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Vatikan fordert bessere Schutzmaßnahmen gegen Menschenhandel

Menschenhandel (Symbolbild)
© Erzdiözese Wien
Ständiger Vertreter des Heiligen Stuhls bei der UNO in Wien, Urbanczyk, schlägt Alarm angesichts deutlicher Zunahme der Ausbeutung von Menschen infolge der Pandemie - Warnsysteme für das Internet gefordert
Ausbeutung
13.10.2021, 15:45 Uhr Österreich/Vatikan/Kriminalität/Menschenrechte/Kirche/Diplomatie/Internet
Wien, 13.10.2021 (KAP) Große Sorge über eine Zunahme des weltweiten Menschenhandels infolge der Corona-Pandemie hat der Vatikan geäußert. Das Ausmaß der damit verbundenen sexuellen Ausbeutung und der Ausbeutung der Arbeitskraft habe im Jahr 2020 noch erheblich zugenommen. Damit handle es sich gleich hinter dem Drogenhandel um die zweitprofitabelste kriminelle Aktivität weltweit, wobei sogar der illegale Waffenhandel auf Platz drei verdrängt wurde. Das erklärte der Ständige Vertreter des Heiligen Stuhls bei den internationalen Organisationen in Wien, Janusz Stanislaw Urbanczyk. Der Erzbischof äußerte sich am Dienstag bei der Arbeitsgruppe Menschenhandel des UNO-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC).

Infolge der weltweiten Lockdowns hätte sich nicht nur weite Teile des Handels, sondern auch der Menschenhandel immer mehr ins Internet verlagert, berichtete Urbanczyk. Besonders die Anwerbung von Opfern geschehe nun vor allem auf diese Weise. Papst Franziskus liege viel daran, dieses "abscheuliche Verbrechen" in all seinen Formen zu bekämpfen, betonte der Erzbischof.

Die Akteure in Politik und Gesellschaft rief der Vatikan-Vertreter dazu auf, sich energischer als bisher dafür einzusetzen, "dass digitale Plattformen nicht von Menschenhändlern als Werkzeug benutzt werden können, um Opfer anzulocken, zu umgarnen und auszubeuten". Ein Mechanismus auf internationaler Ebene sollte Staaten künftig dabei unterstützen, Verdachtsfälle für Menschenhandel in den Sozialen Medien und in anderen Kommunikationsmitteln als solche zu erkennen und zu melden. Die betroffenen Plattformen gelte es wirksam zu überwachen und Straftäter strafrechtlich zu verfolgen.

Schließlich forderte Urbanczyk auch enge Zusammenarbeit der Regierung mit internationalen Finanzermittlern bei der Verfolgung und Überführung mutmaßlich krimineller Organisationen auf. Beschlagnahmte finanzielle Gewinne sowie Strafzahlungen aus dem Bereich Menschenhandel sollten für Programme zweckgewidmet werden, die sich um dessen Opfer kümmern.
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