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Slowakei vor Papstbesuch: Bischöflicher Hirtenbrief und Impf-Debatte

Bischofskonferenz verfasst Hirtenbrief: "Papstbesuch endlich wieder eine gute Nachricht" - Diskussion über exklusiven Zugang für vollständig Geimpfte
22.07.2021, 13:29 Uhr Slowakei/Papst/Pandemie/Besuch/Impfung/Bischöfe
Bratislava, 22.07.2021 (KAP) Die katholischen Bischöfe der Slowakei haben zum bevorstehenden Besuch von Papst Franziskus in der Slowakei einen Hirtenbrief veröffentlicht. Zusammen mit dem Programm der Reise wurden auch ihr Motto und das Logo bekannt gegeben. Bei allen Zusammenkünften ist der Nachweis der vollen Immunisierung zu erbringen. Die Zulassung nur für Geimpfte sei der einzige gangbare Weg, um eine radikale Beschränkung der Teilnehmerzahl zu vermeiden, erklärte der Vorsitzende der Bischofskonferenz der Slowakei, Erzbischof Stanislav Zvolensky. Der Papst wird vom 12. bis 15. September die Slowakei besuchen. Zuletzt hatte Papst Johannes Paul II. die Slowakei 2003, 1995 und 1990 besucht.

Länger als ein Jahr sei die Gesellschaft von der Pandemie gezeichnet gewesen und man habe unterschwellig gefragt, "wann endlich eine gute Nachricht" komme, "die uns erfreut, ermuntert und die ganze Gesellschaft verbindet", so die slowakischen Bischöfe einleitend in ihrem Hirtenbrief. Mit der Zusage des Papstes zu seinem Besuch sei nun diese gute Nachricht eingetroffen.

Die Slowakei sei "zu Recht stolz auf ihre altehrwürdigen christlichen Wurzeln". Diese würden "Ost und West in ihrer römisch- und griechisch-katholischen Einheit" verbinden. Ohne die Katholische Kirche wäre "unsere Geschichte nicht, wie sie ist": Dies habe Johannes Paul II. bei seinen Besuchen in Erinnerung gerufen. Zugleich sei die Slowakei "ein Land, in dem auch die Orthodoxe Kirche und die aus der Reformation entstandenen kirchlichen Gemeinschaften ihren Platz" hätten, und "zur geistlichen Tradition" gehöre auch die jüdische Religionsgemeinschaft. Möge der Heilige Vater "uns helfen, alle sinnlosen Streitigkeiten nicht nur hinauszuschieben, sondern zu beenden", so die Bischöfe abschließend.

Größtmögliche Teilnehmerzahl

Heftig diskutiert wird derzeit noch über die verordnete Impfpflicht für all jene, die beim Papstbesuch live dabei sein wollen. Der slowakische Gesundheitsminister Vladimir Lengvarsky hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass für die Teilnahme an Treffen, die mit dem Besuch von Papst Franziskus im September in Verbindung stehen, die "vollständige Impfung" vorausgesetzt werde. Man erlaube "die Teilnahme weit über den Rahmen der geltenden Maßnahmen hinaus, Teilnahmebedingung bei den heiligen Messen und anderen Anlässen" werde jedoch die volle Impfung sein. Auch damit wolle man "erreichen, dass der Besuch des Heiligen Vaters ein geistliches Erlebnis für die größtmögliche Teilnehmerzahl wird".

Erzbischof Zvolensky erklärte dazu, diese Entscheidung werde "im Geist unserer Forderung wahrgenommen, dass an den Begegnungen mit dem Heiligen Vater möglichst viele Leute teilnehmen können". Der Kirche sei mitgeteilt worden, dies sei "vom Standpunkt der Sicherheit und der technischen Möglichkeiten her die einzige reelle Weise, die Teilnehmerzahl nicht radikal zu beschränken". Es sei wichtig, "dass die Entscheidung gefallen ist und auch die Organisatoren schon wissen, wie sie dran sind", so der Pressburger Erzbischof.

Innerkirchliche Debatte

Die Behörden kommen mit ihrem Beschluss der Kirche entgegen, denn nach den derzeit gültigen Pandemie-Bestimmungen dürften an einer Veranstaltung maximal 1.000 Personen teilnehmen. Der Sprecher der Bischofskonferenz, Martin Kramara, stellte sich auch hinter den Beschluss der Behörde. Die Bischöfe wollten möglichst vielen Menschen die Teilnahme an Programmpunkten mit dem Papst ermöglichen. Dabei seien verschiedene Varianten erwogen worden und man akzeptiere die nunmehr staatlicherseits festgelegte Variante. Den Papstbesuch auf die Teilnahme von jeweils nur 1.000 Personen zu beschränken, wäre "im Grunde unvorstellbar" gewesen.

Ein Vorgänger Kramaras als Sprecher der Bischofskonferenz, Marian Gavenda, machte sich demgegenüber zum Sprachrohr vieler Gläubiger, die ihren Unmut über die Verordnung der Regierung äußern. Der "gesunde Menschenverstand" frage sich angesichts von "Millionen Urlaubern, die auf den Meeresstränden den ganzen Tag über Kopf an Kopf beieinander liegen", ob nicht die Testpflicht genügen würde. Er verstehe zwar den "Wunsch der Gegenseite, den Papstbesuch zur Erhöhung der Impfquote zu nutzen", doch müsse man "darauf achten, dass die Maßnahme nicht den Anflug einer Nötigung" annehme, gegen die "unsere Leute kraft ihres bewussten und unbewussten historischen Gedächtnisses besonders empfindlich sind". Gavenda fürchtet auch, dass die Impfpflicht zu einer "weiteren Polarisierung der Gesellschaft" führen und entgegen der dahinter stehenden Absicht die "Aversion gegen die Impfung sogar verstärken" könnte.
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