Diözesane Ergebnisse nach dem PGR-Kongress
Wortlaut der diözesanen Ergebnissicherung im Anschluss an den PGR-Kongress in Mariazell
Wien, 18.05.10 (KAP) Am Vormittag des letztes Tages des PGR-Kongresses in Mariazell haben sich die Diözesen noch einmal mit ihren jeweiligen Bischöfen zur Beratung und diözesanen Ergebnissicherung zurückgezogen. "Kathpress" dokumentiert die Ergebnisse im Folgenden im Wortlaut der diözesanen Eingaben:
Gurk-Klagenfurt
Beim Treffen der diözesanen Gruppe anlässlich des PGR-Kongresses in Mariazell zeigten sich die Delegierten der Diözese Gurk-Klagenfurt gestärkt. Die Kirche habe in Mariazell in schwierigen kirchlichen Zeiten ein vitales Zeichen gegeben, der Kongress selbst sei von einer Atmosphäre der Offenheit und der gegenseitigen Wertschätzung getragen gewesen, trotz auch zum Teil massiver Kritik an der kirchlichen Leitung, die in Mariazell formuliert worden ist. Es war, so die Delegierten einhellig, in Mariazell möglich, frei und ohne Zwang untereinander ins Gespräch zu kommen, mit anderen Pfarrgemeinderäten ebenso wie mit den versammelten Bischöfen.
Der Kongress sei auch ein wichtiger Baustein auf dem Weg in die kommende Pfarrgemeinderatswahl im Jahr 2012 gewesen. Die Offenheit der Bischöfe habe den Vorwurf entkräftet, dass über die "heißen Eisen" nicht diskutiert werden dürfte. Nun wäre es wichtig, als Pfarrgemeinderat "ansteckend" zu wirken und den Menschen in den Pfarren zu zeigen, dass wir als Kirche nach vorne schauen. Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz bedankte sich bei den Delegierten für ihre Teilnahme und für ihre Engagement und sprach den Pfarrgemeinderäten sein Vertrauen aus. Er selbst würde aus Mariazell viel Dankbarkeit mitnehmen und spüre, dass von Mariazell eine "Aufbruchstimmung" zurück nach Gurk mit getragen würde.
Die diözesane Weiterarbeit solle, so die Delegierten auf mehreren Ebenen stattfinden:
- Fortführung des Dialoges und Weiterwirken-Lassen des Geistes von Mariazell durch die diözesanen Gremien wie dem Diözesanrat
- Erfahrungsberichte vom Geist von Mariazell in den Dekanaten und Pfarren der Diözese durch die Delegierten
- Schaffung von Dialog- und Gebetsräumen in den Dekanaten und Pfarren, um die Erfahrungen von Mariazell auch in kleineren Einheiten erleben zu können
- Diözesaner Begegnungstag und -kongress im Vorfeld zur nächsten Pfarrgemeinderatswahl
St. Pölten
In Arbeitsgruppen sprachen die Delegierten, was sie mitnehmen bzw. sie beeindruckt hat. Eine Auswahl: spürbare Gemeinschaft; Offenheit und Betroffenheit der Bischöfe; das Bild der Familie Gottes; Bischöfe gemeinsam mit uns unterwegs; Aufbruchstimmung; spüren der Verbundenheit - Offenheit; Wir haben die Wertschätzung der Arbeit der PGRs gespürt
PGR = Grundgewebe und Lebensboden der Kirche (vgl. Kardinal Schönborn)
Viele Ideen sprudelten zur Frage "Was tragen wir weiter? Wie? Was wünschen wir uns?" Grundsätzlich sollen die Anliegen, Impulse aus dem Kongress in die Dekanate, Pfarren und Pfarrgemeinderäte weitergetragen werden. Wieder eine Auswahl:
- die Frage der Leitung in den Pfarrgemeinden weiterentwickeln: Ansprechpartner in den Pfarren finden, Bindeglied zum Pfarrer, es braucht Entwicklung von Koordinationsmodellen in /von Pfarren, es braucht Ansprechpartner in Pfarren
- Lebenskultur der Priester in den Blick nehmen
- Arbeitskreis für "Neues" gründen - dazu Unterlagen, Unterstützung von Diözese
- offizielle Beauftragung von Ehrenamtlichen für ihre Aufgaben
- Aus- und Weiterbildung der Ehrenamtlichen, Befähigung für Aufgaben
- Zukunftsprozess: wie schaut es in 25-30 Jahren aus, sollte groß angelegt sein, mit einer Kraft in die Zukunft gehen
- auf Burnout auch der Ehrenamtlichen achten
- Aufbruchstimmung in die Gemeinden tragen
- Charismen auch außerhalb des PGR suchen, fördern und unterstützen
- PGRs sollen regelmäßig in Dekanatskonferenzen eingeladen werden -
- Dank-Fest für PGR am Ende oder Sendungsfeier am Beginn der Periode
Aus der Gruppe der Jugend-PGRs gab es vor allem konkrete Vorschläge, wie die Inhalte weitergetragen werden können (Homepage, PGR-Nachrichten). Vorgeschlagen wird auch eine Vereinbarung über kürzere Zeiten für Jugend-PGRs auf Grund schneller wechselnder Lebenssituationen.
Als nächsten Schritt nach Kongress und Wallfahrt wird es unter Einbindung der Delegierten bis Ende November 2010 in allen 20 Dekanaten der Diözese Treffen von PGR-Vorständen (inkl. der Hauptamtlichen) geben, um die Anliegen des Kongresses "Der Beitrag der PGR zu einer lebendigen und missionarischen Kirche in der Welt von heute" weiterzutragen und weiter zu entwickeln. Die Termine sollen bis Sommer fixiert werden. Im August sollen über das Medium "PGR-Nachrichten" alle 8.000 PGRs über den Kongress direkt informiert werden.
Selbstverständlich soll im diözesanen Pastoralrat dazu weitergearbeitet werden.
Zur Vertiefung der Spiritualität werden in der Fastenzeit 2011 auch die PGR "T(D)ankstellen" in vier Regionen der Diözese angeboten.
Im Blick ist aber auch schon alles rund um die PGR-Wahl 2012. Auch für ein gutes Startpaket im Sinn von Befähigung und Ausbildung der neuen PGRs am Beginn der Periode beginnen die Planungen jetzt schon.
Eisenstadt
Die Teilnehmer der Diözese Eisenstadt äußerten sich positiv zu PGR-Wallfahrt und Kongress in Mariazell. Besonders gelobt wurde das Erleben von Gemeinschaft und die Offenheit der Kommunikation.
Inhalte des Gesprächs waren:
- Nachfolge von Diözesanbischof Paul Iby
- Ratsvikar/innentreffen Herbst 2010
- Überarbeitung von Statut, Wahl- u. Geschäftsordnung
- Vernetzungen auf Dekanatsebene
- Anforderungsprofil für Pfarrgemeinderäte
- Einbindung von PGR bei Personalentscheidungen
Graz-Seckau
Grundsätzlich gibt es eine sehr positive Stimmung. Dankbarkeit für das Ermöglichen und das Erleben des österreichweiten Austausches und der Begegnung mit den Bischöfen auf "Augenhöhe" wurde als sehr bereichernd erlebt. Die Kategorien von "oben" und "unten" wurden aufgeweicht und ein Miteinander wurde spürbar. Es wurden die Probleme klar auf den Tisch gelegt, es wurden hoffnungsvolle Wege aufgezeigt, die Jugend hat eine starke Stimme erhalten und wurde sehr gut gehört. Wir stehen vor Veränderungen, die von allen mitgetragen werden müssen, daher wird es auch Kompromisse geben. Damit müssen wir leben lernen. Vorraussetzung für die Schritte wird der Blick, das Wiederaufnehmen des Geistes des Konzils sein (vgl. R. Bucher). Weiters braucht es ein Neudenken der "Volkskirche", nicht hin zu einer kleinen Herde oder Sekte. Es braucht das "Prinzip Stellvertretung", weil Kirche vor Ort immer auch Weltkirche ist.
Konkrete Vorschläge für die Pfarrgemeinderatsentwicklung bzw. -arbeit:
1) Ergebnisse und "Stimmung" des Kongresses sehr weit verbreiten
2) Entwicklung auf echte Mitverantwortung und Kompetenzstärkung hin; dazu braucht es:
- Überdenken der Leitungsverantwortung
- Bewusstseinsbildung bei Laien bzw. Volk Gottes
- Begleitende Maßnahmen (Aus-, Weiterbildung, Beauftragung)
- Überdenken des Priester- bzw. Pfarrerbildes
- Funktionsbeschreibungen
- Verankerung im Statut
3) "PGR-Wahl":
- Neue Kompetenzen und Aufgaben haben möglicherweise Aufwirkung auf den Prozess der "Gremienerstellung"
- Klares Bild für die KandidatInnensuche
- Ehrenamt aufwerten
4) Spiritualität im PGR neu verankern:
- Nur von "begeisterten PGR kann der Funke überspringen
- Gottesfrage nicht vergessen bzw. in den Vordergrund stellen
Für den offenen Gesprächsprozess werden neben den im Kongress genannten Themen noch folgende Aspekte erwähnt:
- der begonnene Prozess muss weitergeführt werden
- Priesterausbildung braucht eine besondere Aufmerksamkeit
- Jugendfrage
- Neue Medien
- Wer muss/darf Pfarrer werden? Anforderungsprofil für Pfarrer erstellen, wie auch für andere Berufsstände
- Keine "Standesgruppen" vergessen!
Linz
Im Diözesanaustausch wurde festgehalten: Der Pfarrgemeinderat wird als Brückenbauer zwischen Kirche und Bevölkerung/Gesellschaft gesehen. Die Pfarrgemeinderäte haben laut oberösterreichischen Delegierten die Bevölkerung im Blick und bemühen sich um ein Wahrnehmen von deren Bedürfnissen und Themen.
Im Hinblick auf die Pfarrgemeinderatswahl 2012 wird durch die neue Leitlinie für Ehrenamtliche der Diözese Linz ein Klima der Wertschätzung innerhalb der Diözese geschaffen, so dass es erleichtert wird, neue Menschen für den kommenden Pfarrgemeinderat zu gewinnen.
Der Pfarrgemeinderat hat sich in den letzten Jahren zum Verantwortungs- und Entscheidungsgremium gewandelt. Er hilft zum großen Teil wesentlich mit, die Lebendigkeit einer Pfarre zu gewährleisten.
Eine Vernetzung unter den Pfarrgemeinderäten wurde auch von der oberösterreichischen Delegation angeregt.
In Hinblick auf die Diözesanleitung sprachen sich die anwesenden Pfarrgemeinderäte dafür aus, dass diese Vertrauen dem Volk Gottes entgegenbringen solle. Aus Sorge um die Zukunft der Pfarren, baten die Delegierten die Leitungsstruktur auch in kleinen Pfarren zu sichern und Qualitätskriterien für Laien und Priester in der Pastoral zu benennen, bzw. durch geeignete Maßnahmen auch zu sichern. Die Pfarrleitung baten die Delegierten, sich in Teamarbeit zu schulen und die Menschen in deren Fähigkeiten und Charismen zu befähigen und ermutigen.
Bischofsvikar Vieböck betonte in seinem Rückblick, dass dieser Kongress ereignisreiche Tage gewesen seien. Es seien viele konkrete Punkte angesprochen worden, einige davon könnten sofort umgesetzt werden. "Wir werden uns in der Diözese bemühen, diese Anregungen, wo für uns möglich, zu sichern", so Vieböck.
Diözesanbischof Schwarz sprach von einer wertvollen und positiven Begegnung in Mariazell. Er gehe bereichert nach Hause. Von den Pfarrgemeinderäten seien viele Impulse und Forderungen ausgegangen, die zum Nutzen der gesamten Gemeinde zum Tragen kommen sollen. "Ich habe den Eindruck eines Neuaufbruches", so Schwarz: "und ich war auch ein wenig stolz auf das, was von den Linzern bei diesem Kongress eingebracht wurde."
Innsbruck
Es herrscht eine Stimmung der Dankbarkeit vor, Dankbarkeit für die offenen Worte, für die Klarheit der Themen, für die Informationen, aber auch für die Gemeinsamkeiten und für das gemeinsame Feiern. Spürbar war die gemeinsame Sorge um die Zukunft der Kirche wie auch eine große Motivation, sich für diese einzusetzen.
Mariazell hat berührt und motiviert, es bleibt die Sorge, dass die Erwartungen nicht ausreichend erfüllt werden können. Wir alle hoffen, dass wir den Geist dieses Treffens auch in unserer Diözese, in unseren Pfarren und Pfarrgemeinderäten weitergeben können.
Konkrete Vorhaben in unserer Diözese:
Wir brauchen auch in unserer Diözese diese Orte der Motivation, des Austausches und der Information.
- Die "Dekanatsstammtische für PGR-Obleute" (Regionaltreffen) sollen in den nächsten Jahren fortgeführt und erweitert werden.
- Mit den dekanatlichen Pastoraltagen wollen wir einmal im Jahr (pro Dekanat) pastorale Impulse für alle Pfarrgemeinderäte geben.
- Diözesan wird es verstärkt ein Schulungsangebot für Pfarrgemeinderäte (PGR-Akademie) zu Stärkung der inhaltlichen und methodischen Kompetenz geben.
- Für die nächste PGR-Wahl soll ein Film entstehen, welcher die Arbeit eines Pfarrgemeinderates gut und konkret darstellt und ermutigt, in der Pfarre mitzuarbeiten.
- Die Vertretung Jugendlicher im Pfarrgemeinderat ist sehr wichtig, darauf wird bei der nächsten Wahl besonders Wert gelegt.
Salzburg
Erzbischof Alois Kothgasser war sich mit seinen diözesanen Delegierten darin einig, dass der in Mariazell neu aufgenommene Dialog auf allen Ebenen fortgesetzt und vorangetrieben werden soll. Dafür werde er sich nach seinen Möglichkeiten einsetzen - z.B. mit der Arbeitsgruppe zur Situation der Wiederverheirateten Geschiedenen. Die Pfarrgemeinderäte sollen für ihre Rolle als Gestaltungsgremien mit den entsprechenden Kompetenzen und Zuständigkeiten formell besser ausgestattet werden. Dazu wird auf Österreichebene eine PGR-Rahmenordnung angestrebt.
Der Kontakt zu Jugendlichen wird ein Schwerpunkt der kommenden Zeit sein. Die Pfarrgemeinderäte werden ihre Aufmerksamkeit diesem Thema im Herbst in besonderer Weise widmen. Die Kultur des Ehrenamtes wird gestärkt. Auch dazu wird bereits im Oktober eine gemeinsame diözesane Tagung stattfinden, zu der Ehrenamtliche aus der ganzen Erzdiözese eingeladen werden. Ziel ist die Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen sowie der Formen von Beauftragung und Anerkennung. Wichtige Initiativen zur Innovation der Seelsorge werden unter dem Stichwort "Offener Himmel" weitergeführt und verstärkt.
Wien
Die Erzdiözese Wien stellte mit über 100 Delegierten das größte Kontingent an TeilnehmerInnen beim Kongress bzw. der Wallfahrt. In der diözesanen Gruppe wurden zunächst drei Statements über persönliche Beobachtungen während des Kongresses abgegeben: Heinz Weinrad, PGR, betonte, dass einige Aspekte besonders im Blick bleiben sollten:
- die Machtstrukturen in der Pfarre und Kirche: Seelsorge gegen andere geht nicht; Autorität muss sich ausweisen und durch Aus- und Weiterbildung weiter entwickeln.
- Themen müssen aufmerksam diskutiert werden, aber es darf nicht beim diskutieren bleiben sondern es muss zum Handeln führen - Oft beschäftigen wir uns mit inneren Strukturen und kreisen um uns selbst, aber erst gute Strukturen ermöglichen es, hinaus zu gehen und missionarisch zu wirken.
- Wie gelingt es große Themen inhaltliche Themen durchzudiskutieren?
- Wie geht es jetzt weiter? Wir dürfen nicht stehen bleiben. Die Solidarität mit den Bischöfen ist deutlich zu Tage getreten.
Martin Wiesauer, kategoriale Seelsorge, ergänzte, dass der PGR für die Kontinuität beim Pfarrerwechsel steht. Es stellt sich nur die Frage, wie neue Pfarrer gesucht und ernannt werden? Konsens herrscht nach seiner Meinung, dass in den Pfarren zunehmend charismenorientiert gearbeitet werden muss. Zu beachten ist aber auch die mögliche Überforderung sowohl der Pfarrgemeinderäte, als auch der Priester. Für die weitere Entwicklung hielt er fest, dass man freudig Neues ausprobieren und riskieren sollte. Dann könnte die Kirche auch wieder eine prägende Kraft in die Gesellschaft einbringen.
Herbert Leuthner, Missionar in Ecuador, ergänzte aus seiner Erfahrungen in der Mission, dass verstärkt bei der Analyse der Gesellschaft begonnen werden müsste, um kirchliches Handeln zu initiieren. Bibelarbeit und das Studium des 2. Vatikanischen Konzils sind eine fundierte Grundlage für die Arbeit in der Kirche. Die Basis muss in die Prozesse eingebunden werden.
In weiteren Statements wurde deutlich, dass
- sich alle Kräfte gegenseitig ergänzen müssen (Pfarrer, PGR, KA, Pass) und ein gutes Zusammenwirken mit der Diözesanleitung gegeben sein muss,
- die spirituelle Dimension des Handelns im PGR nicht vergessen werden darf,
- die Pfarrgemeinderäte nicht überfordert werden,
- hier ist eine bessere Arbeitskultur einzufordern,
- wir die Ressourcen bündeln und uns auf die kommenden Zeiten vorbereiten müssen
- die Jugend und die anderssprachigen Gemeinden stärker im PGR vertreten sein müssen,
- die Zusammenarbeit im Dekanat verstärkt werden und
- die missionarische Dimension unseres Handelns unbedingt ausgebaut werden muss.
Aus zeitlichen Gründen musste die angeregte Diskussion abgebrochen werden.
In seinem Statement machte Kardinal Schönborn deutlich, dass Mariazell für die Wiener Erzdiözese nur ein Schritt auf dem Weg des diözesanen Prozesses "APG 2010" ist. Beim Studientag am 18. September geht es konkret um die zukünftigen Gemeindestrukturen in der Erzdiözese; die 3. Diözesanversammlung steht noch aus.
Unabdingbar ist ein fixer Platz für die Jugend im PGR. Es gibt nicht nur Pfarrgemeinderäte in der Pfarre, sondern auch andere MitarbeiterInnen. Ziel wäre es, wenn sich ein Drittel der Gewählten bei jeder Wahl erneuern würden. Die Situation der anderssprachigen Gemeinden muss stärker berücksichtigt werden und die jetzt schon bestehenden Möglichkeiten der Mitarbeit der ReligionslehrerInnen sollen ausgeschöpft werden. Grundsätzlich stellt sich die Frage der Unterscheidung zwischen einer Gemeinde und einer Pfarre - sie sind nicht ident.
Michael Scharf, Pastoralamtsleiter, wies darauf hin, dass die Arbeit im Pfarrgemeinderat sehr stark von konkreten Personen abhängt. Dort, wo echte Begegnung stattfindet, passiert miteinander und mitverantwortliches Entscheiden. Die beginnende Novene und die Missionswoche sind gute Gelegenheiten, mit den Menschen, die uns fern stehen, in den Dialog zu treten. Durch die Missionswoche wird auch der Studientag am 18. September eine andere Perspektive erhalten.
Feldkirch
Eindrücke zum Kongress:
- Das Erlebnis der Vielfalt der Kirche in Österreich und die gemeinsame Sorge um die christlichen Pfarrgemeinden waren ein aufbauendes Erlebnis. Das ehrliche und besorgte Ringen um die Zukunft unserer Pfarrgemeinden ist auf allen Ebenen, ob Pfarrgemeinderäte oder Bischöfe, ob Ehren- oder Hauptamtliche, sehr deutlich geworden. Es war eine Begegnung auf Augenhöhe, eine anregende Auseinandersetzung auf höchstem Niveau.
- Begegnung auf Augenhöhe hat stattgefunden zwischen Ehren- und Hauptamtlichen zwischen Laien und Amtsträgern. Es war ein wertschätzendes Miteinander auf allen Ebenen. Das gemeinsame Ringen um die Kirche ist sichtbar geworden. Die gemeinsame Liebe zur Kirche und das starke Engagement für die Botschaft Jesu ist beeindruckend zum Ausdruck gekommen.
- Dass sich die Jugend so stark eingebracht hat, war sehr erfrischend, hat Aufwind gebracht und hat aufgerüttelt. Jugend hat auf sich aufmerksam gemacht. Viele Menschen lassen sich von Kirche, von der Botschaft Jesu berühren.
- Die Bischöfe haben zugehört und sich den Anliegen, auch den heißen Eisen gestellt. Vor allem die ehrliche Sorge des Kardinals Schönborn um die Kirche und um die Pfarrgemeinden ist sehr gut aufgenommen worden und hat ihm viel Sympathie und Zustimmung gebracht. Die echte Sorge der Pfarrgemeinderäte ist auf Gehör bei den sich sorgenden Bischöfen gestoßen.
- Es gab einen guten Gesprächsraum für alle Standesgruppen, ebenso Vernetzung und Begegnungsmöglichkeiten für Sorgen und Nöte der Anwesenden. Auch die hervorragende Organisation muss hervorgehoben werden.
- Mariazell als glaubens- und geschichtsträchtiger Ort hat für diese Begegnung einen idealen Rahmen dargestellt. Kongress und Wallfahrt standen in einem sehr guten Verhältnis zueinander. Ansprechende und beseelte Gottesdienste waren eine gute Kraftquelle. Das gemeinsame Ringen und Suchen im Glauben und das gemeinsame Feiern des Glaubens sind in einem sehr guten Verhältnis zueinander gestanden. Kongress und Wallfahrt sind zu einem gemeinsamen Werk zusammengewachsen.
- Es ist mehr ins Bewusstsein gekommen, dass die Christ/innen und im Speziellen die Pfarrgemeinderäte eine Elite in den Pfarrgemeinden und somit hochbedeutsam für deren Zukunft sind. Diese Sichtweise und dieses Engagement sind für die Zukunft eine wichtige Entfaltungsperspektive. Die Pfarrgemeinderäte sind beseelend in den Gemeinden.
Verwunderung:
Trotz dieser deutlich spürbaren ehrlichen Sorge aller Anwesenden um das Wohl der Pfarrgemeinden war der Vorwurf speziell an die Laien am Rande zu hören, sie wären zu wenig spirituell verwurzelt und zu wenig biblisch im Glauben verankert.
Was wir mitnehmen:
- Es ist wichtig eine Form zu finden für die regelmäßige Begegnung auf Augenhöhe zwischen Pfarrgemeinderäten und Diözesanleitung.
- Es ist gut zusammenzukommen, die eigene Reflexion zur Situation der Pfarrgemeinderäte zu erörtern.
- Es ist eine Herausforderung, in die Sendung der Pfarrgemeinde in der Zeit von heute hineinzuwachsen und diese umzusetzen.
- Es war deutlich herauszuhören, Pfarrgemeinderäte wollen entscheidend mitgestalten und somit an der Leitung der Pfarrgemeinde teilhaben.
- Wir wollen miteinander im Gespräch bleiben. Wir sind auch bestätigt worden, dass wir mit unserem Pastoralgespräch in unserer Diözese auf einem guten Weg sind.
- Es gibt viele, die Kirche verantwortungsvoll mittragen.
Impulse:
- Wir müssen uns immer wieder die Frage stellen: Ist Gott in unseren Gemeinden erlebbar, spürbar?
- In unserem Glauben steht das Glück des Menschen über der Moral.
- Es ist eine zentrale Aufgabe des Christen, stellvertretend vor Gott zu sein, auch für solche, die nicht da sind.
- Es braucht ein wertschätzendes Miteinander von Ehren- und Hauptamtlichen auf allen Ebenen.

