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Welttag der Armen

Ausschnitt aus dem Vatikan-Logo zum 'Welttag der Armen' 2017
© Vatikan
Kirche
22.11.2017, 12:00 Uhr

Derzeit sind in Österreich laut offizieller Statistik 1,2 Millionen Menschen - somit jeder siebte Bewohner des Landes - armutsgefährdet. 410.000 Menschen gelte als manifest arm, können sich also kein nahrhaftes Essen, keine neue Kleidung oder keine warme Wohnung leisten.

Fakten
Der 19. November bringt für die katholische Kirche eine Premiere: Erstmals findet weltweit der "Welttag der Armen" statt, mit dem Papst Franziskus den Fokus stärker auf Menschen am Rand der Gesellschaft rücken und sie in die Mitte nehmen will. Auch in Österreichs Pfarren gibt es rund um den "Elisabeth-Sonntag" neben einer Kollekte für Notleidende im Inland zahlreiche Initiativen, die Begegnung, Kennenlernen und Freundschaft jenseits aller sozialen Grenzlinien ermöglichen sollen. Motto des jährlich wiederholten kirchlichen Aktionstages ist "Liebt nicht mit Worten, sondern mit Taten".

Franziskus hatte den Welttag vor einem Jahr beim Abschluss des "Jubiläums der Barmherzigkeit" eingeführt. Zur Erläuterung seiner Initiative schrieb er, es könne weder Gerechtigkeit noch sozialen Frieden geben, solange Arme vor den Türen der Christen lägen. Der Welttag soll jeweils im November am zweiten Sonntag vor dem Advent begangen werden. Der darauffolgende Sonntag ist liturgisch bereits mit dem Christkönigssonntag zum Ende des Kirchenjahres belegt. Den 19. November begeht der Papst selbst mit einem Gottesdienst im Petersdom, zu dem armutsbetroffene Gäste geladen sind, sowie einem anschließendem Mittagessen mit ihnen.

In Österreich hat die Bischofskonferenz für den Welttag eine landesweite Durchführung der "Elisabeth-Sammlung" zugunsten von Armutsbetroffenen im Inland angekündigt. Auch in Österreich gebe es "zu viele Menschen, die nicht wissen, wie sie den Alltag aus eigener Kraft bewältigen sollen". Die Kirche sehe ihren Platz "an der Seite der Armen" und wolle Menschen an den Rändern der Gesellschaft beistehen, "weil konkrete Nächstenliebe Fundament und Prüfstein des christlichen Glaubens ist", erklärten die Bischöfe. Wichtig sei auch der Kampf gegen die Ursachen von Armut und Ausgrenzung, wozu der Sozialstaat gestärkt und weiterentwickelt werden müsse.
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