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Gedenkjahr 2018

Die österreichische Fahne weht im Wind vor blauem Himmel. Flagge Österreich
04.10.2018, 11:01 Uhr

Schwerpunkt auf Erinnerung an die Gründung der Republik vor 100 Jahren und an die Ereignisse ab dem März 1938

Fakten
2018 wird in Österreich als "Erinnerungs- und Gedenkjahr" begangen. Der Fokus zahlreicher Veranstaltungen wird auf die Gründung der Republik nach Ende des Ersten Weltkriegs am 12. November 1918 sowie auf den Untergang Österreichs durch den "Anschluss" am 11./12. März 1938 an Hitler-Deutschland gerichtet sein. Aber auch andere historische Ereignisse wie die Bürgerliche Revolution 1848, die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und die Staatsgründung Israels im Jahr 1948 sowie die gesellschaftlichen Umbrüche ab 1968 sowie der "Prager Frühling" sollen thematisiert werden.

Mit zahlreichen Veranstaltung wird sich die katholische Kirche am Gedenkjahr 2018 in Österreich beteiligen. Der Schwerpunkt der Initiativen wird beim Erinnern an die Gründung der Republik vor hundert Jahren und an die Ereignisse ab dem März 1938 liegen. Dazu hat die Österreichische Bischofskonferenz eine gemeinsame Erklärung im Zuge ihrer nächsten Vollversammlung im März unter dem Titel "1918 - 1938 - 2018. Erinnern und Gedenken" veröffentlicht. Den Eckdaten des Gedenkjahres aus kirchlicher Sicht widmet sich ein Symposium der Bischofskonferenz und der kirchlichen Laienorganisationen am 5. Oktober in Wien.

80 Jahre nach 1938

Vor 80 Jahren erfolgte der "Anschluss" Österreichs an Nazideutschland. Unter Druck Berlins musste Bundeskanzler Kurt Schuschnigg am 10. März 1938 die geplante Volksbefragung absagen. Am 11. März übernahmen die österreichischen Nationalsozialisten in vielen Städten die Macht. Deutsche Polizeiexperten trafen per Flugzeug in Wien ein, und Schuschnigg wurde zum Rücktritt gezwungen. Die Kanzlerschaft übernahm für drei Tage der Nationalsozialist Arthur Seyß-Inquart. In Schuschniggs Rundfunkrede vom Abend des 11. März 1938 fielen die oft zitierten Worte, dass die Regierung "vor der Gewalt weicht". Er schloss mit den Worten "Gott schütze Österreich". Am 12. März überschritten Truppen der Wehrmacht die Grenze und marschierten ohne Widerstand in Österreich ein.

Die Bundesregierung Seyß-Inquart vollzog den "Anschluss" Österreichs am 13. März im Gleichklang mit der Reichsregierung in Berlin per "Gesetz". Bundespräsident Miklas wollte dieses Gesetz nicht unterzeichnen und trat zurück. Am 13. März hielt Hitler in Linz seine "Vorsehungs-Rede" ("Wenn die Vorsehung mich einst aus dieser Stadt heraus zur Führung des Reiches berief, dann muss sie mir damit einen Auftrag erteilt haben!"), am 15. März verkündete er auf dem Heldenplatz in Wien unter dem Jubel von angeblich ca. 250.000 Menschen "den Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich". Die österreichischen Bischöfe unterzeichneten am 18. März eine von Reichskommissar Josef Bürckel angeregte "Feierliche Erklärung", die den Anschluss Österreichs befürwortete.

Bald danach verschlechterte sich das Verhältnis zwischen dem NS-Regime und der Kirche im nicht mehr existierenden Österreich. Symptomatisch dafür war die Rosenkranzfeier von Kardinal Innitzer mit rund 7.000 Jugendlichen, die in den Worten "Christus ist euer Führer" gipfelte und am nächsten Tag den "Sturm auf das Erzbischöfliche Palais" durch die "Hitler-Jugend" sowie eine NS-Großkundgebung gegen die Kirche zur Folge hatten.
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