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Das bringt 2018 in der katholischen Kirche

Silvesterraketen über der Wiener Innenstadt
29.12.2017, 15:20 Uhr

Jugendsynode, Weltfamilientreffen in Dublin, Diözesanjubiläen in Graz und Feldkirch und höchstwahrscheinlich ein neuer Bischof für St. Pölten

Fakten
Es ist wieder Synodenjahr - im Oktober nächsten Jahres tagen Bischöfe aus aller Welt in Rom unter dem Motto "Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung". Die junge Generation zur Verantwortung in Politik und Glaube, Gesellschaft und Ökologie zu ermutigen und zu befähigen, ist Papst Franziskus ein ernstes Anliegen. Ende Juli jährt sich die Veröffentlichung der Enzyklika "Humanae vitae" von Paul VI. zum 50. Mal und im August wird Papst Franziskus am Weltfamilientreffen im irischen Dublin teilnehmen. Der Themenkreis Jugend, Berufung und Familie wird demnach die katholische Kirche im kommenden weiterhin und erneut intensiv beschäftigen - einschließlich anzunehmender päpstlicher Überraschungen.

In Österreich zählt die Einführung der überarbeiteten Einheitsübersetzung der Bibel zu den bereits absehbaren Fixpunkten. Ab dem ersten Adventsonntag 2018 werden die Gläubigen bei den Lesungen in den Gottesdiensten die leicht veränderten Bibeltexte zu hören bekommen. Zu erwarten ist außerdem, dass der Papst im Lauf des Jahres einen Nachfolger für den 77-jährigen Bischof Klaus Küng in St. Pölten ernennt.

Besondere Jubiläumsmonate stehen für die flächenmäßig größte und die kleinste Diözese des Landes an: Die steirische Diözese Graz-Seckau feiert bis September den 800. Jahrestag ihrer Gründung. Höhepunkt ist ein zweitägiges Jubiläumsfest am 23./24. Juni. Erst seit 50 Jahren besteht in Vorarlberg Österreichs jüngstes und auch kleinstes Bistum. Die Gründung der Diözese Feldkirch wird u.a. mit einem Fest am Bregenzer Festspielareal Ende Mai und einem Festgottesdienst in Feldkirch am Gründungstag am 8. Dezember gefeiert. Die Erzdiözese Salzburg gedenkt 2018 des 1.300. Todestags ihres ersten Bischofs Rupert und der Salzburger Schutzpatronin und ersten Äbtissin von Nonnberg, Erentrudis.

Fixpunkt für die Erzdiözese Wien unter Kardinal Christoph Schönborn, dessen Kardinalsernennung sich im Februar zum 20. Mal jährt, ist Ende September eine große, dreitägige Diözesanversammlung im Rahmen des laufenden Reformprozesses. Auch in den meisten anderen österreichischen Diözesen gehen die Diözesanreformen weiter, die auf zeitgemäße Seelsorgestrukturen abzielen.

Eine Premiere erlebt die Österreichische Bischofskonferenz: Erstmals tagen die Bischöfe im März in Sarajevo bei der Frühjahrsversammlung gemeinsam mit ihren Amtskollegen aus Bosnien-Herzegowina. Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen begeht am 27. August seinen 75. Geburtstag, der emeritierte Militärbischof Christian Werner am 27. Dezember.

Österreich begeht in den kommenden Monaten ein großes Gedenkjahr. Neben der Republiksgründung vor 100 Jahren im November 1918 soll u.a. auch an den "Anschluss" an Hitlerdeutschland 1938 - die Kirche blickt hier besonders auf das unrühmliche Kapitel der damaligen Unterzeichnung der "Feierlichen Erklärung" durch die heimischen Bischöfe - sowie an das Novemberpogrom im selben Jahr erinnert werden. Am 7./8. Oktober jähren sich auch die legendäre Rosenkranzandacht der Katholischen Jugend im Stephansdom und der folgende Sturm der Hitler-Jugend auf das Wiener Erzbischöfliche Palais zum 80. Mal. Der 30. März ist zudem der 75. Todestag der vom NS-Regime hingerichteten und von Johannes Paul II. bei seinem dritten Österreich-Besuch vor 20 Jahren 1998 seliggesprochenen Ordens- und Krankenschwester Sr. Maria Restituta Kafka (1894-1943).

Seit 60 Jahren besteht die von der Katholischen Frauenbewegung getragenen "Aktion Familienfasttag", bei der in der Fastenzeit für Hilfsprojekte zugunsten benachteiligter Frauen in globalen Entwicklungsregionen gesammelt wird. Das Jubiläum wird im November mit einem dreitägigen Symposion in Salzburg gefeiert. An seine Gründung vor 100 Jahren erinnert 2018 auch das heimische Canisiuswerk.

Am 25. Mai findet das jährliche Großereignis "Lange Nacht der Kirchen" statt. Zwischen 17. und 20. Oktober geht Österreichs größte Jugendsozialaktion - die von Katholischer Jugend in Zusammenarbeit mit youngCaritas und Hitradio Ö3 organisierten "72 Stunden ohne Kompromiss" - in ihre nächste Runde. Schon von 29. Juli bis 4. August findet in Rom die nächste internationale Ministrantenwallfahrt statt - traditionell mit einer besonders starken Beteiligung aus Österreich.

Der Blick auf die anderen christlichen Kirchen bringt im kommenden Jahr neue evangelische Superintendenten in der Steiermark und in Wien. Mitte September findet in der Bundeshauptstadt auch ein internationaler Altkatholiken-Kongress statt.

Christen aus aller Welt werden das 200-Jahr-Jubiläum des Weihnachtslieds "Stille Nacht, heilige Nacht" feiern, das am 24. Dezember 1818 in der Salzburger Pfarrkirche Oberndorf während der Christmette erstmals gesungen wurde. Schon Ende September startet in neun Museen und Orten in Salzburg, Oberösterreich und Tirol eine gemeinsame dezentrale Landesausstellung zum Jubiläum.

Keine Langeweile für den Papst

Papst Franziskus, der im März fünf Jahre im Amt sein wird, hat für 2018 neben der Jugendsynode schon mehrere Auslandsreisen in Aussicht. Gerade einmal zwei Wochen alt wird das neue Jahr sein, wenn das 81-jährige Kirchenoberhaupt zu einem einwöchigen Besuch in Chile und Peru startet.

Was weitere Papstreisen angeht, gelten Besuche in Irland und im Baltikum als sicher. Im irischen Dublin findet vom 21. bis 26. August das katholische Weltfamilientreffen statt. Auch bei der letzten derartigen Zusammenkunft 2015 im US-amerikanischen Philadelphia hielt Franziskus die Schlussmesse.

Vermutlich Mitte September besucht der Papst Estland, Lettland und Litauen. Dies könnte man als Zeichen verstehen, dass Franziskus auch in Europa "an die Ränder" geht. Seit Johannes Paul II. 1993 war dort kein Papst mehr zu Gast. Ein unverdächtiger Aufhänger für die Reise: Alle drei Staaten erinnern 2018 an ihre Gründung vor 100 Jahren.

Die Idee einer Indien-Reise hat Franziskus noch nicht aufgegeben. Allerdings liegt der Ball weiterhin im Feld der indischen Regierung: Sie müsste den Papst einladen, zögert aber offenbar mit Blick auf die innenpolitische Gemengelage, in der Hindu-Nationalisten einen solchen Besuch nicht eben bejubeln würden.

Unabhängig davon sind in der Kirchenzentrale wichtige Personalentscheidungen zu erwarten. In der vatikanische Finanzbehörde ist der Leitungsposten von Kardinal George Pell, der sich in Australien vor Gericht wegen eines angeblichen Missbrauchsfalls verantwortet, verwaist und das Amt des Wirtschaftsprüfers seit Juni 2017 unbesetzt. Ein paar Kurienkardinäle vollenden zudem das 80. Lebensjahr. Damit scheiden sie aus dem Kreis der Papstwähler und aus dem Kuriendienst aus. Dies betrifft etwa den Präsidenten des Rats für Gesetzestexte, Francesco Coccopalmerio, und den Präfekten der Heiligsprechungskongregation, Angelo Amato. Ungewiss ist auch, wie der Papst mit dem anhaltenden Widerstand seitens verschiedener Kurienmitarbeiter verfährt.

Zum Jahreswechsel hat sich die vatikanische Medienreform auf ihre letzte und schwierigste Etappe begeben - die Umsetzung in der Praxis. Auch auf anderen Foren, etwa die Päpstlichen Akademien und Veranstaltungen der vatikanischen Entwicklungsbehörde, versucht Papst Franziskus offenbar verstärkt Akzente zu setzen. Für Ende Mai ist bereits eine ökumenische Weltkonferenz zu Fremdenhass und Populismus angekündigt. Es wird nicht die einzige derartige Initiative im kommenden Jahr bleiben.
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