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Papst Franziskus beim Weltkirchenrat

Papst Franziskus bei Gebetsgottesdienst am 21. Juni 2018 im ÖRK-Zentrum in Genf
25.06.2018, 12:00 Uhr

Papst Franziskus reiste am 21. Juni zum 70-Jahr-Jubiläum des weltweiten Ökumenischen Rates der Kirchen
nach Genf

Fakten
Papst Franziskus und Vertreter des Weltkirchenrats haben am 21. Juni in Genf zum gemeinsamen Einsatz aller Christen für Gerechtigkeit und Frieden in der Welt aufgerufen. Zugleich betonten sie die Fortschritte in der Zusammenarbeit der Kirchen in den vergangenen 70 Jahren.

Anlass des eintägigen Papstbesuchs in Genf war die Gründung des Weltkirchenrats ÖRK vor 70 Jahren. Dem Kirchenbund gehören heute weltweit 350 evangelische, anglikanische und orthodoxe Kirchen mit rund 560 Millionen Mitgliedern an. Die katholische Kirche ist kein Vollmitglied, arbeitet aber mit dem ÖRK zusammen.

Kurz vor dem Rückflug nach Rom rief der Papst bei einer Messe vor rund 40.000 Menschen zu mehr Vergebung und Nächstenliebe auf. "Keiner von uns ist Einzelkind, jeder muss sich um seine Brüder und Schwestern in der einen Menschheitsfamilie kümmern", sagte Franziskus.

In seiner Predigt forderte er auch freien Zugang zu Grundnahrungsmitteln für alle Menschen und mahnte angesichts eines zunehmend beschleunigten Lebens zur Besinnung auf das Wesentliche. Mit Blick auf die Ökumene betonte er besonders die Bedeutung der Vergebung - "Vergebung erneuert, sie wirkt Wunder."

Ökumene sei "ein großes Verlustgeschäft", hatte Franziskus am Mittag bei einem ökumenischen Gebetsgottesdienst gesagt. Um der Einheit willen gelte es, eigene Zwecke aufs Spiel zu setzen, "die oftmals eng an ethnische Zugehörigkeiten oder überkommene Vorstellungen gebunden sind, seien sie mehrheitlich 'konservativ' oder 'fortschrittlich'", so der Papst.

Er sprach von einer "heimtückischen Versuchung" im Dialog der Kirchen, "miteinander zu gehen, aber in der Absicht, irgendein Eigeninteresse durchzusetzen". Für die Kirchenspaltungen und das "elende Scheitern" früherer Anläufe in der Ökumene machte Franziskus weltliches Machtdenken unter Christen verantwortlich. Ökumene könne jedoch nicht gelingen, wenn man das Eigene retten wolle.

Der Papst rief auch zum Einsatz für die Schwachen auf und erinnerte an leidende Christen im Nahen Osten. Zugleich unterstrich er, die christliche Botschaft dürfe nicht auf "diesseitigen Humanismus" reduziert werden. Ökumene und Mission müssten wieder enger verbunden sein.

Der Besuch des Papstes sei ein "Meilenstein" und eine Ermutigung, in der Ökumene weiter voranzugehen, betonte der Generalsekretär des ÖRK, der lutherische Pastor Olav Fykse Tveit. Der Ökumene-Beauftragte des Vatikan, Kardinal Kurt Koch, sagte, den Papst habe die Einladung sehr geehrt. Es sei sehr wichtig, die Zusammenarbeit weiter zu stärken: "Der Weg hat eine klare Richtung: Einheit."
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