastrophe wurde seinerzeit durch die wochenlange Weigerung des damaligen Militärregimes verschärft, internationale Hilfe ins Land zu lassen. Gleichzeitig ging die Junta auch noch lange nach Nargis mit Repressionen und Verhaftungen gegen Menschen vor, die mit privaten Initiativen den Betroffenen humanitäre Hilfe leisteten.

In der aktuellen Corona-Krise geht das Regime ähnlich vor. "Seit dem Putsch vom Februar hat die Junta Mitarbeiter des Gesundheitswesens getötet, medizinische Einrichtungen zerstört und lässt Sauerstoff beschlagnahmen", erklärte am Donnerstag die UN-Sonderberichterstatterin für Myanmar, Yanghee Lee. Sie fordert zur Bekämpfung von Covid-19 eine "massive, von den UN geführt humanitäre Intervention in Myanmar". Der Junta warf Lee vor, den lebensrettenden Sauerstoff für Corona-Patienten nur noch Militärkrankenhäusern und den Familien von Armeeangehörigen zu liefern.

Mit bewusst gewählten militärischen Begriffen war Kardinal Bo in seiner Predigt zum jüngsten "Tag der Märtyrer" auch auf die dramatische Corona-Lage im Land eingegangen. "Es ist an der Zeit, eine Armee von Freiwilligen zusammenzustellen, die mit medizinischen Ausrüstungsgegenständen bewaffnet sind, um unser leidendes Volk zu erreichen. Vereint retten wir Leben; geteilt werden wir Tausende begraben. Die Geschichte wird der härteste Richter sein, wenn wir beim Mitgefühl versagen", mahnte der Geistliche.
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