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Papst betont Verbundenheit mit Afro-Amerikanern

Papst Benedikt XVI. besuchte kubanisches Marienheiligtum El Cobre, dessen Marienstatue besonders von Afro-Kubanern verehrt wird

27.03.2012

Havanna (KAP) Papst Benedikt XVI. hat am Dienstag im kubanischen Marienheiligtum El Cobre betont, dass der Karibikstaat heute "auf dem Weg der Erneuerung und der Hoffnung voranschreitet". Im Blick auf die große Verehrung der "Virgen de la Caridad" von El Cobre durch die Afro-Kubaner sagte der Papst, vor dem Marienbild habe er in besonderer Weise der Kubaner gedacht, deren Vorfahren als Sklaven aus Afrika nach Amerika gekommen waren, und ebenso der Menschen im benachbarten Haiti, die noch immer unter den Erdbebenfolgen litten.

 

"Nach dem Vorbild der Allerseligsten Jungfrau ermutige ich alle Söhne und Töchter dieses werten Landes, weiterhin ihr Leben auf dem festen Felsen, der Jesus Christus ist, aufzubauen, für die Gerechtigkeit zu arbeiten, Diener der Nächstenliebe zu sein und in Prüfungen auszuharren", so Benedikt XVI. in seiner kurzen Ansprache. Sie bildete den Abschluss seines Besuchs in Ostkuba. Im Anschluss flog er in die 900 Kilometer westlich gelegene Hauptstadt Havanna, wo für 17.30 Uhr Ortszeit (Mittwoch 0.30 Uhr MESZ) ein Besuch im Amtssitz von Staatschef Raul Castro auf dem Programm steht.

 

Der Legende nach wurde die rund 30 Zentimeter große Marienstatue von El Cobre im Jahr 1606 von Fischern entdeckt, die in der Bucht von Nipe in Seenot geraten waren. Eine Planke mit der Jungfrau samt Christuskind und der Aufschrift "Ich bin die Jungfrau der Barmherzigkeit" soll die Fischer damals vor dem Untergang bewahrt haben.

 

1612 - sechs Jahre später - sollen die Fischer die Statue nach El Cobre gebracht haben, wo die Madonna ihren ersten Schrein erhielt. 1686 wurde ein erstes Heiligtum für die Barmherzige Jungfrau errichtet. Die heutige Wallfahrtskirche stammt aus dem Jahr 1927.

 

Der Name "El Cobre" leitet sich von Kupferminen ("Cobre", Kupfer) her, die früher in der Region betrieben wurde. Das Marienheiligtum ist der bedeutendste Wallfahrtsort Kubas. Am Gedenktag der Barmherzigen Jungfrau, am 8. September, nehmen jedes Jahr mehrere Tausend Menschen an der Prozession mit der Marienstatue teil.

 

Im Jahr 1916 wurde die "Virgen de la Caridad de Cobre" vom früheren Namenskollegen des jetzigen Papstes - von Benedikt XV. - zur Schutzpatronin des Landes erklärt. Als Symbol des Unabhängigkeitskampfes gegen die spanischen Kolonialherren verehren heute auch viele Nichtkatholiken die Statue.

 

Der Papst hatte die Nacht in einem Gästehaus des Heiligtums von El Cobre übernachtet. Nach der privaten Frühmesse und der Verabschiedung von seinen Gastgebern begab er sich zu dem 300 Meter entfernten Heiligtum. Zuerst sprach er vor dem Gnadenbild ein kurzes Gebet. Im Anschluss wandte er sich an die vor der Wallfahrtsbasilika versammelten kubanischen Gläubigen. Er bete für alle Leidenden sowie für die der Freiheit beraubten und von ihren Familien getrennten Kubaner, die schwere Zeiten durchmachten. Kubaner sollten sich trotz aller Prüfungen für Gerechtigkeit einsetzen, sagte Benedikt XVI.

 

Den jungen Menschen der Insel wünschte er, dass sie glaubwürdige Christen seien und "nicht Angeboten nachgeben, die in ihnen Traurigkeit zurücklassen". Der Papst würdigte in seiner Ansprache den Einsatz vieler Campesinos (Bauern) und ihrer Familien, die ihre Häuser auf dem Land für die Feier von Gottesdiensten öffneten und somit zu "Missionszentren" würden.

 

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