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Armenien: Eine Kirche - eine Nation

Armenien, Jerewan, Berg Ararat
Land & Leute
05.05.2017, 13:34 Uhr

Armenien war das erste Land, das den christlichen Glauben zur Staatsreligion machte: Trotz langer Sowjetherrschaft gehören heute wieder 90 Prozent der Bevölkerung der armenisch-apostolischen Kirche an. Sie bildet eine wichtige Klammer für die Identität und Kultur der rund drei Millionen Einwohner.

Fakten
Mit einer Fläche von 29.800 Quadratkilometer ist Armenien ungefähr so groß wie Nieder- und Oberösterreich zusammen. Von den rund zehn Millionen Armeniern leben nur gut drei Millionen in Armenien selbst, die Mehrheit ist verstreut über die ganze Welt und dort auch längst integriert. Und doch bleibt jeder Armenier zugleich auch mit dem Land Armenien und der Kirche zutiefst verbunden. An keinem anderen Tag wird das wohl so deutlich wie an jedem 24. April, wenn das Land und die Menschen des Völkermords im damaligen Osmanischen Reich gedenken:

Am 24. April 1915 hatten Einheiten der osmanischen Geheimpolizei in Istanbul hunderte armenische Intellektuelle verhaftet und nach Anatolien deportiert, wo die meisten den Tod fanden. Dies war der Startschuss für den Völkermord an den Armeniern und den Massakern an weiteren Christen syrischer und griechischer Tradition. Die Schätzungen reichen bis zu 1,5 Millionen armenische Todesopfer, sowie bis zu weiteren 500.000 Opfern unter Christen anderer Konfessionen.

Armenien war zugleich das erste Land, das den christlichen Glauben zur Staatsreligion machte: Trotz langer Sowjetherrschaft gehören heute wieder 90 Prozent der Bevölkerung der armenisch-apostolischen Kirche an. Sie bildet bis heute eine wichtige Klammer für die Identität und Kultur der rund drei Millionen Einwohner sowie der sieben Millionen Armenier in vielen anderen Staaten der Welt. Bei einer "Kathpress"-Reise Ende April konnten sich Medienschaffende aus Österreich und seinen Nachbarländern ein Bild von der religiösen, politischen und sozialen Situation in dem seit 1991 unabhängigen Staat machen. Lesen Sie hier Berichte und Reportagen der Reise.
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