Druckansicht - Friday 24. October 2014

Inhalt:

Kubanischer Kardinal kündigt Papstbesuch im Staatsfernsehen an

Internetseite freigeschaltet - Experte: Position der Kirche in Kuba wird gestärkt

14.03.2012

Havanna (KAP) Mit einer kurzen Ansprache im staatlichen Fernsehen hat Kardinal Jaime Ortega y Alamino am Dienstagabend (Ortszeit) die Kubaner eingeladen, Papst Benedikt XVI. am 26., 27. und 28. März mit offenen Armen zu empfangen. Der Papst sei bestrebt den christlichen Glauben in jenen Ländern wiederzubeleben, die zwar christlich geprägt seien, in denen aber eine Neuevangelisierung notwendig sei, sagte der Erzbischof von Havanna.

 

Die Präsenz der katholischen Kirche im staatlichen Fernsehen Kubas ist selten. Die Ansprache Kardinal Ortegas erfolgte zur besten Sendezeit und einen Tag nachdem Kubas wichtigste Zeitung, das staatliche Parteiorgan "Granma", bereits ausführlich über den anstehenden Papstbesuch berichtet hatte. Die kommunistische Regierung der Karibikinsel hatte in den vergangenen beiden Jahren einen Kurs der Annäherung an die Kirche eingeschlagen. Kardinal Ortega war es im Rahmen direkter Gespräche gelungen, die Freilassung aller seit dem sogenannten Schwarzen Frühling von 2003 inhaftierten Regimekritiker zu erreichen.

 

Internetseite freigeschaltet

 

Am Dienstag schaltete die kubanische Regierung auch die Website zum anstehenden Besuch Benedikts XVI. frei. Unter der Adresse http://benedictocuba.cubaminrex.cu können sich Interessierte aus aller Welt über die Visite des Papstes informieren. Für Journalisten ist eine eigene Rubrik für Akkreditierungen eingerichtet.

 

Unterdessen teilte die kubanische Kirche am Dienstag (Ortszeit) auf ihrer eigenen Website mit, dass gut zwei Wochen vor Beginn des Papstbesuches bereits mehr als 450 ausländische Journalisten eine Akkreditierung beantragt hätten. Weitere 76 Journalisten reisen mit Papst Benedikt XVI. direkt aus dem Vatikan zunächst nach Mexiko und dann weiter nach Kuba.

 

Christliches Selbstbewusstsein gefördert

 

Der Besuch von Papst Benedikt XVI. in Kuba wird nach Einschätzung von "Adveniat" die Position der Kirche in dem sozialistischen Land stärken. Er werde das christliche Selbstbewusstsein der kubanischen Katholiken fördern und sie ermutigen, ihren Glauben öffentlich zu zeigen, erklärte der Geschäftsführer des deutschen bischöflichen Lateinamerika-Hilfswerks, Prälat Bernd Klaschka, in der neuen Ausgabe des Magazins "Blickpunkt Lateinamerika".

 

Die Kirche sei faktisch "der einzige Raum, in dem Platz für andere, unabhängige Positionen ist", so Klaschka. Er betonte aber, der Papstbesuch sei nicht politisch, sondern pastoraler Natur. Nach Angaben von "Adveniat" sind 60 Prozent der Kubaner katholisch.

 

Klaschka, der auf Einladung der Kubanischen Bischofskonferenz ebenfalls auf Kuba sein wird, erinnerte daran, dass bereits der Besuch von Papst Johannes Paul II. 1998 eine "tendenziell positive Entwicklung" zwischen Staat und Kirche eingeleitet habe. Die Kirche habe heute "mehr Freiräume bei der Ausübung ihrer religiösen Aktivitäten". Zudem habe etwa Kardinal Jaime Ortega eine wichtige Vermittlerrolle bei der Freilassung politischer Gefangener gespielt. Allerdings bleibe die Kirche vom Bildungswesen ausgeschlossen; kirchliche Medien unterlägen "gewissermaßen einer Selbstzensur".

 

400 Jahre Madonna von El Cobre

 

Offizieller Anlass für die Reise Benedikts XVI. nach Kuba ist die Wiederauffindung der "Barmherzigen Jungfrau von El Cobre" vor 400 Jahren. Die Holzstatue wurde der Überlieferung nach im Jahr 1612 von Fischern entdeckt, die in der Bucht von Nipe in Seenot geraten waren. Eine Planke mit der Jungfrau samt Christuskind und der Aufschrift "Ich bin die Jungfrau der Barmherzigkeit" soll die Fischer damals vor dem Untergang bewahrt haben. Der Papst besucht El Cobre am 27. März

 

Im Jahr 1916 wurde die "Virgen de la Caridad de Cobre" vom früheren Namenskollegen des jetzigen Papstes - von Benedikt XV. - zur Schutzpatronin des Landes erklärt. Als Symbol des Unabhängigkeitskampfes gegen die spanischen Kolonialherren verehren heute auch viele Nichtkatholiken die Statue.

 

1686 wurde in El Cobre rund 25 Kilometer nordwestlich von Santiago de Cuba ein erstes Heiligtum für die Barmherzige Jungfrau errichtet. Die heutige Wallfahrtskirche stammt aus dem Jahr 1927. Der Name "El Cobre" leitet sich von Kupferminen ("Cobre", Kupfer) her, die früher in der Region betrieben wurde. Das Marienheiligtum ist der bedeutendste Wallfahrtsort Kubas. Am Gedenktag der Barmherzigen Jungfrau, am 8. September, nehmen jedes Jahr mehrere Tausend Menschen an der Prozession mit der Marienstatue teil.

 

Benedikt XVI. feiert während seines Besuchs auf der Karibikinsel am 26. März in Santiago de Cuba eine Messe zum Gedenken an die Wiederauffindung der Marienfigur vor 400 Jahren. Am Tag darauf fährt er nach El Cobre.

 

Im Jänner 1998 hatte Johannes Paul II. in Santiago einen Gottesdienst zu Ehren der Schutzpatronin gefeiert. Die im Osten Kubas gelegene Stadt war ursprünglich die Hauptstadt der Insel. Bis heute gilt sie als kultureller Gegenpol zu Havanna, das im Westen liegt.

 

Unter den Votivgaben in der Wallfahrtskirche von El Cobre befindet sich ein goldener Guerilla-Kämpfer, der von Fidel Castros Mutter, Lina Ruz, gestiftet wurde, um ihren Sohn während seines Kampfes gegen den Diktator Fulgencio Battista zu beschützen. Castro begann seinen ersten Revolutionsversuch 1953 von Santiago aus. Der Erzbischof von Santiago setzte sich damals für die Begnadigung des inhaftierten Revolutionärs ein.

 

Teilen |

Zusatzinhalt:





Allerheiligen

Am 1. und 2. November feiert die Kirche die Feste Allerheiligen und Allerseelen.


Seliger Papst Paul VI.

Am Sonntag, 19. Oktober, hat Papst Franziskus Paul VI. in Rom selig gesprochen.


Familiensynode

Berichte und Hintergründe über die Bischofssynode zur Familienpastoral

Kardinal Schönborn zu den hohen Erwartungen an die Familiensynode

» mehr

© 1947-2014 by KATHweb: ein elektronischer Informationsdienst der Österreichischen Katholischen
Presseagentur KATHPRESS. Alle Rechte vorbehalten.
© 1947-2014 by KATHweb: ein elektronischer Informationsdienst der Österreichischen Katholischen
Presseagentur KATHPRESS. Alle Rechte vorbehalten.