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"72 Stunden ohne Kompromiss" österreichweit gestartet

© Daniel Furxer
Bis Samstag engagieren sich wieder tausende Jugendliche in ganz Österreich - "Startfeste" und Aktionen in zahlreichen Diözesen - Bischöfe und Politiker würdigen Engagement junger Menschen für andere unter dem Motto "Wir mischen mit!"
Jugend
14.10.2021, 12:30 Uhr Österreich/Kirche/Jugendliche/Soziales/72 Stunden
Wien/Salzburg/Innsbruck/Linz, 14.10.2021 (KAP) Mit einem Countdown und Eröffnungsveranstaltungen in vielen Diözesen ist am Mittwochnachmittag Österreichs größte Jugendsozialaktion "72 Stunden ohne Kompromiss in seine mittlerweile zehnte Auflage gestartet. Unter dem Motto "Wir mischen mit!" beteiligen sich bis Samstag tausende Jugendliche an unterschiedlichen sozialen Aktionen in ganz Österreich. Organisiert wird die Aktion von der Katholischen Jugend Österreich (KJÖ) in Zusammenarbeit mit der Jugendaktion der Caritas "youngCaritas" und dem ORF-Radiosender "Hitradio Ö3".

Als "starkes Hoffnungszeichen in einer vielfach belasteten und streckenweise müde gewordenen Gesellschaft", bezeichnete Bischof Hermann Glettler die Sozialaktion beim diözesanen Auftakt am Mittwochnachmittag beim "Goldenen Dachl" in Innsbruck, wie die Diözese in einer Aussendung bekannt gab. "72 Stunden" biete heuer wieder die Chance, "Brücken zu bauen, Gemeinschaft zu leben und Schöpfungsverantwortung wahrzunehmen", so der Bischof. Das Engagement zeige, "dass wir für die herausfordernden Schicksale anderer Menschen berührbar bleiben müssen. Mit dieser Herzenshaltung entsteht eine neue soziale Kreativität".

Auch Tirols Landehauptmann Günther Platter (ÖVP) betonte die Wichtigkeit der "72 Stunden": "Diese Aktion hat bereits in den Vorjahren eindrucksvoll gezeigt, wie groß die Bereitschaft von jungen Menschen ist, die Ärmel hochzukrempeln, zusammenzuarbeiten und sich für die Belange anderer einzusetzen". Ohne ehrenamtliches Engagement, "wäre unsere Gesellschaft um einiges ärmer", zeigte sich Platter überzeugt.

Für die Caritasdirektorin der Diözese Innsbruck, Elisabeth Rathgeb, ist die Aktion ein "Erfolgsprojekt": "Es bietet Jugendlichen die Chance, sich für ein konkretes Projekt zu engagieren und zugleich Spaß und Gemeinschaft zu erleben".

40 Projekte in Salzburg

In der Erzdiözese Salzburg beteiligen sich 400 Jugendliche und junge Erwachsene in 40 Projekten an der Aktion. "Danke für euer Engagement und euren Einsatz für die Armen, Kranken, Alten und Fremden. Seid auch weiterhin Zeugen gelebter Nächstenliebe", sagte Erzbischof Franz Lackner in einer Botschaft beim "Startfest" im Caritas-Haus Elisabeth in Salzburg.

In einer Videobotschaft wandte sich auch Bundesministerin Susanne Raab (ÖVP) an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. "Diese 72 Stunden ohne Kompromiss sind ein hervorragendes Beispiel dafür, wie beherzt, wie tatkräftig und wie engagiert die junge Generation bereit ist, sich für andere Menschen und für soziale Projekte einzusetzen. Sich für andere einzusetzen bereichert immer auch den Helfenden selbst", so Raab.

"Es ist wunderbar, dass sich junge Menschen nach den massiven Einschränkungen durch die Pandemie wieder engagieren dürfen und wollen. Gemeinschaft, Kennenlernen und ein Gefühl für Menschen am Rande der Gesellschaft, in Armut oder mit Behinderungen zu bekommen - das steht bei '72 Stunden ohne Kompromiss' im Mittelpunkt", sagte Johannes Dines, Direktor der Caritas Salzburg.

Landesrätin Andrea Klambauer (NEOS) freute sich über die vielen Projekte, die in der Erzdiözese stattfinden: "Man sieht, dass in 72 Stunden viel erreicht werden kann, wenn man gemeinsam anpackt - so macht man einen Unterschied in der Gesellschaft."

Wiener Start in der alten Anker-Brotfabrik

Auch in Wien wurden die "72 Stunden ohne Kompromiss" am Mittwochnachmittag mit einem "Startfest" im Ankersaal der alten Anker-Brotfabrik im Bezirk Favoriten eröffnet. Mit dem gemeinsamen Zählen des Countdowns, Musik der Band "Zug nach Wien" und Live-Schaltungen in die Diözesen Österreichs fiel der Startschuss für zahlreiche soziale Projekte in der Erzdiözese Wien, hieß in einer Aussendung der Erzdiözese.

Besonders belastend sei die Corona-Pandemie für junge Menschen gewesen, zeigte sich Klaus Schwertner, Geschäftsführer der Caritas der Erzdiözese Wien, überzeugt. "Sie haben große Solidarität mit der älteren Bevölkerung gezeigt und haben ihre Bedürfnisse lange Zeit zurückgesteckt. Deshalb ist es jetzt Zeit, die Jugendlichen selbst in den Mittelpunkt zu stellen und ihren Fähigkeiten eine Bühne zu bieten - bei '72 Stunden ohne Kompromiss' geht es einmal mehr um gelebte Solidarität". Die Unterstützung und Begleitung junger Menschen bei ihren freiwilligen Einsätzen und darüber hinaus sei ein wichtiger Beitrag für mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft. Dies sei in einem Zeitalter der Spaltung wichtiger denn je, so Schwertner.

Die neu gewählte Vorsitzende der Katholischen Jugend Wien, Viktoria Mayer, freute sich, dass sich heuer trotz Pandemie wieder zahlreiche Jugendliche bei "72 Stunden ohne Kompromiss" engagieren: "Nächstenliebe und Engagement gehören zur Kirche und sind besonders in Zeiten wie diesen wichtig". Berührend sei es für sie, dass Jugendliche bei der Jugendsozialaktion mit Menschen aus verschiedenen Lebenssituationen in Kontakt kommen, ihnen helfen und ein offenes Ohr für sie haben, so Mayer.

270 Jugendliche in Oberösterreich

In Oberösterreich waren etwa 270 Jugendliche am Mittwochnachmittag zum "Freiraum des Kunstmuseums Lentos" gekommen, um den Start von "72 Stunden ohne Kompromiss" zu feiern. Neben den Jugendlichen nahmen bei der Startveranstaltung auch der Präsident des Oberösterreichischen Landtags Wolfgang Stanek (ÖVP), Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ, Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne), die Linzer Vizebürgermeisterin Karin Hörzing (SPÖ) sowie Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer (ÖVP) teil, wie die Diözese Linz am Donnerstag in er Aussendung bekannt gab.

Projektkoordinatorin Judith Zeitlhofer von der Katholischen Jugend Oberösterreich: "Wir leben in einer spannenden und herausfordernden Zeit. Die Pandemie hat viele Aktivitäten eingeschränkt - umso mehr freuen wir uns, dass Österreichs größte Jugendsozialaktion nun endlich stattfinden kann."

Mit der Aktion wolle man den Blick nach vorne richten und stelle den kompromisslosen Einsatz der jungen Menschen in den Mittelpunkt. "Sie werden in den nächsten 72 Stunden alles geben und voller Motivation, Kreativität und Tatendrang ans Werk gehen. Dafür möchte ich schon jetzt Danke sagen", so Zeitlhofer.

"72 Stunden ohne Kompromiss" feiert in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum: Bereits zum zehnten Mal findet die Jugendsozialaktion statt, die von der Katholischen Jugend Österreich in Zusammenarbeit mit der "youngCaritas" und "Hitradio Ö3" organisiert wird. Insgesamt engagieren sich in ganz Österreich 2.500 Jugendliche.

(Infos: www.72h.at)
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