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Stichwort: "Urbi et Orbi"-Segen

Ostern und Weihnachten erteilt Papst vom Balkon des Peterdomes aus den Segen "der Stadt und dem Erdkreis"

08.04.2012

Vatikanstadt (KAP) Ostern und Weihnachten erteilt der Papst vom Balkon des Peterdomes aus den "Urbi et Orbi"-Segen. Die lateinischen Worte bedeuten übersetzt "der Stadt und dem Erdkreis". In dieser Formel kommt der weltumfassende Anspruch der katholischen Kirche zum Ausdruck. Sie geht auf die römische Antike zurück. Damals galt Rom als Inbegriff der Stadt ("urbs") schlechthin und als Mittelpunkt des Erdkreises ("orbis"). Heute verbindet der Papst mit dem "Urbi et Orbi"-Segen ferner Oster- und Weihnachtsgrüße in mehr als 60 Sprachen.

 

Mit dem "Urbi et Orbi"-Segen verbunden ist ein vollkommener Ablass. Er bezieht sich auf alle zeitlichen Strafen im Jenseits, die nach katholischer Lehre für Sünden abzubüßen sind. Voraussetzung für seine Wirksamkeit ist, dass die jeweilige Schuld durch Beichte, Kommunionempfang und Gebete sowie Werke der Buße schon getilgt ist.

 

Segen und Ablass gelten seit 1985 auch für alle Gläubigen, die der Zeremonie vor den Fernsehgeräten beiwohnen. Für Radiohörer ist dies schon seit 1967 der Fall.

 

Der Vatikan verwendet die Formel "Urbi et Orbi" auch für bestimmte Dokumente, die weltweite Geltung beanspruchen. Weitere Anlässe für ihren Gebrauch sind Selig- und Heiligsprechungen, besondere Ablässe sowie der erste Segen, den ein Papst nach seiner Wahl spendet.

 

 

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